Pokalsieg krönt historische Saison der Drebacher Krokusse

Mit dem Gewinn seines allerersten Doubles ist der FV Krokusblüte in die Fußstapfen der Kicker aus Olbernhau getreten. Allerdings gab es im Pokalfinale gegen Sosa mehr Diskussionen als in der äußerst souveränen Meisterschaft.

Marienberg.

Nachdem im vergangenen Sommer die Olbernhauer Fußballer sowohl den Titel in der Erzgebirgsliga als auch den Erzgebirgspokal gewonnen hatten, ist dieses Kunststück nun wiederholt worden. Diesmal waren es die Kicker des FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach, die das Geschehen im Kreis dominierten - und nebenbei Geschichte schrieben. Genau 20 Jahre nachdem die Krokusse ihre bislang einzige Chance aufs Double im Elfmeterschießen des Pokal-Finales gegen Lößnitz vergeben hatten, durfte nun in Marienberg gefeiert werden. Vor mehr als 400 Zuschauern gelang ein 3:0-Sieg gegen den FSV Sosa.

Im diesjährigen Pokal-Endspiel waren die Rollen klar verteilt. Auf der einen Seite der frisch gebackene Erzgebirgsmeister, der die gesamte Konkurrenz klar hinter sich gelassen hatte. Und auf der anderen der Tabellenzweite der Kreisliga Ost, der sieben Ausfälle und dazu noch jede Menge Frust zu kompensieren hatte. Doch der eine Woche zuvor knapp verpasste Erzgebirgsliga-Aufstieg schien den Außenseiter eher zu beflügeln. "Wir waren sehr gut eingestellt", sagt Sosas Spielertrainer Rico Fengler, der in seinem Abschiedsspiel aufgrund eines Muskelfaserrisses nur von der Bank aus Einfluss nehmen konnte.

"Aus einer kompakten Defensive wollten wir uns aufs Kontern verlegen, und das hätte nach zehn Minuten fast geklappt", berichtet der 40-Jährige Sosaer, der voller Hoffnung das Solo von Kevin Otto verfolgte. Doch der schlug an der Strafraumgrenze einen Haken zu viel - und vergab damit die einzige Sosaer Chance für lange Zeit. Fortan erhöhten die Krokusse die Schlagzahl, anfängliche Probleme bekamen sie in den Griff. "Sicherlich waren die Jungs zunächst etwas nervös. Wir spielen ja nicht jeden Tag so ein Finale", sagt FVK-Trainer André Feig, der in den ersten 20 Minuten das sichere Kurzpass-Spiel in seinen Reihen vermisste. Als dieses endlich zum Tragen kam, wuchs der Druck. Mehrere Flanken fanden keinen Abnehmer. Aber als nach einer ähnlichen Situation ein Nachschuss von einem Sosaer im Strafraum mit der Hand geblockt wurde, gab es Elfmeter - und Martin Horn ließ sich die Chance zur Führung nicht entgehen (29.). Wurde in dieser Szene kaum reklamiert, so war die Aufregung sechs Minuten später riesig. Lange und intensiv redeten die Sosaer Kicker auf den Unparteiischen Mike Auge ein, weil dieser den Treffer von Kevin Sieber gab, der aus Sicht des Außenseiters wegen Abseitsstellung irregulär war. Tatsächlich hatte der Linienrichter die Fahne gehoben, allerdings war der Ball nach Einschätzung des Referees von einem Sosaer gespielt worden. "Für uns war das der Genickbruch", meint Rico Fengler. Allerdings bleibt der FSV-Spielertrainer trotz aller Enttäuschung bei seinem Fazit realistisch und fair: "Insgesamt war der Drebacher Sieg natürlich verdient. Das war ein starker Gegner, der mit seiner individuellen Klasse das Spiel fast über 90 Minuten bestimmt hat."

Auch in den Augen von André Feig war das 2:0 zwar "umstritten, aber nicht spielentscheidend". Vielmehr hätten sich seine Schützlinge den Erfolg mit der zunehmenden Sicherheit im Passspiel und zahlreichen Chancen erarbeitet. Vor allem Kenny Schmidt und Kevin Sieber sorgten für Gefahr, doch nur letzterer konnte in der zweiten Halbzeit ein Tor nachlegen. Die Höhe des Sieges war Spielern, Betreuern und Fans am Ende auch egal: Nach dem Schlusspfiff feierten sie wie einst die Olbernhauer, denen nun auch in der Landesklasse West nachgeeifert werden soll. Bekanntlich spielten den SVO-Kicker als Aufsteiger eine beachtliche Saison und landeten in der Abschlusstabelle auf Platz 6.

Statistik Drebach/Falkenbach: Schreiter; Haustein, Horn (71. Fritzsch), Freigang, Graubner, Groschopp, Teichmann (86. Böhm), Gärtner (76. Merkel), Schmidt, Sieber, Weber; SR: Auge (Zschopau); Z: 401; T: 1:0 Horn (29./HE), 2:0/3:0 Sieber (35./61.).

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