Neuer Motor macht Haudegen aus Hundshübel glücklich

Zahlreiche Zuschauer sind am Wochenende zum 22. Classic-Grand-Prix nach Zschorlau gepilgert. Ein prominenter Senior nahm dabei Abschied, ein anderer beging ein Jubiläum.

Zschorlau.

Das lange Motorsportwochenende auf dem Zschorlauer Dreieck ist ein Erfolg gewesen. Nach der 22. Auflage des Classic-Grand-Prix des 1. Auer MSC stellte Vereinschef Rainer Pommer fest: "Bis auf einen Zwischenfall ist alles gut gelaufen." Im Lauf der Seitenwagen am Sonnabend hatte es einen Unfall gegeben. Es traf Mario Reinwardt aus Raschau, der mit Beifahrer Knut Rottloff aus Crottendorf auf einer Honda Derbyshire unterwegs war. Reinwardt wurde mit einer Fußverletzung ins Krankenhaus gebracht. Pommer hofft, dass er schnell wieder auf die Beine kommt.

Die Zuschauer kamen wieder zahlreich an die Strecke. Dass lag natürlich auch daran, dass sich unter den 255 Fahrern aus vier Nationen Prominente wie die früheren Seiten- wagenweltmeister Rolf Steinhausen und Werner Schwärzel, der Motorradweltmeister Jan de Vries sowie die Vizeweltmeister Arlt Toersen und Rolf Blatter befanden. Steinhausen gab am Wochenende seine Abschiedsvorstellung. "Schon vor einiger Zeit habe ich mir gesagt, mit 75 höre ich auf, und am 27. Juli ist es soweit", erklärte die lebende Motorsportlegende. In Zschorlau sei er immer gern am Start gewesen.

Im Mittelpunkt der 22. Auflage der Classic-Veranstaltung des 1. Auer MSC stand allerdings Heinz Rosner. Der Hundshübler - auch als Mr. MZ bekannt - hat ein Jubiläum gefeiert: Seit 60 Jahren ist er als Motorsportler aktiv. "Dieses Jahr geht es gut, glaube ich. Ich fühle mich fit. Und Bernd Köhler verdanke ich es, dass ich in meiner Maschine einen neuen Motor habe. Er hat den originalen nachgebaut", berichtete der 79-jährige Rosner. Der Ehrenfriedersdorfer Köhler wiederum, der selbst von 1964 bis 1979 aktiv gefahren ist, sagt: "Motoren zu bauen, macht mir Spaß, und wenn alles funktioniert, ist es umso schöner. Der Motor steht Heinz Rosner so lange zur Verfügung, wie er mit seiner MZ fährt."

Zum Zschorlauer Dreieck sagt Rosner: "Die Veranstaltung gehört einfach dazu, und im Auer Club bin ich Ehrenmitglied. Auch wenn man mich in eine Klasse gesteckt hat, in der die anderen Maschinen alle rund 50 PS mehr haben, bin ich ganz gut zurechtgekommen." Der Senior hat die Zahl der Veranstaltungen, an denen er teilnimmt, etwas reduziert. "Ich unterstütze vor allem die Rennen in Ostdeutschland. Früher waren es bei mir ja 14 Veranstaltungen im Jahr, und ich war in Frankreich, England, Ungarn, Tschechien und sonstwo. Das ist jetzt tabu. Im Ausland fahre ich nur noch den Österreich-Grand-Prix." Rosner ist mit der MZ groß geworden. Der Hundshübler war Werksfahrer und hat 1968 seinen größten Erfolg geholt, als er in der Weltmeisterschaftsserie Dritter in der 250-Kubikzentimeter-Klasse wurde. Noch mehr ließen technische Probleme nie zu. Trotzdem ist Rosner im Herzen der Fans der Weltmeister aus dem Erzgebirge. Mit dem aktiven Rennsport hat Rosner 1969 Schluss gemacht, doch von der MZ kam er nicht los. Bis heute fährt er im Classic-Bereich. "Auf dem Motorrad fühle ich mich wohl. Wenn alles läuft und es keine Probleme gibt, dann bin ich - wie jetzt - auch nach 60 Jahren noch glücklich und fahre sie gerne", sagt der Lokalmatador und schmunzelt.

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