Schlammschlacht zum Auftakt

Weil das Wetter nicht so mitspielte wie erhofft, musste die Strecken- führung beim ersten Lauf des sächsischen Enduro- Jugend-Cups geändert werden. Dennoch gab es auch strahlende Gesichter.

Kemmlitz.

Es hätte ein perfekter Saisoneinstand werden können. Insgesamt 74 Nachwuchs-Enduristen hatten für den ersten Lauf des ADAC Sachsen Enduro-Jugend-Cups in Kemmlitz gemeldet. Ein verdienter Lohn für den MSC Weiße Erde Kemmlitz, der eine abwechslungsreiche Strecke präsentieren konnte. Sogar die Sonderprüfung wurde im Vergleich zum Vorjahr deutlich erweitert und erhielt mit neuen Waldpassagen und kniffligen Auffahrten zusätzlich Würze. Teils heftiger Regen vor dem Start ließ jedoch das komplette Areal in Nordsachsen binnen kürzester Zeit zu einem rutschigen Schlammfeld werden.

Zwar wurde die Einführungsrunde für die kleinen Klassen noch gestartet, doch bereits nach wenigen Metern wegen Unbefahrbarkeit der Strecke abgebrochen. Daraufhin beschloss die Fahrtleitung, die Etappenführung komplett zu streichen und nur die Sonderprüfung zu absolvieren. Doch auch diese Herausforderung war für die Jüngsten mit ihren Automatik-Motorrädern zu groß, sodass der Wertungslauf für die 50-ccm-Klasse abgesagt wurde.

Auch auf die höheren Klassen hatte die Witterung Einfluss. Während sich einige Fahrer mit den ungewohnt harten Bedingungen sichtlich schwertaten, blühten andere auf der rutschigen Piste auf. Einer von ihnen war Jeremy Göthel. Der Zwölfjährige vom Offroad-Club Hilmersdorf überraschte mit Platz 2 in der Klasse bis 85 ccm/A. "Trotz der schwierigen Bedingungen habe ich mich richtig wohl gefühlt. Ich mag Schlamm, mir macht das nichts aus", sagt der Niederwiesaer, der seit jeher auch bei schlechtem Wetter seine Trainingsrunden dreht und sich dank des Podestplatzes über eine kleine Aufbesserung seines Taschengeldes freuen durfte. "Ich habe mit Papa ausgemacht, wenn ich aufs Treppchen fahre, gibt es ein paar Euro", so der glückliche Zweite.

Niclas-Leon Kallmeyer, der Titelverteidiger in der 125-ccm-Jugendklasse, kam nur schwer in Tritt. "Ich habe überhaupt keinen Rhythmus gefunden. Auch der Versuch, meinen Fahrstil den rutschigen Gegebenheiten besser anzupassen, brachte kaum etwas", berichtet der Großrückerswalder. Dennoch gelang ihm die beste Zeit im letzten Durchgang - und damit Rang 2. Der Sieg ging an einen Hilmersdorfer Vereinskollegen. Mit einer eindrucksvollen Vorstellung überraschte der Gelenauer Jeremy Nimmrich alle - sich selbst wohl am meisten. "Ich hatte gehofft, es unter die besten Fünf zu schaffen. Ein Podestplatz wäre schon ein Traum gewesen. Dass es sogar zum Sieg gereicht hat, ist natürlich richtig super", strahlte der 15-Jährige übers ganze Gesicht. Für die Strecke fand er nur lobende Worte: "Richtig geil. Ein wirklich sehr schöner Enduro-Test. Es hat total viel Spaß gemacht." Ähnlich sah es auch Sina Dehne, die es bei der Premiere der Ladies-Wertung als Dritte aufs Treppchen schaffte. "Es war wirklich hart, aber auch schön. Platz 3 ist in Ordnung, auch wenn ich mir fast ein wenig mehr erhofft hatte. Da muss ich wohl bis zum nächsten Lauf in drei Wochen noch etwas mehr trainieren", sagte die Großolbersdorferin schmunzelnd.

 

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