"Ohne Fans will kein Team kämpfen"

Ringen: Regionalliga soll am 10. Oktober beginnen

Thalheim.

Fünf Ringervereine der Regionalliga Mitteldeutschland haben sich für eine Meisterschaftsrunde ausgesprochen. Jörg Richter hat den Präsidenten des Ringer-Verbandes Sachsen, den aus Thalheim stammenden Joachim Kühn (Foto), befragt.

Freie Presse: Mit Thalheim, Gelenau und Pausa/Plauen kommen drei der fünf verbliebenen Teams aus dem Freistaat. Sind Sie zufrieden damit?

Joachim Kühn: Ich bin damit zufrieden, wie die Mannschaftsvertreter konstruktiv miteinander arbeiten. Schließlich geht es für alle um den Sport, um das Ringen. Richtig zufrieden bin ich erst, wenn die Saison ohne Probleme läuft.

Viele Fragen aber bleiben, welche treiben Sie um?

Es sind zwei Dinge, die mich bewegen. Zum einen die Punkte, die wir selbst absichern können - wie Wettkampfordnung und Hygienebestimmungen, die aber von den Vereinen mit dem jeweiligen Gesundheitsamt abzuklären sind. Eine andere Sache sind die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, wie ansteigende Zahlen der Infektionen und Entscheidungen der Politik, die gar zum Saisonaus führen können.

Es wurden mehrere Anträge eingereicht, worauf zielten die ab?

Die Anträge der Vereine spiegeln die Unsicherheiten wieder. Die Turnierform wäre eine gute Möglichkeit gewesen, doch warf dieser Vorschlag ebenfalls Fragen auf. Ich habe mich über die Uneigennützigkeit der Vertreter aus Frankfurt/O. gefreut, die ihren Antrag nach der Debatte zurückzogen und auf Grund der Probleme komplett pausieren. Ein Saisonverlauf mit Hin- und Rückrunde scheint für die Oderstädter und für Germania Potsdam derzeit nicht realisierbar, weil im Land Brandenburg andere Regeln herrschen.

Mit nunmehr fünf Mannschaften entsteht eine eingleisige Liga mit Hin- und Rückrunde, aber ohne Finale. Eine einstimmige Entscheidung?

Diese Entscheidung war einvernehmlich, wenngleich Leipzig danach seine Mannschaft für 2020 noch zurückgezogen hat. Saisonstart soll am 10. Oktober sein.

Auf Grund der zuletzt angestiegenen Infektionszahlen kann es sein, dass ohne ausländische Sportler gerungen wird - eine Belastung für die Vereine?

Für den Großteil der Vereine wäre eine Saison ohne ausländische Gastringer möglich, das wurde jedoch schon bei unserer Umfrage vor einigen Wochen deutlich.

Stand jemals ein Verzicht auf die Meisterschaftsrunde im Raum?

Das Schwert des Damokles schwebt noch immer über uns, über dem Sport generell. Ohne Fans will keiner der Vereine kämpfen. Wenn es positive Fälle in den Mannschaften geben sollte, kann es für das betroffene Team das Aus bedeuten - aber auch für die komplette Meisterschaftsrunde.

Und dann?

Geschieht dies in der Hinrunde, wird die Saison nicht gewertet. Sollte die Meisterschaftsrunde der Regionalliga Mitteldeutschland in der Rückrunde abgebrochen werden müssen, geht die zu dem Zeitpunkt bestehende Tabelle in die Wertung.

Sind Wechsel jetzt innerhalb der Regionalliga möglich?

Wir schließen uns der Bundesliga an, die in dieser Saison Gaststarts ohne Wechsel ermöglicht. Wir haben deshalb den verbliebenen Regionalligisten die Möglichkeit eingeräumt, Ringer aus den pausierenden Teams für als Gaststarter kämpfen zu lassen. Diese Wechselfrist läuft bis zum 19. September. mit mas

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