Seit zehn Jahren im Aufwärtstrend

Als Kind entdeckte Eric Hoyer bei einem Schnuppertraining seine große Leidenschaft. Inzwischen klopft der Skispringer aus Großolbersdorf sogar an die Tür zur internationalen Wettkampfszene.

Zschopau.

An sein erstes Mal kann sich Eric Hoyer noch gut erinnern. "Als ich den mit Matten belegten Schanzenauslauf hinunterfuhr und zum Gras kam, bin ich plötzlich aus den Skistiefeln geflogen, weil die mir viel zu groß waren", erzählt der Großolbersdorfer. Die Skier blieben stehen, während der damals Sechsjährige zu einem hohen Purzelbaum ansetzte. "Statt zu heulen, kam der Kopf sofort wieder hoch und er sagte: ,Das fetzt'", hat auch Mutter Ina Hoyer das Probetraining an jenem Nachmittag im Herbst 2008 noch vor Augen. Es war der Tag, an dem die Skisprung-Laufbahn von Eric Hoyer begann.

Inzwischen ist der Großolbersdorfer 16 Jahre alt und trainiert längst an der Eliteschule des Wintersports in Oberwiesenthal. Gerade hat er sogar sein internationales Debüt gefeiert. "Es lief eher bescheiden", gibt der Elftklässler unumwunden zu. Viel mehr als die Plätze 56 und 61 seien beim Alpen-Cup im italienischen Predazzo aber nun mal nicht drin gewesen. "Ich war einer der jüngsten Teilnehmer", sagt Eric Hoyer und gibt zu bedenken, dass das Alter in dieser internationalen Serie bis hin zum Jahrgang 1999 reicht. Wie damals, als er bei seinem ersten Abstecher auf die Zschopauer Schanze ins Straucheln geriet, wirkt der Springer auch jetzt alles andere als weinerlich: "Das Ergebnis ist ein Ansporn für mich, es besser zu machen." Auf die nächste Gelegenheit dazu hofft Hoyer im Dezember, wenn die Wintersaison beginnt.

Wie es gelingt, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, sollte der Sportschüler wissen. Schließlich ging es für ihn fast immer bergauf, seit er mit sechs Jahren mit dem Skispringen begann. Die Kindersportgruppe beim SV 1870 Großolbersdorf war ihm damals nicht mehr genug. Weil er im Fernsehen die Vier-Schanzen-Tournee gesehen hatte und sein Vater Peter Hoyer einst als Skispringer aktiv gewesen war, wollte auch Eric auf Weitenjagd gehen. Beim SV Nordisch/Alpine Zschopau traf er dabei auf einen Routinier, der schon mit dem Papa trainiert hatte: Ulf Findeisen. Als Trainer erkannte dieser das Talent des Großolbersdorfers und förderte es mit den passenden Tipps.

Gleich in seiner ersten Saison gewann Eric Hoyer den Sachsenpokal, auch wenn dazu die ungeliebten Läufe der Kombination gehörten. "Die Rennen habe ich immer gehasst, vor dem Start war mir übel. Nur das Springen hat richtig Spaß gemacht", sagt der Senkrechtstarter, der zum sächsischen Seriensieger avancierte und sich somit für die Sportschule empfahl. Und noch mehr: Vor zwei Jahren wurde Eric Hoyer mit dem Jens-Weißflog-Nachwuchs-Förderpreis ausgezeichnet. Dotiert war diese Ehrung mit 1000 Euro. Eine schöne Zugabe, die den finanziellen Aufwand aber längst nicht deckt. Deswegen startet der Großolbersdorfer inzwischen auch für die SG Nickelhütte Aue, die ihm mit den Sponsoren etwas mehr Unterstützung bieten kann. "Aber ich bin auch weiterhin Mitglied in Zschopau", betont der 16-Jährige, der sich auf nationaler Ebene etabliert hat. Nach Platz 2 im Deutschen Schülercup belegte er im Deutschlandpokal zuletzt Rang 5.

Der D/C-Kaderstatus ist damit erst einmal gesichert, doch Eric Hoyer will mehr. "Der hohe Aufwand, den man betreibt, soll sich natürlich lohnen", sagt er. So wie seine Vorbilder Richard Freitag oder auch Kombinierer Eric Frenzel, mit denen er in Oberwiesenthal schon gemeinsam trainieren konnte, würde es der junge Großolbersdorfer eines Tages gern in den Weltcup schaffen.

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