Serie 2019/20 noch immer unvollendet

Ob die Schachspieler im Erzgebirge derzeit gern Franz Schubert hören, ist nicht überliefert. Dessen Sinfonie "Die Unvollendete" aus dem Jahr 1822 würde aber gut zur Saison der Denksportler passen.

Stollberg.

Es handelt sich noch immer um die Spielzeit 2019/20, die bereits im Frühjahr des jüngst vollendeten Jahres hätte abgeschlossen werden sollen. Wegen des ersten Lockdowns verlegte der Schachverband Sachsens die beiden letzten Spieltage in den Herbst 2020. Ausgetragen wurde dann allerdings nur einer, bevor die Pandemie ein zweites Mal zuschlug und vieles erneut lahmlegte.

Wann der letzte Spieltag ligaübergreifend nachgeholt wird, ist eine offene Frage - bislang gibt es keine Termine. "Sicherlich nicht vor Ende März", prognostiziert Landesspielleiter René Plötz. Eine unbefriedigende Situation stellt dies insbesondere für jene Teams dar, bei denen die sportliche Zukunft noch nicht geklärt ist und eben von jenem letzten Spieltag abhängt. Bestes Beispiel ist die SG Blumenau in der 1.Landesklasse, die höchstklassige Mannschaft aus dem Erzgebirge auf Ebene des Landesverbandes. In der Saison zuvor aus der 2. Landesklasse aufgestiegen, kämpft diese eine Etage höher um den Klassenerhalt. Damit sieht es für den Tabellenachten von zehn Teams auch ziemlich gut aus, gewiss ist der Ligaverbleib allerdings noch nicht. In der letzten Runde benötigen die Blumenauer zuhause gegen Schlusslicht USV TU Dresden IV zumindest ein Remis, um rechnerisch sicher zu sein. Bei einer Niederlage hängt alles vom Parallelspiel des Neunten aus Coswig gegen den Siebten aus Niederwiesa ab - diese Teams sind ebenfalls noch nicht gerettet.

Übersichtlicher stellt sich die Lage in der 2. Landesklasse dar. Dort hat der SV Erzgebirge Stollberg in der Staffel C mit dem Derby-Heimsieg gegen die SG Neukirchen im November den Aufstieg in die 1. Landesklasse perfekt gemacht - das letzte Spiel beim Vorletzten Frankenberg hat nur noch statistischen Wert. "Die Zielstellung, dorthin zu kommen, datiert bis zu unserer Gründung im Jahr 2013 zurück", sagt Vereinsvize Steffen Hold. Damals schlossen sich der SV Neuoelsnitz und der SV Tanne Thalheim zum SV Erzgebirge Stollberg zusammen. Das Ansinnen stand allerdings lange unter keinem guten Stern: Mit Siegfried Landgraf, Stefan Müller, Klaus Badzura und zuletzt Holger Rauch verstarben seitdem gleich vier Aktive, die im Verein mehr als nur sportliche Leistungsträger waren. Dass es nun geklappt hat, lag laut Hold vor allem an einem taktischen Kniff. So tauschten die Stollberger ihr achtes Brett aus. Jens Hänel, laut Hold ein "sehr guter Remisspieler, der aber nicht alles bis zum letzten Zug auskämpft", ging in die zweite Mannschaft. Ihn ersetzte Wilfried Hahn, der mit sieben Punkten aus acht Partien letztlich das Zünglein an der Waage war. In der 1. Landesklasse gehe es für die Stollberger ab Herbst "nur um den Klassenerhalt".

Schon beendet ist die 2. Landesklasse für die SG Neukirchen. Diese müsste in der letzten Runde daheim gegen die SG Nickelhütte Aue III ran, die aber ihre Mannschaft nach wenigen Runden zurückzog. Mit dem kampflosen 8:0 könnten die Neukirchener noch von Rang 4 auf 3 springen, sollte der derzeitige Dritte Glauchau zuhause nicht den Siebten König Plauen III schlagen.

In der Bezirksliga-Staffel A kann Bernsbach (7.) relativ entspannt ins Finale gehen und sich noch auf Rang 5 verbessern. Noch nicht aller Abstiegssorgen ledig ist Nickelhütte Aue IV als Achter, der vom Schlusslicht Klingenthal zumindest ein Remis mitbringen muss. Ansonsten könnte selbst die SG Schwarzenberg-Raschau bei einem Erfolg in Plauen noch vorbeiziehen.

In der Parallelstaffel genügt Spitzenreiter Ehrenfriedersdorf ein Remis beim Siebten Döbeln zum Aufstieg in die Landesklasse. Die SG Hohndorf könnte den E'dorfern zudem Schützenhilfe leisten, wenn sie im Verfolgerduell bei Aufbau Chemnitz II ein Remis holt. Im Duell zwischen Seiffen (5.) und Lengefeld (8.) geht es für die Gäste noch um den Klassenerhalt, selbst ein Unentschieden könnte im Fernduell mit Burgstädt (9.) zu wenig sein. Gerettet ist dagegen der Sechste aus Annaberg-Buchholz, der zum Abschluss den Vierten aus Siebenlehn empfängt. (mit khla)

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