Solide Arbeit, wenig Glanz

Die Regionalliga-Ringer des RV Thalheim haben zuhause Luckenwalde mit 18:9 besiegt. Inbesondere vor der Pause erwiesen sich die Brandenburger allerdings als äußerst hartnäckig.

Thalheim.

Ein 18:9, das sieht auf dem Papier wie eine klare Sache aus. Doch zumindest im ersten Durchgang haben sich die Regionalliga-Ringer des RV Thalheim am Samstagabend gegen das punktlose Schlusslicht Luckenwalde ganz schön schwer getan. "Insgesamt", so bilanzierte Trainer Steffen Richter nach zwei schweißtreibenden Stunden, "war das solide, aber nicht glanzvoll."

Anfang der vergangenen Woche hatten die Erzgebirger noch um ihren Kapitän Tobias Löffler sowie um Benjamin Opitz gebangt, die beide ziemlich lädiert aus dem Vergleich mit Spitzenreiter Markneukirchen herausgegangen waren. Den einen, Opitz, hatte es am Sprunggelenk, den anderen an der Schulter erwischt. Beide erhielten dann aber doch grünes Licht. Und zumindest 75-Kilo-Mann Tobias Löffler, der gleich zu Beginn im klassischen Stil auf die Matte durfte, zeigte seine Qualitäten auch gleich wieder. Mit 14:0 ließ er seinem Kontrahenten Jan Beckmann keine Chance - auch wenn der Coach gern noch einen Zähler mehr gesehen hätte. Bei "Technischer Überlegenheit" wären die Thalheimer mit 4:0 statt mit 3:0 in den Abend gestartet.

Den zusätzlichen Zähler hätten sie in dieser Anfangsphase gut gebrauchen können. Denn danach waren es die Gäste, die plötzlich auftrumpften. Alexander Röll ließ im niedrigsten Limit (bis 57 kg) dem Thalheimer Fabien Martin nicht den Hauch einer Chance und legte ihn nach 28 Sekunden auf die Schultern. Und anschließend zeigte der ehemalige Vize-Europameister und dreifache Olympiateilnehmer David Vala, einst auch für den RVT aktiv, dass er auch im reifen Alter von 41 Jahren noch immer eine Bank im Superschwergewicht ist. Für Onedrej Dadak im roten Heimdress, normalerweise ebenfalls siegesverwöhnt, wurde es eine kleine Lehrstunde (0:8).

Den 3:7-Rückstand zu diesem Zeitpunkt bügelten die Gastgeber dann aber rasch wieder aus. Tamas Török (61 kg) rollte seinen Gegner schwindelig, bevor sich Radek Dublinowski und Oliver Kock in der Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm einen emotionalen Kampf lieferten, der sich im Nachhinein zum Schlüsselduell des Abends entwickelte. "Bei dem Kampf habe ich im Vorfeld gedacht, dass Radek hier wenig Probleme haben sollte", sagte Steffen Richter.

Dem war allerdings nicht so. Der Luckenwalder wehrte sich nach Kräften. Nach einem Schulterwurf, infolgedessen Dublinowski spektakulär in die Bande krachte, sah er bereits wie der sichere Sieger aus. Doch angepeitscht vom Publikum im gut besuchten Thalheimer Sportlerheim drehte der Pole in RVT-Diensten das Ding und siegte kurz vor Schluss noch mit 7:6. Damit gingen die Hausherren mit einem knappen Vorsprung (8:7) in die Pause.

Danach lief es für die Thalheimer besser. Florian Pohl (66 kg) und Lucas Kahnt (75 kg/Freistil) punkteten unspektakulär, aber solide, auch Alois Stürmer, der den kurzfristig erkrankten Niklas Ohff im 78-Kilo-Limit ersetzte, war siegreich. Chris Schneider (86 kg) war gegen Marcin Kierpiec sogar nah dran an der Technischen Überlegenheit, verpasste diese aber ebenso wie anfangs Tobias Löffler. "Schade, da ärgert man sich schon ein bisschen", sagte er. Nur Benjamin Opitz (80 kg), sonst ein Punktegarant, fand gegen Richard Schröder keinerlei zugriff und verlor ohne eigenen Zähler. Auf die vor Wochenfrist zugezogene Verletzung wollte er die Niederlage allerdings nicht schieben, "auch wenn ich noch Schmerzen hatte."

In der Tabelle arbeiteten sich die Thalheimer mit dem Sieg auf Platz 4 vor. Luckenwalde ist weiterhin Letzter. Gäste-Trainer Jesko Schröter zeigte sich aber zuversichtlich. "Letzte Saison sind wir auch mit drei Niederlagen gestartet", sagte er. Seine Mannschaft befinde sich in einem Übergangsjahr und sei daher diesmal nicht in der Lage, ganz vorn mitzuringen. Der Klassenerhalt sei aber absolut realistisch. Gegen Thalheim hätten zudem mehrere Leistungsträger gefehlt. "Die klassischen Gewichtsklassen mussten wir weitgehend mit jungen Freistilern besetzen", so Schröter.

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