Niederlage lässt den Druck wachsen

In der Dritten Liga Ost sind die Volleyballer des VC Zschopau auf den vorletzten Platz abgerutscht, dasie sich zum vierten Mal in Folge geschlagen geben mussten. Allerdings hielt der Außenseiter gegen Eibelstadt besser mit als mancher erwartet hatte.

Zschopau.

Freud und Leid haben am Samstag in der Turnhalle des Zschopauer Berufsschulzentrums eng beieinander gelegen. Da war zum einen die zweite Männer-Mannschaft des gastgebenden VC, die mit zwei klaren Siegen gegen den USV TU Dresden (3:1) und den SV Reudnitz (3:0) die Tabellenführung in der Sachsenliga zurückeroberte und damit für einen verheißungsvollen Auftakt dieses Heimspieltags sorgte. Andererseits ließen die Zschopauer Regionalliga-Damen die Stimmung wieder kippen, denn der Tabellenvierte der Ost-Staffel enttäuschte beim 0:3 gegen die Neuseenland-Volleys Markkleeberg (5.). Als ähnliches Auf und Ab erwies sich dann auch der Höhepunkt am Abend, als die erste Männer-Mannschaft des VC in der Dritten Liga Ost gegen den TSV Eibelstadt wieder einmal leer ausging.

"So unzufrieden bin ich gar nicht. Wir haben in den ersten drei Sätzen sehr guten Volleyball gespielt", sagte hinterher Trainer Andreas Richter, dem die Enttäuschung über die vierte Niederlage in Folge kaum anzumerken war. Er machte seine Einschätzung an der Leistung der Mannschaft fest - und die stimmte in drei von vier Sätzen. Problem dabei war, dass lediglich ein Satzgewinn dabei heraussprang. Hatten die Gastgeber den ersten Durchgang mit 20:25 abgegeben, so drehten sie direkt darauf den Spieß um und setzten sich mit dem gleichen Resultat durch. Endlich trugen die Stärken, die Richter in seiner Bilanz hervorhob, Früchte: "Durch unsere stabile Annahme konnten wir vor allem die Spieler auf der Mitte gut einsetzen." Florian Haase und Nils Kindel sorgten so für einige lautstark bejubelte Punkte. Außerdem freuten sich die meisten der knapp 300 Zuschauer über gelungene Blocks.

Nach dem Satzausgleich schien der erhoffte Überraschungssieg in greifbarer Nähe zu liegen, denn auch die Zschopauer Feldabwehr funktionierte an diesem Abend deutlich besser als in den Wochen zuvor. "Aber wir haben aus den gut verteidigten Bällen zu wenig Kapital geschlagen", bemängelte Richter. Wurde ein Ball vom Boden gekratzt, belohnten sich die Motorradstädter nur selten mit dem nächsten Angriffsschlag. Statt seiner Mannschaft einen Vorwurf zu machen, verwies Richter auf die individuelle Klasse des Gegners. Die Eibelstädter, vom VC-Coach als "stärkster Gegner während der Hinrunde" geadelt, waren in den entscheidenden Momenten dann doch zur Stelle. Vor allem in Person von Felix Bendikowski und Lukas Spachmann, die in der Vorsaison noch für den TV/DJK Hammelburg in der 2. Bundesliga ihr Können unter Beweis gestellt hatten. Dieses Duo hatte großen Anteil daran, dass die Gäste den dritten Spielabschnitt mit 25:20 wieder für sich entschieden und Zschopau damit den Zahn zogen. Das abschließende 16:25 fiel für die Erzgebirger unter die Rubrik: Abhaken.

"Wir brauchen einfach zu lange, um den Punkt zu machen", ärgerte sich auch Stefan Timm. Dass er vom Gegner zum wertvollsten Zschopauer Spieler gewählt wurde, freute den Zuspieler natürlich, war aber letztlich nicht mehr als ein unbedeutender Nebenaspekt. "Wichtiger sind die Punkte für den Klassenerhalt", betonte der 32-Jährige. Doch um die zu holen, bedarf es in seinen Augen mehr Cleverness: "Da müssen wir vorn am Netz lockerer im Kopf bleiben und den gegnerischen Block auch mal geschickt anschießen, statt den Ball mit aller Wucht auf den Boden bringen zu wollen."

Die fehlende Lockerheit scheint in dieser Saison generell ein Problem der VC-Herren zu sein. Konnten sie in den vergangenen Jahren immer wieder gegen Favoriten punkten, so blieben ihnen in diesem Spieljahr Überraschungen bislang verwehrt. "Früher haben wir uns gesagt, wir haben nichts zu verlieren. Das versuchen wir auch jetzt, aber aktuell stehen wir so schlecht da, dass der Druck spürbar ist", so Timm. Und genau diesem Druck will der Tabellenvorletzte, der den MTV München vorbeiziehen lassen musste, am kommenden Wochenende standhalten. In Jena (8.) und in Niederviehbach (11.) stehen dann zwei wichtige Auswärtsspiele an.

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