Stollberger verpassen Überraschung

Zum Rückrundenauftakt der Fußball-Landesklasse hat der FC Stollberg mit 0:3 bei Empor Glauchau verloren. Mit der Leistung seiner Jungs, die weiter tief im Abstiegsstrudel stecken, war der Coach trotzdem nicht unzufrieden.

Stollberg.

Die erste falsche Entscheidung trafen die Fußballer des FC Stollberg bereits vor dem Anpfiff. Nach gewonnenem Münzwurf entschieden sie sich für das Anspiel anstatt für die Seite - und verpassten damit die Gelegenheit, den nicht gerade lauen Rückenwind für sich zu nutzen. "Im zweiten Durchgang", sagte Coach Bernd Eichenmüller, "war der Wind dann fast eingeschlafen".

Fraglos nur ein kleines Detail, gewiss nicht spielentscheidend. Aber eines, das passt. Nach einer Vorrunde, an die sich nicht mal mehr der Trainer erinnern mag, waren die Stollberger optimistisch in die Rückserie der Landesklasse gegangen. Hoffnungsfroh, gleich einmal ein Zeichen zu setzen im Abstiegskampf. Nach dem 0:3 beim Landesliga-Absteiger Empor Glauchau, den die Erzgebirger am ersten Spieltag zuhause noch mit 2:0 bezwingen konnten, ist in Sachen Klassenerhalt natürlich noch immer alles drin. Allerdings folgte die Erdung schneller, als es den Gästen lieb war. "Wir bringen uns einfach wieder einmal selbst um den Erfolg. Alle drei Gegentore legen wir uns ja quasi selbst rein", sagte Eichenmüller, der der Wahrheit ins Auge sah. "Nach einem 0:3 zu sagen, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, das glaubt uns ja kein Mensch."

Und doch war genau das der Fall. Mit dem Favoriten, der in der Hinserie nur zwei Spiele verloren hat, hielten die Stollberger im ersten Durchgang mit, ließen wenig zu und vergaben vorn einen Hochkaräter. Praktisch aus dem Nichts schlugen die Gastgeber zu. Zehn Minuten vor der Pause landete eine Ecke auf dem Kopf von Eric Fischer, der mühelos einnickte. "Von seinem Gegenspieler war da weit und breit nichts zu sehen." Im zweiten Durchgang halfen die Stollberger weiter tatkräftig mit und besorgten die Vorentscheidung gleich selbst. Eine scharfe, flache Hereingabe von der rechten Seite, bugsierte Maximilian Schubert über die Linie. "Da müssen wir schon die Eingabe verhindern. Sowohl der Schütze als auch der Torwart waren da völlig chancenlos."

Beim dritten und letzten Gegentor patzte dann aber auch Stollbergs Schlussmann Kenny Hoyer. Unsicher, ob er einen vermeintlichen Rückpass in die Hand nehmen darf, entschied er sich dagegen und verlor den Ball an Jenni Marquardt, der dies natürlich ausnutzte. "Wenn er ihn aufnimmt, gibt es im schlechtesten Fall indirekten Freistoß. Das wäre zu verkraften gewesen", so Eichenmüller. Seine Schützlinge erzielten danach auch noch einen Treffer ins richtige Tor, der wegen Abseits nicht zählte - Stollbergs Coach attestierte dem Schiedsrichter Gespann in dieser Szene eine veritable Fehlentscheidung. "Ob es dadurch noch einmal spannend geworden wäre, weiß ich allerdings auch nicht."

Dass die Saison spannend bleibt, ist allerdings garantiert. Im Tabellenkeller kristallisiert sich so langsam ein Zweikampf zwischen den Stollbergern und dem VfB Mühltroff um den ersten Nichtabstiegsplatz heraus, da Klaffenbach und der TSV Ifa Chemnitz schon deutlich hinter diesen beiden Teams liegen. Die Mühltroffer unterlagen am Sonntag erwartungsgemäß dem FC Concordia Schneeberg, zogen sich aber beim 1:2 auswärts ordentlich aus der Affäre. "Aber vielleicht", so hofft Eichenmüller, "startet ja ein anderes Team auch noch eine Negativserie und rutscht mit unten rein." Die Glauchauer unterdessen eroberten mit dem Sieg gegen Stollberg die Tabellenführung zurück. Motor Marienberg, der bisherige Spitzenreiter, unterlag überraschend deutlich dem Tabellenvierten Fortuna Chemnitz zuhause mit 0:3 und rutschte auf Platz 2 ab.

StatistikStollberg: Hoyer, Friedrich, Haase, Seim (81. Wolfermann), Günther, Schubert, Schreiter, Iser, Kreißel (81. Schönherr), Beck, Grießbach; Tore: 1:0 Fischer (35.), 2:0 Schubert (55./ET), 3:0 Marquardt (63).; SR: Beyer (Leipzig); Z: 75


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.