Stollbergern gelingt Auftakt nach Maß

Die Fußballer des FCS haben sich am ersten Spieltag der Fußball-Landesklasse drei Punkte gesichert. Beim 2:0 gegen Absteiger Empor Glauchau zeigte der Aufsteiger eine blitzsaubere Leistung.

Stollberg.

Die Indizien häufen sich. Dafür, dass der FC Stollberg in der Landesklasse deutlich stärker aufgestellt ist als noch vor zwei Jahren, als die damalige Spielzeit mit dem Abstieg in die Erzgebirgsliga endete. Eine Woche nach dem überraschenden Pokalerfolg gegen den Landesligisten Kickers Markkleeberg, setzten sich die Stollberger nun am Sonntag zum Ligaauftakt mit 2:0 gegen den VfB Empor Glauchau durch. Der spielte in der Vorsaison ebenfalls eine Etage höher.

Trainer Bernd Eichenmüller war das Adrenalin nach den 90 Minuten noch anzumerken, das Spiel seines Teams hatte ihn elektrisiert. "Ich meckere ja oft. Aber was wir heute in der zweiten Halbzeit gespielt haben, dafür gibt es nur ein Wort: geil", sagte der erfahrene Fußballlehrer, der - ein bisschen aus der Not geboren - ein blutjunges Team aufgeboten hatte. Stürmer Steven Tonne - 1989 geboren - war der Senior. "Die Älteren waren alle im Urlaub oder verletzt", so Eichenmüller, der den psychologischen Effekt hervorhob. "Die Glauchauer haben uns mit Sicherheit unterschätzt."

Im ersten Durchgang sahen die rund 100 Zuschauer im Glückaufstadion allerdings ein verteiltes Spiel, in dem sich beide Mannschaften im Mittelfeld neutralisierten. Chancen gab es auf beiden Seiten so gut wie keine. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst nicht - bis zur 61. Minute, als die vom Ex-CFC-Spieler Lutz Wienhold trainierten Gäste die Führung auf dem Fuß hatten. Doch Christian Schade zielte zu ungenau und verzog aus 16 Metern. Im direkten Gegenzug fiel die Stollberger Führung. Nach einem Glauchauer Ballverlust schalteten die Gastgeber blitzschnell um. Am Ende des präzise ausgespielten Konters stand Maximilian Friedrich blank vor dem Tor und vollstreckte hoch in die kurze Ecke. Es war bereits das zweite Tor für den Abwehrspieler in dieser Spielzeit - im Pokal erzielte er den erlösenden Treffer für die Rot-Weißen kurz vor Ende der Verlängerung.

Nach der Führung agierten die Stollberger plötzlich wie entfesselt. Welle auf Welle rollte auf den Glauchauer Keeper Tom Seyfarth zu, die überlegene Physis der Gastgeber kam zum Tragen. "Ab der 75. Minute hatte nur noch eine Mannschaft zuzusetzen", so Eichenmüller. Zwar vergab der Ex-Stollberger Toby Ammon zwei Minuten vor Schluss ebenfalls noch einmal eine gute Gelegenheit für Glauchau - FCS-Keeper Kenny Hoyer reagierte echt prächtig - doch kurz darauf tütete Felix Wolfermann den Sieg endgültig ein. "Auch das war wieder ein hervorragender Spielzug", sagte Eichenmüller, der demnächst die Qual der Wahl haben dürfte. Denn wenn die Arrivierten zurückkommen, wird die jetzt so stark auftrumpfende nächste Generation nicht wieder weichen wollen. Ein Luxusproblem? "Einerseits schon. Wir haben einen 21-Mann-Kader und jeder will spielen. Andererseits ist das auch nicht so einfach. Da muss man als Trainer schon ein guter Psychologe sein."

Mit dem guten Saisonstart im Rücken würden die FCS-Kicker nun am liebsten gleich ins nächste Spiel gehen. Doch daraus wird erstmals nichts, denn am kommenden Wochenende dürfen die Stollberger nur zuschauen. Der FC Concordia Schneeberg, der nächste planmäßige Gegner, hatte im Vorfeld der Saison um Verlegung der Partie gebeten, die nun erst am 12. Oktober ausgetragen wird. Eichenmüller ärgert sich über die Zwangspause. "Für den Rhythmus ist das nicht gut. Unter anderem deshalb hoffe ich, dass wir im Pokal weit kommen, damit wir an diesen Wochenende nicht auch noch pausieren müssen." Das nächste Pflichtspiel ist jedenfalls wieder eine harte Nuss. Am 1. September kommt mit Fortuna Chemnitz nach Glauchau ein weiterer Aufstiegs-Mitfavorit nach Stollberg.

Statistik Stollberg: Hoyer, Friedrich, Haase, F. Wolfermann, John, Günther (80. Grießbach), Schubert, Schreiter, Meyer (69. Schönherr), Tonne (76. Beck), Schönichen; Tore: 1:0 Friedrich (62.), 2:0 F. Wolfermann (82.); SR: Zander (Leipzig); Z: 100

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