Stollberger ziehen Favoriten den Zahn

Mit einem Treffer kurz vor Ultimo sind die Landesklasse-Fußballer des FC Stollberg in die zweite Runde des Sachsenpokals eingezogen. Das 2:1 gegen den Landesligisten aus Markkleeberg war hochverdient, ein Klassenunterschied nicht zu erkennen.

Stollberg.

Es läuft die letzte Minute der Verlängerung. Das Elfmeterschießen droht, worauf nach 120 anstrengenden Minuten keiner mehr Lust hat. Doch es gibt noch einmal Eckball. Rico Knopf serviert den Ball butterweich auf den Kopf von Abwehrspieler Maximilian Schubert, der mit nach vorn gekommen war. Sekundenbruchteile später zappelt das Leder im Netz. Das war's, der Rest geht im Jubel unter.

Zwar wird das Spiel, die erste Runde im Sachsenpokal zwischen dem FC Stollberg und den Kickers 94 Markkleeberg nach dem 2:1 noch einmal kurzzeitig angepfiffen. Doch in den letzten Sekunden schafft es der Favorit, der Landesligist, nicht einmal mehr in die Stollberger Hälfte. "Für uns war das noch einmal ein sehr wichtiger Test vor dem Saisonstart. Ein wichtiges Vorbereitungsspiel, in dem ich vor allem unsere Neuzugänge noch einmal sehen wollte", sagte Trainer Bernd Eichenmüller. Alle drei standen in der Startelf - Thomas Haase und Lukas Schreiter erlebten auch den Abpfiff noch auf dem Spielfeld, Paul Schönichen, der aus Zwönitz kam, ging nach 45 Minuten runter. "Weil er platt war", so Eichenmüller, der ihm wie den anderen beiden aber eine gute Leistung attestierte.

Überhaupt war von einem Spielklassenunterschied im Glückaufstadium nichts zu sehen. In der ersten Viertelstunde dominierten die Gastgeber klar. Lohn war das frühe 1:0 nach einem - so der Coach - "Bilderbuchangriff". Felix Wolfermann brachte den Ball vom Flügel scharf nach innen, wo Schreiter goldrichtig stand und seinen ersten Pflichtspieltreffer für den FCS erzielte. Auch danach blieben die Stollberger noch für einige Zeit am Drücker, bevor sich das Blatt im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs mehr und mehr wendete. Die Markkleeberger ließen den Ball in dieser Phase gut zirkulieren, spielten zahlreiche Doppelpässe, vergaßen allerdings das Toreschießen. "Wir haben uns ein bisschen in die Halbzeit gemogelt", gestadnd Eichenmüller. Nach knapp einer Stunde glichen die Gäste dann allerdings tatsächlich aus - durch einen Flachschuss von Felix Kauerauf in die kurze Ecke, an dem Stollbergs Torwart Kenny Hoyer noch mit den Fingern dran war. Doch wer gedacht hatte, der Landesligist sei nun drauf und dran, die Partie noch zu drehen, sah sich schwer getäuscht. Denn als hätte es eines Weckrufs bedurft, legten die Stollberger wieder einen Zahn zu. Und was für einen: Auch bedingt durch die sehr hoch stehende Markkleeberger Abwehr kamen die in Schwarz spielenden Gastgeber zu einer Konterchance nach der anderen, von denen sie allerdings keine verwerteten. Nicht nur aufgrund von Unvermögen, sondern auch wegen des überragenden Gästetorwarts Paul Kruse, der alles hielt, was zu halten war "Der hat eine unglaubliche Leistung gezeigt", so Eichenmüller. Auch in der Verlängerung änderte sich das Bild nicht.

Und so war der Sieg, den die Stollberger kurz vor Schluss doch noch perfekt machten, letztlich ein hochverdienter. "Klar, dass die Jungs das nun auch noch ein bisschen feiern wollen", sagte der Coach, der mit seinen Gedanken nun schon beim Saisonstart nächsten Sonntag daheim gegen Landesliga-Absteiger Glauchau ist. Einen Wunschgegner für die nächste Pokalrunde hat er nicht. "Schön wäre aber erneut ein Heimspiel und vielleicht wieder ein Landesligist", so Eichenmüller.

Statistik Stollberg: Hoyer, Friedrich, Haase, Wolfermann, John, M. Schubert, Schreiter, Meyer (70. Schönherr), Kreißel (73. Tonne), Knopf, Schönichen (52. Grießbach); Tore: 1:0 Schreiter (6.), 1:1 Kauerauf (58.), 2:1 M. Schubert (120.); SR: P. Schubert (Chemnitz); Z: 120

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...