Schwierige Mission gemeistert

Carsten Mohe ist bei der Rallye Stemweder Berg zum Klassensieg gerast. Dennoch ließ er mit seinem Beifahrer die Siegerehrung aus.

Crottendorf.

Bestes zweiradgetriebenes Fahrzeug, Führung in der ADAC-Rallye-Masters verteidigt: In Lübbecke haben Carsten Mohe und Alexander Hirsch bei der Rallye Stemweder Berg ihr schwieriges Vorhaben erfüllt. Sie gewannen in ihrem Mégane Maxi die Division 3.

Der Weg zu diesem Ergebnis war für das Team aus Crottendorf, das mit dem rund 280 PS starken Renault in der Gesamtwertung bis auf Rang 8 nach vorne fuhr, jedoch steinig. Nach der mental schwierigen Vorbereitung wegen der tragischen Ereignisse bei der Rallye Sachsen setzten sich die Probleme für die Erzgebirger in Ostwestfalen fort: Im ,Shake-Down' zum dritten Lauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft muckte der nagelneue Motor. Eine erste Diagnose ergab einen Defekt im Bereich des Zylinderkopfs und des Ventiltriebs. Um die Teilnahme am Rennen im Wiehengebirge doch noch sicherzustellen, setzte eine bemerkenswerte Team-Logistik ein: "Mein Vater hat uns aus dem Erzgebirge über Nacht die notwendigen Ersatzteile gebracht, bis Freitagmittag haben wir mit vereinten Kräften aus zwei Motoren einen fahrbaren gemacht. Das war wirklich eine starke Vorstellung, das hätten nicht viele geschafft", lobte der Pilot aus Crottendorf alle Beteiligten.

Auch die Rallye selbst begann für Mohe und seinen Co-Piloten durchwachsen. "Am Freitag zeichneten sich die Wertungsprüfungen vor allem durch Abzweige und schmutzige Strecken zum Teil mit Schotter aus. Hinzu kam Regen - das sind Bedingungen, die unserem frontgetriebenen Mégane nicht liegen. Da hätten uns auch 100 PS mehr nichts genützt", so der schnelle Kfz-Meister aus dem Erzgebirge. "Am Samstag wurde es dann besser. Wir konnten zeigen, was das Auto und wir können, das hat sich in den Zeiten widergespiegelt. Mit Platz 8 in der Gesamtwertung bin ich durchaus zufrieden."

Die großen Jubelfeiern nach dem hart erkämpften Klassensieg bei der Rallye Stemweder Berg blieben angesichts des tragischen Unfalls von Kai Günther und Sebastian Walker aus. Sie waren bei der Rallye Sachsen drei Wochen zuvor tödlich verunglückt. "Das ist für uns weiterhin eine schwierige Situation", so Mohe, in dessen Auto Walker früher selbst als Co-Pilot saß. "Aber die Entscheidung, bei der ,Stemweder Berg' anzutreten, war richtig. Fahrer, Fans und Veranstalter haben unseren Freunden auf würdige Weise gedacht." Die Siegerehrung ließ das Team aus dem Erzgebirge aus.

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