Stollberger überwintern unter dem Strich

Nach dem 2:3 in Mühltroff steht der FCS in der Fußball-Landesklasse erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Zwar zeigten die Gäste Moral, doch am Ende brachten sie sich wieder einmal selbst um den Lohn.

Stollberg.

Diese Tabelle wird sich Bernd Eichenmüller bestimmt nicht ausschneiden und in sein Wohnzimmer hängen. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit steht der FC Stollberg, den der 63-Jährige vor der vergangenen Saison übernommen und aus der Erzgebirgsliga in die Fußball-Landesklasse geführt hat, auf einem Abstiegsplatz. Und das ausgerechnet nach dem letzten Spieltag der ersten Halbserie, direkt vor der Winterpause. Eine Premiere, die ärgerlicher kaum sein könnte.

Dabei hatte diese sich wochenlang angebahnt. Nach acht sieglosen Stollberger Spielen in Serie, war es am Sonntag nun Mitaufsteiger VfB Mühltroff vorbehalten, den FCS auf Platz 14 zu schubsen - und diesen dadurch selbst zu verlassen. "Dabei haben die Mühltroffer genau so operiert, wie wir das erwartet haben. Mit Kampf und vielen langen Bällen. Und wir haben das zugelassen", so Eichenmüller.

Schon die Führung der Vogtländer auf dem Kunstrasen des Plauener Vogtlandstadions brachte den erfahrenen Trainer zur Weißglut. Ein Stollberger Verteidiger visierte bei einem Rückpass zum Stollberger Keeper Kenny Hoyer dessen schwachen Fuß an und brachte ihn so in die Bredouille. Die Szene ging für die Gäste noch verhältnismäßig glimpflich aus und endete "nur" mit einem Freistoß. Doch diesen zirkelte Ömer Akbakay punktgenau auf den Kopf von Jakob Pieles, der sehenswert ins rechte obere Eck vollstreckte. Die Führung währte allerdings nicht lange. Nach gut einer halben Stunde drang ein Stollberger in den gegnerischen Strafraum ein und wurde an der Grundlinie gefällt - den fälligen Strafstoß verwandelte Lukas John zum Ausgleich, was ihn und seine Kollegen vor einer heftigen Gardinenpredigt in der Kabine bewahrte.

Kurz nach Wiederbeginn mussten die Stollberger, eigentlich im Aufwind, den nächsten Rückschlag verkraften. Marcel Ottiger schloss einen Mühltroffer Konter flach ins rechte untere Eck ab - der Schuss in die lange Ecke schien nicht ganz unhaltbar. Doch erneut zeigten die Gäste Moral. Nach reichlich zwei Dritteln Spielzeit zog Rico Knopf einfach mal ab. Sein Distanzschuss wurde von einem Spieler der Gastgeber abgefälscht und landete am Innenpfosten, von dem aus er ins Tor trudelte.

Ein Zähler hätte dem FCS gereicht, um nicht unter dem Strich zu landen. Doch es kam anders. Denn zehn Minuten vor dem Abpfiff tankte sich aufseiten der Gastgeber Richard Grünler durchs Zentrum und ließ sich dabei von niemandem stoppen. Plötzlich stand er frei vor dem verwaisten Stollberger Tor und köpfte ein - sein viertes Saisontor. "Da muss der Torwart zwar den Ball haben, wenn er rauskommt. Aber entscheidend war hier auch der absolute Wille des Stürmers, den ich bei uns wieder einmal vermisst habe", so Eichenmüller.

Für die Stollberger heißt es jetzt erst einmal durchatmen und neue Kräfte zu sammeln. Nach dem letzten Punktspiel in diesem Jahr steht auch kein Training mehr an - die Spieler verabschiedeten sich in die Winterpause, bevor es am 7. Januar wieder losgeht. "Wir hatten ja im Sommer nach dem Aufstieg so gut wie keine Pause, von daher ist es schön, dass jetzt etwas länger Ruhe ist", so Eichenmüller. Richtig abschalten könne zumindest er selbst allerdings nicht. "Diese schlechte Serie sitzt schon im Kopf und wurmt einen mächtig", sagt er. Er denke darüber nach, einige Spieler in der Rückrunde auf anderen Positionen einzusetzen.

Statistik Stollberg: Hoyer, Friedrich, Haase (81. Beck), Seim, John, Günther, Schubert, Kreißel, Knopf, Tonne (63. Meyer), Schönherr; Tore: 1:0 Pieles (13.), 1:1 John (34./FE), 2:1 Ottiger (49.), 2:2 Knopf (68.), 3:2 Grünler (68.); SR: Ludwig (Callenberg); Z: 63

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