Neues Sportgerät soll es richten

Platz 11 in der Klasse Supersport 300 ist für den Titelträger von 2018 kein Grund zum Jubeln. Aber auch kein Beinbruch: 2021 will Motorradpilot Toni Erhard endlich wieder in die Erfolgsspur finden.

Pöhla.

Nach seiner bisher erfolgreichsten Saison im Jahr 2018 sucht Toni Erhard weiter nach seiner Bestform. Bremsen kann das den Pöhlaer Motorradpiloten nicht. Er bestritt auch heuer auf seiner KTM RC 390R alle Läufe innerhalb der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Von Triumphen wie dem Titelgewinn in der Klasse Supersport 300 kann der 19-Jährige derzeit aber nur träumen. "Auch wenn ich mein Ziel nicht erreicht habe, bin ich mit meiner Leistung insgesamt zufrieden", sagt der Student.

Denn aus dem spürbar unterlegenen Material habe er angesichts starker und professionell ausgestatteter Konkurrenz stets das Beste herausgeholt. "Ich war nicht weit von der Spitze weg", so Erhard. Sein großer Wunsch für das nächste Jahr ist deshalb ein neues Sportgerät. "Ich schaue mich nach einem besseren Bike um. Denn ich will wieder ganz vorn mitfahren", sagt der Pöhlaer, der seit Kindesbeinen an dem Motorradsport verfallen ist und nach dem Abitur nun Medieninformatik in Dresden studiert. Schon im ADAC-Minibike-Cup mischte er mit, stieg Klasse um Klasse auf - und dies immer mit meist nur einer Handvoll treuer Sponsoren im Rücken. "Ohne sie und meine Familie wäre ich nie soweit gekommen." Selbst in schwierigen Zeiten konnte sich Toni Erhard auf sein Team verlassen.

So auch dieses Jahr. Schon der Auftakt der wegen Corona verkürzten Saison verlief durchwachsen. In Assen war die niederländische Konkurrenz zu stark, Pech gesellte sich dazu: "Ich wurde von dem Bike eines gestürzten Vordermanns zu Boden gerissen." Auf dem Sachsenring nahm sich der junge Mann deshalb Wiedergutmachung vor. Trotz guter Trainingszeiten reichte es am Ende nur für einen Startplatz in der vierten Reihe. "Das ist gerade auf dem Sachsenring, der mir eigentlich liegt, keine optimale Ausgangsposition", sagte Erhard schon damals. Doch aufgrund der Leistungsdichte in der Supersport 300 war mit seiner KTM einfach nicht mehr drin. Dem 10. Platz im ersten Rennen folgte Rang 6 im zweiten Lauf.

Größtes Problem: Das Bike läuft bei längeren Fahrten in der Gruppe heiß und verliert dadurch spürbar an Leistung. "Das konnte ich aber zumindest im zweiten Rennen etwas mindern, indem ich den Windschatten der anderen Fahrer gemieden habe." So konnte er sich langsam zumindest bis auf den 6. Platz nach vorn arbeiten. Nach nur zwei Tagen Pause ging es für Toni Erhard auf dem Lausitzring in den vorletzten Auftritt für dieses Jahr - und wieder scheiterte die Punktejagd am Leistungsproblem der KTM. Hinzu kamen Unebenheiten auf der Strecke. Von Startplatz 14 weg geriet der Pöhlaer in eine größere Gruppe und sah sich mit den üblichen Sorgen konfrontiert. "Die Motortemperatur stieg, die Leistung ließ nach - Platz 17." Im zweiten Lauf wurde es zumindest noch Rang 11.

Zwei Wochen später kamen dem Erzgebirger die wenigen Geraden auf dem Hockenheimring entgegen. Doch auch beim Saisonfinale lief viel schief, etwa aufgrund eines defekten Federbeins. Dennoch sprang für Erhard am Ende Startplatz 11 heraus. "Nicht viel langsamer als die Spitze." Platz 9 im ersten Rennen machte Hoffnung, doch einmal mehr fehlte im zweiten Durchgang der KTM die nötige Leistung, um in der Spitzengruppe wirklich mithalten zu können. "Fahrer, die ich überholt hatte, fingen mich auf der nächsten Geraden spielend wieder ein. So hing ich in der Gruppe fest und mehr als Platz 10 war nicht drin."

Doch wer Toni Erhard kennt, der weiß auch, dass in ihm ein Kämpfernatur steckt. "Ich werde nicht aufgeben und will 2021 wieder angreifen", sagte er schon nach dem "Heimspiel" auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal. Nun gilt es, ein neues Bike zu finden - und gesund über den Winter zu kommen.

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