Thalheimer fegen Rivalen von der Matte

Mit einem deutlichen 29:4 haben die Ringer des RVT die Siegpunkte in Lugau einkassiert. Der verspätete Kampfstart half einem Sportler nicht.

Lugau.

Die erzgebirgischen Ringerteams in der Regionalliga Mitteldeutschland haben auch am Tag der Deutschen Einheit keine Pause eingelegt. So war der RVE Lugau im Derby gegen Thalheim binnen weniger Tage erneut Gastgeber. Erst am vergangenen Samstag hatten die Eichenkränze zuhause gegen Gelenau knapp den Kürzeren gezogen. Im direkten Nachbarschaftsduell gestaltete sich die Sache aber wesentlich einseitiger. Die Gäste gewannen souverän mit 29:4 und gaben dabei nur einen Kampf an die Heimmannschaft ab.

Die Veranstaltung in Lugau begann mit zehn Minuten Verspätung, da es eine ganze Weile dauerte, bis sich die vielen Zuschauer in die volle Halle gezwängt hatten. Auch Aues Nachwuchstrainer Björn Schöniger und die Bürgermeister beider Städte ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Robert Dobrodziej brachte gegen Emil Lehmann in Freistil die ersten vier Mannschaftszähler für sein Team auf die Anzeige - es sollten die einzigen für den RVE bleiben. Auf der Gegenseite machte der tschechische Meister Ondrej Dadak gegen Maximilian Kirmse keine Gefangenen und entschied die Klasse bis 130 Kilogramm nach zehn Sekunden durch einen Schultersieg für sich. Peter Haase, der beim Aufwärmen Kopfhörer trug, holte für die Thalheimer Mattenfüchse zwei Zähler per 4:0-Punktsieg gegen Libor Milichovsky. "Mit etwas Rockmusik pusche ich mich zum Start immer noch etwas", sagte Haase. Obwohl er erkältet war, habe er schnell gemerkt, dass er physisch überlegen sei und das im griechisch-römischen Stil ausgetragenen Kampf ausgespielt. Sein Fazit: "Es war eine perfekte Mannschaftsleistung heute und wir können alle mit eine guten Gefühl nach Hause fahren." Im vierten Kampf legte der Lugauer Toni Peprny einen vielversprechenden Start gegen Radoslaw Dublinowski hin und errang zwei Zähler. "Ich habe dann eine Schulter in die Magengrube bekommen und habe 30 Sekunden Verletzungszeit beantragt", so der junge Ringer. Sein Thalheimer Kontrahent nutzte seine Vorteile im Freistil aus und holte sich nach knapp fünf Minuten den Sieg per technischer Überlegenheit. Trainer und Vater Jan Peprny sagte mit einem Lächeln: "Ich hätte gedacht mein Junior hat vielleicht einen Konditionsvorteil. Aber der alte Mann hat bis zuletzt auch die Puste behalten."

Da die Eichenkränze ihre drei Neuverpflichtungen erst am 6. Oktober bei SV Luftfahrt Berlin antreten lassen dürfen, kam für den Lugauer Coach die Niederlage nicht ganz unerwartet. "Bloß dass sie so deutlich ausfällt, ist natürlich etwas bitter." Zudem erhielten die favorisierten Gäste Schützenhilfe. Ihr bester Kämpfer Benjamin Opitz bekam keine Gelegenheit seine Klasse zu beweisen, da ihm die vier Punkte kampflos zugesprochen wurden. Bei den Gastgebern muss indes Martin Richter ran, der den ursprünglich eingeplanten Filip Dubsky vertrat. Der Tscheche war bei der Anreise in in Marienberg mit dem Auto liegengeblieben. " Martin hat es gegen Tobias Löffler versucht. Mit Filip wären unsere Chancen in dem Duell wohl etwas besser gewesen", sagte Jan Peprny. Der Thalheimer ging sehr entschlossen in den Wettstreit und hatte nach 1:16 Minuten 15 Zähler Differenz herausgeholt - der Sieg. "Der geht hin wie ein Stier. Nicht zu stoppen", rief ein Zuschauer.

Gästetrainer Steffen Richter bedauerte nach dem Kampftag den deutlichen Sieg fast ein bisschen: "Für die Fans ist es natürlich etwas schade, dass es kein knappes Derby war. Aber was soll ich machen? Ich sage meinen Sportler ja bestimmt nicht, dass sie einen Gang zurück schalten sollen." Das Heimteam habe nicht auf den kompletten Kader zurückgreifen können, wie das bei seiner Truppe aktuell der Fall sein. Richter: "Die mannschaftliche Geschlossenheit hat heute für ins den Ausschlag gegeben."

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