Ost-Derby läutet knallharte Saison ein

Die Bundesliga-Ringer des FC Erzgebirge Aue bekommen es mit starker Konkurrenz zu tun. Deshalb zählt vorerst allein der Klassenerhalt.

Aue.

Es wird eine enge Kiste. "Da brauchen wir uns nichts vormachen", sagt Björn Schöniger als Chefcoach der Auer Ringer, die am Sonnabend mit einem Kracher-Duell in die Bundesliga-Saison 2019 starten: Erster Gradmesser für den FC Erzgebirge ist der RSV Greiz. "Eine Wundertüte." Das Ost-Derby hätte Schöniger gern erst später auf dem Zettel gehabt. "Um uns besser auf das Team einstellen zu können", so der 36-Jährige. Nun müssen die Auer aus der Kalten zeigen, was in ihnen steckt.

Leichter wird es kaum. Vor Schöniger und seinen Männern liegt eine harte Saison. Besonders zwei der vier Abgänge - Brian Bliefner (Lübtheen) und Niklas Ohff (Thalheim) - schmerzen. "Weil sie teils zu kurzfristig erfolgten, um noch für Ersatz sorgen zu können." Doch den Auern gelangen auch fünf hochkarätige Neuverpflichtungen. Darunter Said Gazimagomedov. "Von Beruf Athlet. Er gewinnt einfach alles, kommt aus der russischen Hochburg des Freistils und trainiert mit der Nationalmannschaft." Der Pole Krzysztof Bienkowski (29) gilt als Taktikfuchs und war Fünfter der WM 2019. Der 26-jährige Ungar Zsombor Gulyas ringt nun wie seine Freundin Jane Schmieder für Aue. Viel Potenzial habe auch Ilja Matuhin (23) vom Luckenwalder SC, dessen Eltern aus Moskau stammen. Die Granaten-Verpflichtung erfolgte in der schweren Klasse. So wollte der langjährige Auer Kapitän Nico Schmidt (40) aufhören. Ersatz war also dringend nötig. Er wurde in Christian John (25) vom TuS Adelhausen gefunden. Der amtierende deutsche Meister soll ähnlich erfolgreich wie sein Vorgänger im 130-Kilogramm-Limit punkten. Seine Stärken seien Würfe, Schulterschwünge und Rollen. "Er suchte einen Verein mit familiärem Charakter. Da lud ich ihn sofort ein - und er sagte zu." John sei im Zuge des Generationswechsels in dieser Gewichtsklasse ein echter Glücksgriff. "Wir sind stolz, dass wir ihn für uns gewinnen konnten." Routinier Schmidt hängt ebenfalls noch ein Jahr ran und stärkt auch der zweiten Mannschaft den Rücken.

Andere wichtige Athleten habe man halten können. Etwa den Polen Mariusz Los, den zuverlässigen Rolf Linke aus Stralsund, Erfolgsgarant und Publikumsliebling Mate Krasznai, Routinier Pierre Vierling und viele mehr. Eigengewächse wie Roy Gläser, Connor Sammet, Jakob Barth und Maximilian Becher wolle man fördern und fordern. "Es ist der gesunde Mix, der uns auszeichnet."

Zum Saisonstart kommt es dicke. Nach Greiz am Sonnabend folgt eine englische Woche. Am 3. Oktober gastiert mit Burghausen der deutsche Meister in Aue, ehe es zwei Tage später nach Nürnberg geht. Auch die Neulinge der Liga seien Hochkaräter, sagt Schöniger mit Blick auf den ASV Schorndorf und seine zehn Zugänge sowie die Red Devils Heilbronn, die unter anderem den dreifachen Weltmeister Frank Stäbler aufbieten. "Wir haben die härteste Staffel erwischt." Daher zähle allein der Klassenerhalt, so Abteilungsleiter Uwe Günther. Die Vorfreude ist dennoch groß. Etwa auf den 15. November, wenn Greiz zum Freitags-Duell in Aue gastiert. "Vor voller Halle", sagt Schöniger. So haben sich benachbarte Vereine wie Lugau und Thalheim schon im Publikum angemeldet. "Sonst überschneiden sich die Kampftermine der verschiedenen Ligen leider meist, obwohl es sich viele anders wünschen." Ein Kraftakt seien die Doppelkampftage. Der erste steigt am 9. und 10. November - auswärts bei Lichtenfels, daheim gegen Hallbergmoos. In der Fremde übernachten die Veilchen vom 7. auf den 8. Dezember, wenn sie erst gegen Schorndorf und dann gegen Heilbronn ran müssen.


Fakten zur Saison 2019

Die Ringer des FCE treten in der Bundesliga-Staffel Südost an. Diese gilt unter Experten als stärkste im Dreier-Feld. Die Veilchen bekommen es mit folgenden Gegnern zu tun: AC Lichtenfels, SV Hallbergmoos, SV Johannis Nürnberg, SV Wacker Burghausen, Red Devils Heilbronn, ASV Schorndorf und RSV Rotation Greiz.

Der Kader der Auer Ringer setzt sich wie folgt zusammen: 57 kg: Said Gazimagomedov (Freistil), Mariusz Los (klassisch), Pierre Vierling (F/k); 61 kg: Gazimagomedov, Los, Vierling, Roy Gläser (F/k); 66 kg: Phillip Herzog (F), Mate Krasznai (k), Krzysztof Bienkowski (F); 71 kg:Herzog, Krasznai, Bienkowski, Maximilian Becher (k); 75 kg:Zsombor Gulyas (F), Krisztian Jäger (k), Jakob Barth (F); 80 kg: Franco Büttner (F), Francis Weinhold (k), Jacek Tomaszewski (k), Nik Müller (k); 86 kg: Büttner, Weinhold, Tomaszewski, Connor Sammet (k); 98 kg: Rolf Linke (k), Ilja Matuhin (F); 130 kg: Christian John (k), Nico Schmidt (F)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...