Starker Auftritt ohne Lohn

Die Zwönitzer Handballer haben in der Sachsenliga knapp mit 33:35 bei Germania Zwenkau verloren. Die Frauen punkteten beim Schlusslicht.

Zwönitz.

Wenn ein Trainer im Anschluss von der besten Saisonleistung spricht, dann tut er dies in der Regel wohlüberlegt. Frank Riedel, dem Coach des Handball-Sachsenligisten HSV Zwönitz, kamen diese Worte nach dem Auftritt seiner Männer bei Germania Zwenkau über die Lippen - und das, obwohl am Ende eine 33:35-Niederlage auf der Anzeigetafel stand. "Wir haben im Angriff miteinander und den Kombinationshandball gespielt, den die Truppe drauf hat. So müssen wir in den kommenden Partien weiter agieren", sagte Riedel nach der Partie.

Nach der Anfangsviertelstunde, in der die Gastgeber mit 7:3 in Führung gegangen waren, kamen die Zwönitzer zunehmend besser ins Spiel. Mit schnellen Kombinationen wurde die Defensive der SG immer wieder erfolgreich ausgehebelt und der Rückstand allmählich verkürzt. Fünf Sekunden vor dem Pausentee gelang der 13:14-Anschlusstreffer. Nach dem Wiederanpfiff machten die Gäste genauso weiter und gingen in der 35. Minute durch Reyk Lieberei sogar erstmals in Führung (17:16). Diese hatte nicht lange Bestand, da die Rand-Leipziger wieder zurückkamen - doch in der Folge lieferten sich beide Mannschaften einen offenen und sehenswerten Schlagabtausch. Erst eingangs der Schlussviertelstunde verschafften sich die Zwenkauer mit 26:23 wieder ein kleines Polster; den Vorsprung vermochten sie bis zum Schlusspfiff zu verteidigen. Eine Ursache für die Niederlage sah Frank Riedel indes in der vergleichsweise dünnen Personaldecke. "Während uns drei Leistungsträger gefehlt haben, hatte Zwenkau 14 gleichwertige Spieler auf der Bank", so der Trainer. In der Tabelle liegen die Zwönitzer mit sieben Punkten derzeit auf Platz 8 von zwölf Mannschaften.

Die Zwönitzer Frauen hingegen ergatterten beim 20:20 in Waldheim zwar immerhin einen Punkt, hätten sich aber auch über eine Niederlage nicht beschweren dürfen. Die Spielerinnen des Tabellenletzten hatten sich im wirklich allerletzten Moment noch einmal durch die Abwehr der Gäste getankt, als der Schiedsrichter eine Regelwidrigkeit abpfiff. Die Folge: Nach exakt 59 Minuten und 59 Sekunden gab es Siebenmeter. Doch die erst 16 Jahre alte Lea Wetzel im Zwönitzer Tor behielt gegen die zwölf Jahre ältere Maria Zaspel die Nerven, hielt den Strafwurf und verschwand anschließend in einer Jubeltraube.

Eine zweifellos mögliche Niederlage hätten sich die Zwönitzerinnen auch selbst zuzuschreiben gehabt. Denn nach der 16:13-Halbzeitführung vergaben sie mehrere Konter fahrlässig und versäumten es so, den Vorsprung auf fünf oder gar sechs Tore auszubauen. Stattdessen ging es nur mit drei Treffern Differenz in die Schlussviertelstunde, in der die Zwönitzerinnen immer nervöser wurden. "Unsere Vorteile in Sachen Schnelligkeit und Technik kamen in dieser Phase nicht mehr zum Tragen", sagte Trainer Ralf Beckmann, der sich über "einige unverständliche Entscheidungen" der Schiedsrichter ärgerte. Dank einer guten Abwehrleistung kamen seine Spielerinnen aber mit einem blauen Auge davon, kletterten auf Rang 8 und verließen so pünktlich zur Winterpause die Abstiegsplätze. (bral)

Statistik Männer: Kerner, Treuter; Brecko (7/2), Anger (1), Fritsch, Langer (2), Becher, Kotesovec (5), Treitschke, Löbner (13/2), Lieberei (5); 7 m: Zwenkau: 3/3 Zwönitz: 5/4 2 min: Zwenkau: 4 Zwönitz: 4

Frauen: Wolf, Wetzel; Mosel (5), Mecke, Haunschild (5), Riedel, L. Kaulfuß (4), Hartenstein (1), Viehweger (1), Lisa Thierfelder (4), Seidel

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