Spitzenvereinen die Stirn geboten

In organisatorischer Hinsicht präsentierte sich das Schwimmteam Erzgebirge am Wochenende als rühriger Gastgeber. Sportlich gaben die Lokalmatadoren dagegen alles, um andere Teilnehmer abzuhängen.

Marienberg.

Mit mehr als 500 Teilnehmern aus drei Ländern ist der Internationale Erzgebirgs-Schwimmcup in Marienberg auch bei seiner 23. Auflage stark besetzt gewesen. Obwohl man am 25-Meter-Becken im "Aqua Marien" phasenweise sein eigenes Wort nicht mehr verstand, ging das Kurzbahn-Meeting laut Alexander Steiner reibungslos über die Bühne. "Das einzige Problem war für einige Sportler die Anreise", sagt der Organisator vom Schwimmteam Erzgebirge mit Verweis auf die vereisten Straßen am Samstagmorgen. Trotzdem sei es an beiden Wettkampftagen pünktlich losgegangen.

Die gefährliche Verkehrslage veranlasste auch Europameisterin Simona Koubova aus Tschechien, ihre Teilnahme kurzfristig abzusagen. "Weil sie Anfang dieser Woche zur Kurzbahn-Weltmeisterschaft nach China reist, war ihr das zu heikel", erklärt Steiner, der dennoch eine starke Abordnung vom TJ Slavie Chomutov in Marienberg erlebte. Am ersten Tag, als die Nachwuchssportler bis hinauf zur AK 13 ins Becken durften, belegte Chomutov hinter den Landsleuten vom ASC Prag den zweiten Platz in der Junior-Wertung. Am Sonntag, nachdem auch die Erwachsenen ihre Finalläufe hinter sich hatten, war Chomutov in der Vereinswertung sogar ganz vorn zu finden. Wie im Vorjahr ließen die Tschechen Aqua Berlin knapp hinter sich. Rang 3 ging ans Schwimmteam Erzgebirge.

"So weit vorn sind wir noch nie gelandet", freute sich Steiner über die guten Ergebnisse seiner Schützlinge. Waren die Gastgeber im Vorjahr auf rund 300 Punkte gekommen, so konnten sie ihre Ausbeute diesmal mehr als verdoppeln (800). Grundlage war ein starker Auftritt in allen Altersbereichen. Schon die beiden Kinder-Staffeln am ersten Tag wurden gewonnen. Sowohl im Lagen-Wettbewerb als auch nach viermal 50 Metern Freistil schlugen die Erzgebirger als Erste an. Auch die Tatsache, dass 4 von 18 Altersklassen-Wertungen an die Gastgeber gingen, betrachtet der Trainer als riesigen Erfolg. Jolina Mildner (Jahrgang 2004), Johann Weiß (2005), Annika Uhlig (2006) und Alexander Steiners Nichte Tiffany Steiner (2007) waren in der Summe aller Starts jeweils eine Klasse für sich.

Während die jüngeren Teilnehmer am Samstag ihre Strecken nur einmal absolvierten, ging es für die älteren tags darauf zunächst um die Qualifikation für die Finals. Diese erwiesen sich am Abend als echter Höhepunkt des Meetings. Vor toller Kulisse durften sich dann unter anderem Nele Richter und Konrad Weiß nochmals beweisen. Zudem präsentierten sich zwei weitere Vertreter des Schwimmteams in Höchstform. Während Luisa Marie Razeto mit dreimal Silber überzeugte, feierte ihr Gatte Stefano Razeto drei Siege. Über 50 Meter Schmetterling gelang dem gebürtigen Italiener in 24,0 Sekunden sogar ein neuer Hallenrekord. Das gleiche Kunststück vollbrachte Lisa Graf. Die Olympia-Teilnehmerin, die Mitglied beim Schwimmteam Erzgebirge ist, aber für die SG Neukölln Berlin startet, benötigte für 50 Meter Schmetterling 27,2 Sekunden.

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