Potenzial nicht vollends ausgeschöpft

Bei der Deutschen U-16-Meisterschaft im Mehrkampf haben die Leichtathletinnen an einer Mannschaftsmedaille geschnuppert. Trotzdem war ihr Trainer nicht wirklich zufrieden.

Halle/Gelenau.

Mit 65 Starterinnen bei der Deutschen U-16-Meisterschaft im Mehrkampf war die Konkurrenz so groß wie selten zuvor gewesen. "Das war eine exorbitante Beteiligung. So etwas habe ich zuvor noch nie erlebt", sagt Trainer Maik Werner vom LV 90 Erzgebirge, der in Halle/Saale selbst drei Leichtathletinnen seines Vereins betreute. Doch obwohl diese als Vierte der Mannschaftswertung eine Medaille in diesem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld nur knapp verpassten, runzelte der Trainer hinterher eher die Stirn. "Leider haben es die Mädels diesmal nicht geschafft, das Optimum herauszuholen", lautete seine Bilanz.

Bei allen drei W-15-Starterinnen wäre mehr drin gewesen, doch letztlich landeten Svenja Hübner (16.) mit ihren 3569 Punkten, Rosalie Weber (18./3558) und Lennya Fuhrmann (28./3420) allesamt im Mittelmaß. So waren auch ihre Leistungen einzuschätzen, bei denen die jungen Erzgebirgerinnen nur selten an ihr Limit gelangten. So stellten die 1,49 Meter von Rosalie Weber im Hochsprung die einzige persönliche Bestleistung aus Sicht des LV 90 dar. Ansonsten konnten weder sie noch ihre Vereinskameradinnen ihre Werte aus der Vergangenheit übertreffen. "Ganz in Ordnung waren neben den Zeiten im Hürdenlauf noch die Weiten im Speerwerfen", sagt Werner. Doch selbst in ihrer Paradedisziplin musste beispielsweise Svenja Hübner mit 36,91 Metern fünf Konkurrentinnen den Vortritt lassen.

Warum es bei den Titelkämpfen nicht wirklich nach Wunsch lief, weiß der LV-90-Trainer nicht genau. Am Wetter habe es nicht gelegen, da es an der Saale - im Gegensatz zum Erzgebirge - stets trocken blieb und auch angenehme Temperaturen herrschten. Auch eine außergewöhnliche Nervosität nahm der Coach bei seinen Schützlingen nicht wahr: "Die Mädels haben sich normal erwärmt wie immer. An der Einstellung hat es nicht gelegen." Womöglich wurde aber während der Wettbewerbe dann doch die Bedeutung des Wettkampfes zu einem mentalen Faktor. "Da sowohl die Deutschen U-16-Meisterschaften im Block-Mehrkampf als auch die in den einzelnen Disziplinen abgesagt wurden, war dies die einzige Möglichkeit in dieser Altersklasse, sich auf nationaler Ebene zu beweisen", erklärt Werner.

Auswirkungen der Corona-Pandemie waren aber natürlich auch in Halle zu spüren. Sportler und Trainer mussten zeitweise Masken tragen - zum Beispiel bei der Abgabe von Formularen oder Sportgeräten. Im Eingangsbereich wurde Fieber gemessen. Und auch im Wettkampf selbst griff das Hygienekonzept, indem unter anderem die Hochsprunglatte nach jedem gerissenen Versuch desinfiziert wurde. Laut Werner stellte dies aber keinerlei Belastung dar. Stattdessen dankte er dem gastgebenden SV Halle für einen "toll organisierten Wettkampf". Und auch im Fall der eigenen Schützlinge hatte der LV-90-Trainer am Ende eher positive Worte parat: "Die Mädels haben sich durchgekämpft, auch wenn es nicht zur Medaille gereicht hat."

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