Starker Bursche lässt seinen Worten Taten folgen

Ringen, Deutsche Meisterschaft der Junioren: Erik Löser vom RSK Gelenau besiegt den Titelverteidiger und gewinnt die Goldmedaille

Gelenau.

Erik Löser hat Wort gehalten. Er hatte sich den Titel der deutschen Meisterschaft der Junioren zum Ziel gesetzt - und er hat ihn aus Plauen mit nach Hause gebracht. Der Schlüssel für die Goldschatulle lag in der Schublade des Viertelfinales.

Das Los wollte es so, dass die Favoriten im 72-Kilogramm-Limit früh aufeinandertrafen: Anthony Sanders, der Titelverteidiger vom ESV München, und eben Erik Löser, der Herausforderer vom RSK Gelenau. Und Letzterem war anzumerken, dass er nach zwei Niederlagen den Spieß umdrehen wollte. Fokussiert und konzentriert beackerte er den Bayern, der das Gleiche versuchte, die beiden neutralisierten sich. Eine Aktion im Bodenkampf entschied das Duell. "Ich kann nichts dafür, dass die Kampfrichter meinen Gegner bestrafen", entschuldigte sich der 20-jährige Löser fast. Er hätte dies nicht tun brauchen, denn die Experten - Kampfrichter, Mattenpräsident, Bundestrainer - waren sich einig, dass das Urteil korrekt war, ein Veto der Bayern wurde abgewiesen. "Sanders hat sich durch Paddeln dem Griff entzogen, das ist zu ahnden. Also war es richtig", erklärte der Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes, Jannis Zamanduridis. Letztlich stand ein 4:3 für den Gelenauer, der nach einem Zusammenprall zusätzlich mit einer ständig blutenden Nase zu kämpfen hatte. Die Behandlungszeit driftete nahe an die Vier-Minuten-Marke, nach der ein Verletzter aus dem Kampf genommen wird, Löser erreichte sie zum Glück nicht. "Ich wollte die Nase nicht frühzeitig zutapen lassen, sonst wäre es mit der Luft knapp geworden", so der 20-Jährige, der sich mit dem Sieg gegen Sanders den Weg zu Gold geebnet hat. Den beschritt der Erzgebirger, ohne in größere Not zu geraten. Daniel Ehler (KSV Trossingen/8:0), Chris Militzer (KSV Pausa/9:0) und im Finale Patrick Allgeier (RG Lahr/ 10:2) mussten jeweils vor Ablauf der regulären Kampfzeit geschlagen die Matte verlassen. Vier Kämpfe, vier Siege und 31:5 technische Punkte sprechen für den Gewinner. Die Grundlagen des Gelernten beim RSK Gelenau und später an der Sportschule Chemnitz sowie das jetzt zehnmalige Training pro Woche am Stützpunkt in Leipzig zahlen sich aus.

Ohnehin lief es für die Sachsen beim "Heimspiel" recht gut, obwohl vier Duelle um Bronze in die Hose gingen. Doch neben Erik Löser gewann Maximilian Simon aus Weißwasser Gold, Anton Vieweg vom RVLugau steuerte Silber bei, Kevin Drehmann aus Pausa Bronze. (mas)

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