Rallye Erzgebirge: Favorit gewinnt Regenschlacht

Mit Fabian Kreim hat der aktuell Führende der deutschen Meisterschaft die Rallye Erzgebirge gewonnen. Licht und Schatten erlebten indes Lokalmatadoren.

Stollberg/Grünhain.

Was für eine Schrecksekunde: Der Honda Civic von Stefan Weigel ist bei der 56. Rallye Erzgebirge in Flammen aufgegangen. Er und seine Co-Pilotin Frederike Sandberg konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. "Wir sind über die Beifahrertür rausgekrabbelt", so Weigel. Bis auf Prellungen kam das Duo vom MC Grünhain mit dem Schrecken davon. "Wir hatten echt Glück", sagte der Schwarzenberger am Sonntag.

Das Unglück war am Sonnabend auf einer schnellen Passage der Wertungsprüfung Oberdorf geschehen. "In einer Rechtskurve brach plötzlich das Heck aus, wir rutschen seitlich an Bäumen entlang, drehten uns und schlugen rückwärts ein", so Weigel. Dabei ging der Tank auf und das Auto stand kurz nach dem Aufprall in Flammen. "Auslöser für das Wegrutschen war vermutlich eine leichte Ölspur", so Weigel. Er sei froh, dass es glimpflich abging. "Das müssen wir erst mal verdauen."

Weit besser lief es für Sepp Wiegand, der nach langer Pause für das Rallyeteam Sachsen im Ford Fiesta R2T einen eindrucksvollen Wiedereinstieg feierte. Er wurde Gesamtzehnter und gewann die 2WD-Wertung - mit einem Vorsprung von beinahe fünf Minuten. Einen solchen Erfolg hatte sich der Grünhainer im Vorfeld sehnlich gewünscht. Es ist somit ein versöhnlicher Saisonabschluss, nachdem es zuletzt im Opel Adam R2 wegen technischer Defekte mäßig lief. Bereits am Freitagabend setzte sich Wiegand an die Spitze und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Rang 3 in Gruppe und Klasse (gesamt 22.) feierte das Schneeberger MCG-Team um Andreas Schramm im VW Polo. Tobias Edelmann und Markus Ernst siegten im Skoda Fabia 1.4 in der Klasse, wurden Gruppenvierte (24.). Trabant-Pilot Michael Schröder holte mit Co-Pilot Stefan Kupsch zweimal Silber (39.).

Den Gesamtsieg sicherte sich im Erzgebirge Fabian Kreim, der Führender im Kampf um die deutsche Meisterschaft ist - bei noch einem Rennen. Vor 150 Besuchern, die bei nasskaltem Wetter die Zielankunft auf dem Stollberger Markt verfolgten, reckte er den Siegerpokal in die Höhe. "Das war eine Rallye, die wirklich alles hatte", so Kreim. Vor allem viel Wasser. Schon am Freitag gab es heftige Niederschläge, am Samstag regnete es nahezu durchgängig. Verbunden mit der deutlich längeren Strecke von fast 150 Kilometern, war es eine der schwierigsten Erzgebirgsrallyes seit langem. Feldwege verwandelten sich in Schlammpisten. "Der Asphalt war spiegelglatt", sagte Porsche-Fahrer Ruben Zeltner, der mit Ehefrau Petra am gemeinsamen Hochzeitstag auf Platz 7 einkam und sich hochzufrieden zeigte.

Das war auch Denny Michel vom Veranstalter Chemnitzer AMC. Das miese Wetter habe sich nicht negativ auf die Begeisterung ausgewirkt. "Die Resonanz an der Strecke war sehr gut." Allerdings erreichten von 67 Startern nur 45 das Ziel. Schon bei den Testfahrten am Donnerstag verunglückte Carsten Mohe aus Crottendorf mit seinem Renault und landete mit Prellungen in der Klinik. Am Sonnabend mussten die Prüfungen in Oberdorf beziehungsweise Bad Schlema nach Unfällen abgebrochen werden.

Zweiter wurde der Oberbayer Hermann Gassner, Dritter mit dem Lichtentanner Julius Tannert ein Fahrer aus der Region. Die 57. Rallye Erzgebirge steigt bereits am 17. und 18. April. "Das heißt, wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen", so Michel.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...