Spätentschlossene holen den Titel

Erst im letzten Moment hatten sich die Kicker von Wacker Dittersdorf zum FSV-Cup in Zwönitz angemeldet. Der hohe Favorit scheiterte im Halbfinale.

Zwönitz.

Nein, die Hertners hatten diesmal nicht die Nase vorn. Da konnte auch Marcel Becher nicht helfen. Zweimal in Folge hatte die Truppe um den Spieler des Fußball-Landesligisten FC Lößnitz den FSV-Cup gewonnen. Becher war einst im Alter von 15 Jahren für 100.000 Euro in die Nachwuchsschmiede von RB Leipzig gewechselt, im vergangenen Jahr aber zurückgekehrt. Doch diesmal kassierte das nach dem ehemaligen Aue-Profi Sebastian Hertner benannte Team eine überraschende Pleite bei dem vom FSV Zwönitz ausgerichteten Turnier für Freizeitmannschaften. Nach einer souveränen Vorrunde, darunter ein 9:0 gegen die Truppe namens "Der Harte Kern", mussten sich die Hertners im Halbfinale mit 1:3 dem Bolzclub Elterlein geschlagen geben. Die Entscheidung fiel aber erst im Neunmeterschießen, in dem die Elterleiner die besseren Nerven hatten.

Insgesamt nahmen zwölf Teams an dem Turnier teil. Im vergangenen Jahr waren es noch 20 gewesen, doch das gab diesmal die Kapazität nicht her. Grund: Die Stadt hatte wegen der anhaltenden Trockenheit den großen Rasenplatz gesperrt, sodass statt auf vier diesmal nur auf zwei Spielfeldern gekickt werden konnte - und ausschließlich auf Kunstrasen. Alexander Thost, Trainer des Kreisligisten FSV Zwönitz und mit der Organisation des FSV-Cups betraut, hatte bereits im Vorfeld seinen Unmut darüber kundgetan, musste sich den Gegebenheiten aber fügen. Bis einen Tag vor dem Anpfiff waren trotzdem nur elf der zwölf Startplätze besetzt.

Um den letzten freien Platz bewarb sich die Mannschaft von Wacker Dittersdorf, die sogleich richtig durchstartete. Mit weißer Weste, also ohne jeglichen Punktverlust, zog das Team, das laut Alexander Thost vorher niemand auf dem Zettel gehabt habe, ins Halbfinale ein. In diesem räumten die Dittersdorfer die Mannschaft "Auf die Helme" mit 2:1 aus dem Weg, bevor im Endspiel der Hertners-Bezwinger Elterlein wartete. Nach langem Abtasten ging Wacker Dittersdorf in der elften Minute in Führung. Danach warf der Bolzclub nochmals alles in die Waagschale, musste aber kurz vor dem Abpfiff die 2:0-Entscheidung hinnehmen - nach fast sieben Stunden Fußball.

Zum besten Torhüter wurde Ole Junghanns vom Bolzclub Elterlein gewählt, der im Halbfinale gegen die Hertners über sich hinausgewachsen war. Bester Spieler wurde der Dittersdorfer Kevin Scharner, der das Finale mit einem Tor und einer Vorlage fast im Alleingang entschieden hatte. Trotz des abgespeckten Teilnehmerfeldes war Alexander Thost mit dem Ablauf der Veranstaltung hinterher sehr zufrieden. "Es war ein faires Turnier auf hohem Niveau und insgesamt ein großes Vergnügen", sagte er.

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