Reise an die Nordsee soll sich mit Punkten bezahlt machen

Handball-Zweitligist EHV Aue ist heute Abend beim Wilhelmshavener HV zu Gast. Nach dem Hinspiel wechselten die Erzgebirger den Trainer.

Wilhelmshaven.

Schon gestern haben sich die Zweitliga-Handballer des EHV Aue auf die rund 600 Kilometer lange Fahrt zum Spiel in Wilhelmshaven gemacht. In Sande, einem Vorort, wurde laut Manager Rüdiger Jurke übernachtet, um heute topfit zu sein, wenn 19.30 Uhr in der Nordfrost-Arena der Anpfiff ertönt. "Denn wir reisen nicht dahin, um uns die Nordsee anzugucken, sondern um beim HV zu gewinnen", sagt Jurke und ergänzt: "Wir müssen noch mal auswärts punkten."

Da erscheinen die Wilhelms- havener von den verbleibenden Gegnern tatsächlich als der machbarste. Folgen dann doch nur noch die Fahrten zur TSG Ludwigshafen-Friesenheim, die Platz 6 belegt, und zum aktuellen Zweiten Bietigheim. Der Blick auf die Tabelle verrät indes, dass die Begegnung heute Abend für die Norddeutschen sogar noch wichtiger ist als für die Erzgebirger. Während der EHV vier Punkte Luft zum ASV Hamm-Westfalen auf dem ersten Abstiegsplatz hat, trennt die Gastgeber gerade einmal ein Zähler vom ASV. Denn sie ver- loren am jüngsten Doppelspieltag beide Partien. War die 25:29-Niederlage beim Fünften in Bad Schwartau wahrscheinlich einkalkuliert, so tat die zuvor erlittene 27:35-Pleite in eigener Halle gegen den als punktgleicher Tabellennachbar angereisten TV Emsdetten richtig weh. Weil es eben bezogen auf diesen vermaledeiten viertletzten Rang so eng zugeht, dass auch die Auer noch nicht aus dem Schneider sind.

Zugleich war es für die Männer vom Jadebusen nach acht siegreichen Auftritten hintereinander ihre erste Niederlage vor eigenem Publikum. Denn ausgerechnet nach dem 25:23-Erfolg über den EHV Aue in der Erzgebirgshalle Ende November hatte Wilhelmshaven bis zum vo- rigen Wochenende kein Heimspiel mehr verloren. Außerdem wandelte sich für das Team von Trainer Christian Köhrmann, der seinen Vertrag gerade bis 2023 verlängert hat, auch sonst eine bis zur Partie in Lößnitz katastrophale Saison zum Besseren. Die Erzgebirger wiederum trenn- ten sich nach der ernüchternden Schlappe gegen den damaligen Vorletzten von Coach Maik Handschke, und Stephan Swat übernahm das Ruder. Seither segeln auch die Auer wieder auf dem Kurs zum Klassen-erhalt. Es scheint also eine Art unsichtbare Verbindung zwischen beiden Teams zu geben.

Darüber macht sich EHV-Trainer Stephan Swat indes keine Gedanken. Ihm geht es vor allem darum, dass seine Männer gegen die heimstarken Wilhelmshavener um ihren Toptorschützen Tobias Schwolow (147 Treffer/24 Strafwürfe) auswärts mal wieder etwas holen. "Wenn wir mal in Rückstand geraten, ist das durchaus normal. Aber wir müssen die Phasen, in denen es nicht so gut läuft, kürzer halten, damit der Abstand gering bleibt." Denn das Aufholen kostet viel Kraft. "Der HV ist ein Stück weit mehr unter Druck als wir. Diesen Druck wollen wir noch verstärken, indem wir das Spiel ausgeglichen halten", erklärt Swat.

Torhüter Robert Wetzel, den zuletzt eine heftige Erkältung erwischt hatte, ist wieder an Bord. Der nach wie vor nicht hundertprozentig fitte Marc Pechstein beißt sich eben- falls durch. Für Marcel Schäfer, den Fußprobleme plagen, gehört Pascal Ebert zum Aufgebot.

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