Tannen mit versöhnlichem Saisonfinale

Der SV Tanne Thalheim hat sich mit einem spektakulären 7:3-Heimsieg gegen Gelenau aus der Landesklasse verabschiedet. Der schon länger feststehende Abstieg erhielt noch einmal eine besonders dramatische Note.

Thalheim.

Erinnerungen tun manchmal weh. Es war der letzte Spieltag der vergangenen Saison, als die Fußballer des SV Tanne Thalheim den FC Stollberg in seine Einzelteile zerlegten und ihrem Verein mit einem 6:1 eine weitere Saison in der Landesklasse bescherten.

Auch in dieser Spielzeit entfesselten die Thalheimer ausgerechnet zum Saison-Halali einen Sturm. Mit 7:3 fegten sie über die bedauernswerten Kicker des BSV Gelenau hinweg - so als wollten sie beweisen, dass sie leistungsmäßig doch in die Landesklasse gehören. Doch im Gegensatz zur Vorsaison war es zu spät. Schon vor dem Anpfiff standen die Thalheimer als Absteiger fest, die Partie hatte nurmehr statistischen Wert.

Doppelt bitter also, dass der deutliche Sieg die Zwönitztaler am Ende noch auf Platz 11 spülte. Um ein Tor sind die Erzgebirger in der Abschlusstabelle besser als der FSV Treuen, der am Sonntag zeitgleich mit 0:2 gegen den neuen Staffelsieger Handwerk Rabenstein verlor. Doch Hoffnungen, dass am Ende vielleicht doch nur vier Mannschaften den Gang in die Erzgebirgsliga antreten müssen, brauchen sich die Thalheimer nicht machen. Das bestätigte Jens Breidel, Geschäftsführer des Kreisverbandes, gestern nochmals auf Anfrage: "Es bleibt definitiv bei fünf Absteigern." Thalheim sei als bestplatziertes der fünf betroffenen Teams nur dann gerettet, wenn sich in einer der vier unter der Landesklasse West angesiedelten Kreisoberligen kein Aufsteiger findet. Das sei aber weder im Erzgebirge, noch im Kreis Zwickau, in Chemnitz oder im Vogtland der Fall.

Auf dem Rasen hatten die Thalheimer gegen Gelenau im ersten Durchgang noch ein paar Anlaufschwierigkeiten. Die Gäste schafften es sogar, zweimal in Führung zu gehen und diese mit in die Kabine zu nehmen. "Die Pausenansprache war prägnant und klar. Ich habe meinen Spielern gesagt, dass wir uns so auf keinen Fall vor unseren Zuschauern aus der Landesklasse verabschieden wollen", sagte Trainer René Wendler. So entwickelte sich dann im zweiten Durchgang das eingangs beschriebene Scheibenschießen, bei dem einige Akteure noch herausragten. Der eingewechselte Tim Schaarschmidt etwa, der mit einem traumhaften Distanzschuss in den Winkel das fünfte Thalheimer Tor markierte. Oder Manuel Grasse, der gleich dreimal traf und mit seinen Saisontoren 14, 15 und 16 noch auf Platz 8 in der Torjägerliste der Liga kletterte. Ein versöhnlicher, wenn auch bitterer Saisonabschluss also - und ein ebenso bitterer Karriereausklang für so manchen Spieler. Fest steht: Mit Kristian Walther, Marcus Rechner, Philipp Vogel und wohl auch David Koch werden vier Aktive die Fußballschuhe an den Nagel hängen. Neuzugänge für die Erzgebirgsliga gibt es hingegen noch nicht, weshalb Trainer Ren´´e Wendler auch tiefstapelt. "Den direkten Wiederaufstieg werden wir in der kommenden Saison wohl eher nicht als Ziel ausgeben", lautet sein Ausblick.

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