Schulen setzen sportliches Signal

Bei "Jugend trainiert für Olympia" messen sich normalerweise Schüler aus ganz Deutschland. Da die Wettbewerbe bisher ausfielen, wurde eine freiwillige Aktion initiiert.

Marienberg.

Nie zuvor haben sich an einem Tag so viele deutsche Schulen an einer gemeinsamen sportlichen Initiative beteiligt wie am Mittwoch. Unter dem Motto "Jugend trainiert - gemeinsam bewegen" stellten sie Angebote auf die Beine, die Mädchen und Jungen der Einrichtung zu gemeinsamen Aktivitäten animierten. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von der Deutschen Schulsportstiftung, die sonst die Wettbewerbe "Jugend trainiert für Olympia" ausrichtet. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden diese im bisherigen Schuljahr nicht statt. Um dennoch ein sportliches Zeichen zu setzen, beteiligten sich bundesweit 1273 Lehreinrichtungen mit mehr als 235.000 Schülern an der Aktion. Dazu gehörten auch viele Vertreter aus dem mittleren Erzgebirge.

Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren, wurde größtenteils unter freiem Himmel Sport getrieben. Vielerorts diente ein Crosslauf als Herausforderung - so auch an der Marienberger Herzog-Heinrich-Grundschule, 102 Kinder im Gelände ihre Kondition unter Beweis stellten. "Wir setzen damit ein Zeichen dafür, wie wichtig der Sport für die Kinder ist", betonte Jenny Ullmann. Nicht nur der Ausfall der jüngsten Wettkämpfe war für die Sportlehrerin Anlass, etwas zu unternehmen. Wie viele Kollegen habe auch sie einen Rückgang der Sportbegeisterung bei Kindern festgestellt. "Sie sind nicht mehr so viel draußen wie früher. Dem versuchen wir entgegenzuwirken", sagte Jenny Ullmann, die auch mit vielseitigem Sportunterricht zu einer positiven Entwicklung beitragen will.

Dass die Wettbewerbe von "Jugend trainiert für Olympia" im bisherigen Schuljahr Corona zum Opfer fielen, findet Jenny Ullmann schade. Schließlich hätten die Mädchen und Jungen der Herzog-Heinrich-Grundschule dabei schon viele Erfolge gefeiert. Schulsportkoordinator Carsten Baude macht Hoffnung, dass womöglich bald wieder gejubelt werden kann. "Sofern es das Infektionsgeschehen zulässt, sind nach den Herbstferien wieder Wettkämpfe geplant", erklärt er. Ab November soll in Sportarten wie Volleyball oder Floorball wieder gewetteifert werden. "Mit bis zu sechs Mannschaften sind die Felder bei diesen Turnieren überschaubar." Die sonst stets für März geplante Hallen-Leichtathletik werde es allerdings nicht geben, da die Halle mit mehr als 200 Startern zu voll wäre.

Beim Crosslauf, den auch Baude am Mittwoch an seiner Oberschule in Lengefeld organisierte, hielten sich die Teilnehmerfelder ebenfalls in Grenzen. "Wir haben die Läufe klassenweise absolviert. Personifizierte Startnummern waren für die Schüler ein Anreiz", erklärt der Schulsportkoordinator, der von einem gelungenen Aktionstag sprach. Generell laufe es im Sportunterricht derzeit relativ gut, da dieser bislang noch im Freien stattfinden kann. "Schwieriger wird es, wenn die Temperaturen sinken und die Schüler in die Halle müssen", so Baude.

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