Schuften für den großen Traum

Fahrradtrialer Ben Roder bereitet sich derzeit in Baden-Württemberg intensiv auf die Weltjugendspiele in Italien vor. Schon die Nominierung ist ein Riesenerfolg für den Neunjährigen.

Brünlos/Thalheim.

Training und ein Wettkampf auf höchstem Niveau statt Ferien und Beine schaukeln: Fahrradtrialer Ben Roder vom MSC Thalheim hat die erste Phase der Vorbereitung auf die Weltjugendspiele des Weltverbandes UCI, die vom 3. bis 5. August im italienischen Lazzate über die Bühne gehen, abgeschlossen. "Das ist quasi die Weltmeisterschaft für die jüngeren Nachwuchsklassen", sagt sein Vater Mirko stolz. Nach seinen hervorragenden Ergebnissen in dieser Saison bei der Deutschen Meisterschaft sowie im Pokal, die so nicht zu erwarten gewesen seien, sei sein Filius vom Bund Deutscher Radfahrer für den Nationalkader und damit für Italien nominiert worden.

Zunächst ging es aber nach Baden-Württemberg, konkret nach Schatthausen. Das Dorf im Kraichgau, eigentlich ein Ortsteil der Stadt Wiesloch, ist eine Fahrrad-Trial-Hochburg. Ben Roder hat dort stressige Tage hinter sich, fand sich im Trainingslager aber gut zurecht. "Ben hat von verschiedenen Trainern Hinweise bekommen, in welchen Bereichen er sich weiter verbessern kann", sagt Mirko Roder. Dies betreffe zum Beispiel das Hinterradspringen, die Haltung auf dem Rad sowie Übungen, in denen es um das Gleichgewicht geht. Es sei hilfreich, wenn auch mal andere Trainer als sonst die Richtung vorgeben, ist sich der Vater sicher.

Dabei wollte das Gespann an dem Kadertraining ursprünglich überhaupt nicht teilnehmen. "Das ist in vielerlei Hinsicht mit sehr großem Aufwand verbunden", so Mirko Roder, der noch auf finanzielle Unterstützung durch Bens Heimatverein hofft, was das Abenteuer Weltjugendspiele angeht. Momentan müsse man fast alles selbst tragen. Konnte der Neunjährige in Schatthausen mit den vier besten Gegnern seiner Altersklasse trainieren, die es derzeit in Deutschland gibt, so ist er bei der restlichen Vorbereitung wieder allein. Dabei steht auch Mentaltraining auf der Agenda, selbst wenn das bei Kindern weniger wirksam sei als im Erwachsenenbereich. "Wenn die Kids aufgeregt sind, dann sind sie eben aufgeregt. In diesem Fall kann man nur noch gut zureden", so Mirko Roder. Und was ist in Lazzate, das rund 20 Kilometer von Mailand entfernt liegt, nun sportlich drin? "Schwer zu sagen. Mit der Empfehlung des deutschen Meistertitels, den er zuletzt in Hessen in der U 11 gewonnen hat, erscheint einiges möglich. Aber ein Wettkampf auf derartig hohem internationalen Niveau ist auch für ihn Neuland", sagt sein Vater. Der Junior selbst geht die Aufgabe offensiv an. "Ich freue mich riesig darauf und will vor allem Erfahrung sammeln", sagt er.

Eines wollen Bens Eltern auf jeden Fall vermeiden: Ihren Sohn unter Druck setzen. Deswegen gebe es für ihn keinerlei Vorgaben. "Er soll die Sektionen einfach konzentriert fahren, dann ergibt sich alles andere von selbst", betont Mirko Roder.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...