Neuer Trainer vertraut fest auf die Qualität seiner Schützlinge

Am Sonntag starten die Kicker des FC Lößnitz in ihre zweite Saison in der Landesliga. Für Ex-Profi René Klingbeil ist es die erste Spielzeit als Coach.

Lößnitz.

René Klingbeil hat Bock, Bock auf Fußball. Deshalb kann er es kaum erwarten, dass es losgeht. Worauf er keinen Bock mehr hat, das sind die Schmerzen danach. Die bleiben ihm fortan erspart. Nach vielen Jahren als Profi erlebt Klingbeil am Sonntag, 15 Uhr mit Landesligist FC Lößnitz seinen ersten Saisonstart als Trainer. "Bei Oberliga-Absteiger Markranstädt haben wir zwar gleich ein dickes Brett zu bohren, aber die Jungs sind richtig heiß", sagt der 36-Jährige, der 2010 mit dem FC Erzgebirge Aue und erst im Frühjahr noch einmal mit Carl Zeiss Jena zum Aufstiegshelden wurde.

Vielleicht sei es dieser Erfolg mit den Thüringern als passender Abschluss seiner Karriere gewesen, der es ihm so erstaunlich leicht gemacht habe loszulassen, mutmaßt der gebürtige Berliner. "Ich war aber körperlich auch am Ende. Jedenfalls ist ein Riesenrucksack von mir abgefallen, weil ich mit dem aktiven Fußball durch bin." Das Angebot, als Spielertrainer beim FC Lößnitz zu arbeiten, habe es gegeben. "Es war für mich jedoch kein Thema. Ich will von der Linie aus meine Erfahrung einbringen. Das macht mir echt Spaß. Ich gehe gerade richtig in dieser Rolle auf", sagt Klingbeil, der schon lange in Lößnitz wohnt.

Klar sei es "sehr, sehr ulkig" gewesen, aus dem Urlaub zu kommen und statt selbst eine Vorbereitung zu absolvieren, andere zu triezen. "Umso schöner war es zu sehen, wie die Jungs mitziehen, zumal die Bedingungen bei uns super sind." Dank der guten Zusammenarbeit mit Jacqueline Schöniger aus dem Vorstand, seinem Vorgänger Mike Welwarsky, Teammanager René Zimmermann und allen anderen FCL-Verantwortlichen habe er schon vor seinem offiziellen Amtsantritt an der Zusammenstellung des neuen Kaders mitwirken können. "Die Neuen sind zwar bereits gut inte-griert, aber der Prozess geht natürlich weiter. Ich lege sehr großen Wert aufs Team, denn der Zusammenhalt kann unheimlich viel bewegen", so der Inhaber einer C-Trainerlizenz, der bis Ende des Jahres den B-Schein erwerben will.

Spektakulärster Neuzugang des FCL ist wohl Marcel Becher, der einst als größtes Talent der Veilchen gehandelt wurde und dann zum Nachwuchs von RB Leipzig wechselte. Er deutete in Testspielen seine Klasse gerade in der Offensive ebenso an wie Patrick Ströhle, Martin Sprunk und Lukas Schreiter. Auch auf der Torhüterposition ist die Konkurrenz nun deutlich größer. "Ich will meine Vision vom Fußball auf die Mannschaft übertragen. Mir geht es um offensiv ausgerichtetes Spiel mit viel Ballbesitz und schnellem Umschalten", sagt der neue Trainer.

Insgesamt sei die Vorbereitung richtig gut gelaufen. So gut, dass die Startformation für den Saisonauftakt eine echte Denksportaufgabe für Klingbeil wird. "Die Qualität des Kaders ist in der Breite sehr hoch. Aber die Saison wird auch sehr lang, und dann brauchen wir genau diese Breite", erklärt Klingbeil, der gerade eine Ausbildung zum Finanzberater absolviert. Die Landesliga ist aus Sicht des 36-Jährigen noch einen Tick stärker geworden als vorige Saison. "Wir wollen uns im zweiten Jahr in dieser schweren Spielklasse noch besser etablieren und nichts mit dem direkten Abstiegskampf zu tun haben." Dafür, so Klingbeil, wäre ein gelungener Saisonstart eine gute Basis.


Das Aufgebot

Tor: Robin Köpsel (26), Philipp Lohse (21), Toni Müller (27), Maik Riedel (36)

Abwehr: Sebastian Frenzel (29), Tim Baumann (22), Ronny Liebold (31), Marius Eh-mig (20), Marcel Mühle (37), Marcel Treh-kopf (34), Kevin Schreiber (24)

Mittelfeld: Sandro Deland (36), Robin Teubner (23), Albert Samatov (21), Marco Wöl- fel (31), Kevin Gräßler (26), Danny Trosch- ke (30), Marcel Becher(20), Philip Hauck (24)

Angriff: Karsten Werneke (26), Patrick Ströhle (28), Max Prügner (19), Lukas Schrei- ter (20), Martin Sprunk (23)

Zugänge: Lohse (SG Neukirchen), Müller (FSV Burkhardtsdorf), Sprunk (VfB Empor Glauchau), Ströhle (SG Handwerk Rabenstein), Schreiter (Bischofswerdaer FV), Baumann (VFC Plauen), Becher (RB Leipzig u 23)

Abgänge: Rico Lehmann, Nils Günther (SV Auerhammer), Maximilian Schubert (FC Stollberg), Moritz Lehnard (Reichenbacher FC )

Trainer: Rene Klingbeil (36)

Co-Trainer: Martin Lauckner (36)

Torwarttrainer: Jörg Frister (46)

Teammanager: René Zimmermann (43)

Zeugwart: Thomas Hänel (50)

Physiotherapeut: Ralf Langer (49)

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