Oldies aus dem Erzgebirge sahnen ab

Die Motorsportler machen ihre Maschinen winterfest. Nach einer anstrengenden Serie durften sie sich in Dresden zudem über viele Pokale freuen.

Neudorf.

Die Motorsportler des Teams Erz haben den ADMV-Classic-Cup 2018 einmal mehr mit Bravour gemeistert. Nach acht Veranstaltungen, darunter vier als Bergwertung, dürfen sich fast alle über Podestplätze freuen. Nur Bernd Wohlgemuth, der viele Rennen auslassen musste, kam nicht in den Genuss eines Medaillenplatzes. Für die anderen drei Teammitglieder gab es bei der abschließenden Siegerehrung in Dresden einiges abzuholen, hatten sie doch im Laufe der Saison mit starken Leistungen geglänzt.

Zum Abschluss in Köthen war das Erz-Quartett noch einmal komplett am Start. Auf dem Rundkurs über 1,2 Kilometer im Gewerbegebiet lief bei bestem Spätsommerwetter alles super. "Rund 100 Teilnehmer in fünf Motorrad- und zwei Automobilklassen waren vertreten. Der MC Köthen hatte wie immer alles bestens organisiert", lobte Reinhart Päßler. Er durfte sich am Ende über die Plätze 1 und 3 freuen.

Auf seiner Rovin Tour de France, Baujahr 1924, dreht der 71-Jährige noch immer seine Runden bei diesen Gleichmäßigkeitsfahrten. In denen geht es nicht um Höchstgeschwindigkeit, sondern um möglichst identische Zeiten in zwei Läufen. "In Köthen ist mir dies richtig gut geglückt. Zwischen den Läufen lag nur eine Differenz von 0,081 Sekunden", so der Neudorfer, der die Gesamtwertung des Classic-Cups ebenso gewann wie die Sachsenmeisterschaft. Nur in der separaten Bergwertung musste sich Päßler mit dem dritten Platz begnügen. Über Silber in allen drei Wertungen - Cup, Meisterschaft und Berg - durften sich die Annaberger Wolfgang Kilschautzki und Klaus Pellert freuen. Damit war das Erz-Team in der Mannschaftswertung nicht zu schlagen. Nach diesem Sieg ist es kein Wunder, dass die Oldies nach Lage der Dinge auch in der Saison 2019 gemeinsam ihre Runden drehen wollen.

Ganz anders - zumindest hinsichtlich des Wetters - lief es für Päßler zuletzt in Oschersleben. Nach seinem Start in der Deutschen Historischen Meisterschaft in Metz hatte er Lunte gerochen und einen zweiten Lauf dieser Serie in der Motorsportarena angehängt. "Fürchterliches Wetter, Regen, kalt", so der Neudorfer. Er fuhr nach dem Motto "Hauptsache nicht absteigen" - und lag damit richtig. Denn nach den drei Runden war er der Beständigste seiner Klasse, etwa 20 Sekunden besser als der Führende der Gesamtwertung. "Die, die schnell angegangen waren, konnten bei heftiger werdendem Regen ihre Referenzzeiten einfach nicht halten", gab Päßler zu. Da er sehr vorsichtig ans Werk gegangen war, kam ihm dies dann zugute. Er selbst stellte seine Rovin dann allerdings ab. "Als noch Kantenwind einsetzte, war die mit nur 82 Kilogramm sehr leichte Maschine kaum mehr zu halten", begründet er seine Entscheidung. Ohnehin herrschten inzwischen irreguläre Bedingungen, sodass die Vernunft ein Stoppzeichen setzte. Da das Klassement bei nur zwei Starts sowieso kein Rolle bei Reinhart Päßler spielte, betonte der 71-Jährige das Entscheidende: "Saison unfallfrei beendet."


Auch mit 80 Jahren noch topfit

Reinhart Päßler holte auf seiner Rovin Tour de France, Baujahr 1924, im Laufe der Saison 107 Punkte. Damit war dem 71-jährigen Neudorfer im ADMV Classic-Cup, in der Sächsischen Meisterschaft und in der Bergmeisterschaft jeweils Platz 1 sicher.

Wolfgang Kilschautzki pilotierte eine 1978 gebaute Malanca RE 125 über die Rennstrecken und sammelte dabei 96 Punkte. Damit landete der Annaberger in allen drei Wertungen auf dem zweiten Platz.

Klaus Pellert ist auch mit 80 Jahren noch sehr aktiv. In der Klasse 3.1 war er sogar als Doppelstarter gemeldet. Seine Honda RS 175, gebaut im Jahr 1965, verhalf ihm zu 81 Punkten. Damit wurde auch Pellert in allen drei Klassen Vizemeister.

Bernd Wohlgemuth ließ es mit lediglich drei Starts ruhig angehen. Dabei sammelte er aber immerhin 33 Punkte, die ihm im Classic-Cup Rang 10 einbrachten. Unterwegs war er auf einer Jawa 354-06, Baujahr 1961.

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