Sieben Teams und eine Menge Minis

Noch eine Woche, dann wird es für die Handballer aus Annaberg-Buchholz ernst. In den vergangenen Jahren gab es ein ständiges Auf und Ab - eine Bestandsaufnahme.

Annaberg-Buchholz.

Mit drei Erwachsenen- und vier Nachwuchsteams nimmt der Handball-Club Annaberg-Buchholz in der bevorstehenden Saison am Spielbetrieb teil. "Das ist eine Mannschaft mehr als in der vergangenen Serie. Für alle im Spielbetrieb vertretenen Altersgruppen haben wir zwei Trainingszeiten pro Woche ausgewiesen. Übungsleiterseitig ist alles abgesichert", betont Präsident Horst Haby.

Was so einfach klingt, ist mitunter nicht so. Denn wie in anderen Sportarten wird es auch für die Handballer immer schwieriger, Leute fürs regelmäßige Sporttreiben zu gewinnen. Umso mehr freut es Haby, dass in der Halle am Zinnackerweg immer dienstags die Minis trainieren, Kinder ab dem Alter von drei Jahren. Susanne Boxhammer und Katja Härich kümmern sich darum. "Wir wollen damit eine Lücke schließen. Bislang lässt sich das sehr gut an", betont der Präsident. Doch der überwiegende Teil der Ausbildung spielt sich natürlich in der Silberlandhalle ab. Dort üben zwei Männer-, eine Frauen-, zwei Mädchen- und zwei Jungenmannschaften, um die Tradition des Handballs Erzgebirgskreisstadt zu erhalten. Dass dies immer schwieriger wird, weiß auch Klaus Schreiter. "Früher hatten wir in allen Kreisen stabile Staffeln. Jetzt setzen wir sie längst kreisübergreifend zusammen", sagt der Annaberger, der sich im Bezirksverband als Spielleiter und im HCAB als Zeugwart engagiert.

Durch die geänderte Situation kommt es auch, dass die zweite Männermannschaft des HCAB mit anderen acht Vertretungen in die Kreisliga Mittelsachsen eingeordnet ist und bis Döbeln, Penig und Waldheim reisen muss. Fahrtechnisch ist nicht viel Unterschied zur Ersten. Mal abgesehen davon, dass sich der HCAB in der Männer-Bezirksliga mit elf Mannschaften auseinandersetzen muss. "Die Männer trainieren gemeinsam, werden in den Spielen aber von Uwe Eger beziehungsweise Hans-Peter Wendler betreut. Da wir keine A-Jugend haben, sehen wir in der Mittelsachsenliga eine Chance, den Nachwuchs bei der Stange zu halten. Wer es nicht gleich in die Erste schafft, hat dort gute Wettkampfmöglichkeiten und muss nicht auf der Bank sitzen", so Haby zur Entscheidung, eine zweite Männermannschaft zu melden. Positiv wertet er dabei, dass innerhalb des Verbandes die Spieler bis zum Alter von 21 Jahren zwischen den Ligen wechseln dürfen, ohne gesperrt zu werden. "Die Zweite soll sich etablieren, die Erste die Klasse halten. Schließlich ist sie erst wieder in die Bezirksliga aufgestiegen", sagt der Präsident zur Zielstellung.

Nicht ganz so rosig sieht es zurzeit bei den Frauen aus. Die HCAB-Damen sind bekanntlich abgestiegen, wollen sich nun in der Bezirksklasse berappeln. Zwölf Mannschaften werden in dieser Liga um Punkte kämpfen. "Wir hätten auch in der Bezirksliga bleiben können, doch das wollten die Mädels nicht. Sie brauchen wohl ähnlich wie die Männer eine Serie gegen Konkurrenten, gegen die es vermutlich nicht nur Niederlagen setzt", sagen Anja und Jan Strasdat, die die Sieben jetzt betreuen. "Je nachdem, wie es läuft, halte ich Platz 1 bis 5 für realistisch", ergänzt Haby.

Bei den Mädchen schickt der HCAB eine B- und eine C-Jugendmannschaft aufs Parkett, bei den Jungen eine B und eine D. Mehr lässt die aktuelle Situation nicht zu. Deshalb ist Habys Wunsch nachzuvollziehen, der lautet: "Möglichst Sportlehrer an allen unseren Schulen, die die Grundlagen das Handballs vermitteln." Doch der 68-Jährige ist Realist genug, um zu wissen, dass dies nicht passieren wird. Ihm würde schon gefallen, wenn es Ehrenamtler geben würde, die Ganztagsangebote absichern könnten. "Doch wer hat schon nachmittags Zeit, um sich um Kinder zu kümmern", wirft er als Frage in den Raum. Beantworten kann er sie nicht.

Die zum elektronischen Spielberichtsbogen schon. Der wird in dieser Saison eingeführt, dürfte vieles erleichtern, kostet aber auch Geld. "Zum Beispiel brauchen wir zwei neue Laptops", so Haby, der die Finanzen ohnehin als ein Problem ansieht. Schließlich kosten auch die Busse und Großtaxis viel, die die Frauen, Männer und Kinder zu den Wettkampforten bringen. "Doch eine Tradition des Sportsponsorings ist bis auf wenige Ausnahmen im Altkreis Annaberg nicht gewachsen", weiß der HCAB-Präsident aus vielen Jahren Erfahrung. Entmutigen lassen sich die Handballer(innen) aus Annaberg-Buchholz aber auch davon nicht.

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