Podest bei EM-Finale verpasst

Voller Optimismus war Nico Kehrer nach Most gereist, wo dem Motorrad- rennfahrer aus Hohndorf sogar noch eine Medaille in der Europameisterschaft winkte. Doch dann traten altbekannte Probleme auf.

Most/Hohndorf.

Mit guten Ergebnissen in Most hätte sich Nico Kehrer sogar noch auf einen Podestplatz der Supermono-FIM-Europameisterschaft katapultieren können. Schließlich standen auf der ihm bestens bekannten tschechischen Rennpiste noch drei Rennen auf dem Programm. Ausreichend Gelegenheiten also, um beim Saisonfinale Zähler zu sammeln. Tatsächlich sollte der Motorradrennfahrer aus Hohndorf sein Punktekonto aufbesser. Für eine Medaille reichte es aber letztlich nicht, da er dreimal am Siegertreppchen vorbeifuhr. In den Rennen lief es ähnlich wie in der Gesamtwertung, in der Platz 6 für Kehrer zu Buche steht.

Auf seiner Skorpion-KTM erwischte der 41-Jährige zunächst einen guten Start, denn im ersten Qualifying fuhr er die zweitbeste Zeit. "Allerdings hat es da geregnet, damit kommen unsere Reifen offenbar besser zurecht", berichtet Vater und Betreuer Johannes Kehrer. Später spielte sich alles im Trockenen ab - und da machten altbekannte Sorgen den Kehrers zu schaffen. "Wir haben nach wie vor Probleme mit der Abstimmung der Reifen", so der Senior. Ausrüstung aus der 250er-Klasse, mit der es in den vergangenen Jahren blendend lief, steht nicht mehr zur Verfügung. Trotz vieler Experimente wurde bislang kein adäquater Ersatz gefunden. "Wir haben viele Kombinationen verschiedener Arten und Marken ausprobiert, doch eine optimale Lösung war nicht dabei", sagt Johannes Kehrer. Das große Potenzial, über das sein Sohn nach wie vor verfüge, könne dieser wegen der Probleme nur schwer auf die Straße bringen.

Aufgrund der schwierigen Voraussetzungen waren die in Most gezeigten Leistungen sogar noch zufriedenstellend. So fuhr Nico Kehrer vom sechsten Platz, den ihm das zweite Qualifying beschert hatte, im ersten Rennen auf Rang 5 vor. "Bronze war da gar nicht so weit weg", meint der Vater. Auf die anderen beiden Rennen traf diese Aussage nicht zu. Überquerte der Hohndorfer nach dem zweiten Start als Siebenter die Ziellinie, so musste er zum Abschluss vorzeitig absteigen. Ausfall der Benzinpumpe, so die Diagnose. Der Frust hielt sich aber in Grenzen, denn das Podest lag da ohnehin schon außer Reichweite. Von dort aus strahlten der souveräne Titelträger aus den Niederlanden sowie zwei Österreicher ins Publikum. Dahinter landeten Fahrer aus der Türkei und Italien, ehe Nico Kehrer bei der Ehrung aufgerufen wurde.

"Jetzt lassen wir das Ganze erst einmal sacken", sagt Johannes Kehrer und erklärt die Saison damit offiziell für beendet. Dies ändert aber nichts daran, dass die Technik schon diese Woche wieder zerlegt, repariert und neu aufgebaut wird. "Stillstand ist Rückschritt", lautet das Motto der Kehrers, die nächstes Jahr wieder voll angreifen wollen.

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