Packendes Derby ohne Sieger

Das 4:4 zwischen Niederwürschnitz und Stollberg verdichtet die Tabellenspitze in der Badminton-Sachsenklasse weiter. Beide Vereine haben den Aufstieg im Visier - und gehen doch sehr unterschiedlich mit dem Thema um.

Niederwürschnitz.

Der TSV Niederwürschnitz und der BC Stollberg-Niederdorf haben sich in der Badminton-Sachsenklasse mit einem 4:4-Unentschieden getrennt. In der Niederwürschnitzer Halle zeigten beide Teams trotz Personalmangel eine spannende und abwechslungsreiche Partie. Beide Mannschaften wechselten sich als Sieger munter ab, vor den letzten beiden Partien - dem dritten Herren-Einzel und dem gemischten Doppel - stand es 3:3.

Die beiden finalen Duelle wurden parallel ausgetragen. Im Mixed hatte das Niederwürschnitzer Duo Holger Wandelt und Judith Marschner ihre Gegner Maik Hänig und Franziska Hilmer schon so gut wie bezwungen, doch mit einer Serie von sechs Punkten in Folge kamen die Stollberger noch einmal zurück und drehten die Partie. Für das Gesamt-Remis war diese Wende aus Sicht des Tabellenzweiten auch bitter notwendig, denn parallel dazu besiegte Nico Petersen seinen Gegner Lorenz. Der Niederwürschnitzer machte es dabei noch einmal unnötig spannend und ließ seinen Kontrahenten im dritten Durchgang noch einmal von 13:20 auf 19:20 herankommen, band den Sack dann aber doch noch rechtzeitig zu. Wie ausgeglichen das Derby wirklich war, zeigt auch der Blick auf die jeweiligen Einzelduelle, von denen die Hälfte über die komplette Distanz von drei Sätzen gingen. Und so waren sich am Ende auch alle einig, dass die Punkteteilung das gerechteste Ergebnis darstellt, zumal beide Seiten mit Personalproblemen zu kämpfen hatten. So fehlte bei den Stollbergern Caroline Schäfer krankheitsbedingt, die Niederwürschnitzer mussten auf Andreas Pischel verzichten, den Florian Ihm vertrat. Der 19-Jährige kam zu seinen ersten beiden Einsätzen in dieser Saison, zog aber sowohl im Doppel als auch in seinem Einzel den Kürzeren. Laut Holger Wandelt befindet sich der Verein gerade im Umbruch. In den vergangenen Jahren habe es einen hohen personellen Aderlass gegeben, weshalb man verstärkt auf die Jugend setze. "Vor zwei, drei Jahren hatten wir teilweise nur fünf Jugendspieler. Jetzt sind es rund 30", erklärt Wandelt. Zudem hofft er auf die Rückkehr einiger Talente, die zuletzt abgewandert sind. "Einige haben uns signalisiert, dass sie bei einem Aufstieg wieder bei uns spielen wollen." Daher sei es auch das Ziel des Vereins, zumindest den zur Relegation berechtigenden zweiten Platz in der Tabelle zu erreichen - momentan ist das Team Dritter. "Von den restlichen sechs Partien treten wir noch viermal zuhause an", so der Niederwürschnitzer.

Einen Strich durch die Rechnung kann dem TSV ausgerechnet der Konkurrent aus Stollberg machen, der den Relegationsrang bereits inne hat. Im Gegensatz zu den Niederwürschnitzern üben sich die BC-Verantwortlichen in Zurückhaltung. "Wir warten mal ab, was die nächsten beiden Spiele gegen Leipzig und Zwenkau bringen und dann sehen wir weiter", sagt Marcus Gundermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vereins. Die Vorsicht ist begründet: Wie Aufstiegsträume zerplatzen können, haben die Stollberger in der vergangenen Saison bemerkt - da scheiterten sie in der Relegation denkbar knapp an Meerane. Mit dem Unentschieden im Derby zeigte sich Gundermann indes zufrieden. "Dass wir im Mixed gewinnen, war überraschend. Dafür hätten wir nicht gedacht, zwei der drei Herren-Einzel abzugeben." Mit einem Sieg über den TSV hätte den Stollbergern im Übrigen sogar die Tabellenführung gewinkt. Spitzenreiter Radebeul musste sich überraschend beim Tabellenvierten Meißen mit 2:6 geschlagen geben.

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