Titelkampf bietet Spannung bis zum letzten Anruf

Trotz eines deutlichen Auswärtssiegs war für die Zschopauer Tischtennis-Spieler Zittern um den Aufstieg angesagt. Dann gab es aber frohe Kunde.

Zschopau.

Wer 11:4 gewinnt, dem dürfte eigentlich nach Jubeln zumute sein. Im Fall der Tischtennis-Spieler vom SSV Zschopau, die sich mit diesem Ergebnis beim TTV 1948 Hohndorf durchsetzen konnten, war dies etwas anders. Um im Titelkampf der 2. Bezirksliga Ost den hauchdünnen Vorsprung vor dem punktgleichen Verfolger SV ABS Aue zu behaupten, hatten sie sich mehr vorgenommen. "Wir wollten eigentlich 12:3 gewinnen. Selbst dann hätte es eng werden können", sagt SSV-Mannschaftsführer Steve Rothe, dessen Team mit einem einzigen gewonnenen Einzel mehr ins Saisonfinale gegangen war.

Wie es zeitgleich für die Auer beim SV Grün-Weiß Niederwiesa lief, wussten die Zschopauer nicht. "Wir wollten uns voll und ganz auf uns selbst konzentrieren. Deshalb war das Handy erstmal tabu", so Rothe. Diese Entscheidung wurde ebenso vom gesamten Team getroffen wie die Änderung der Doppel-Reihenfolge. "Wir handhaben das immer so. Wenn einer einen Vorschlag macht, wird darüber diskutiert und abgestimmt", berichtet der Mannschaftsführer, der mit seinen Kollegen dabei ein gutes Händchen bewies. Bei drei Doppel-Siegen gab der SSV insgesamt nur einen Satz ab.

Auch in den Einzeln lief es zunächst blendend. Von den ersten sieben gingen sechs an die Gäste, nur Tino Jablinski musste sich geschlagen geben. Rothe selbst behielt in einem spannenden Fünf-Satz-Match die Oberhand - genau wie wenig später auch Max Flath. Doch nachdem Veikko Bartsch den zweiten Punkt abgegeben hatte, gingen zwei der letzten drei Einzel über die volle Distanz. Und in diesen Krimis hatten Jablinski und Norman Laskowsky das Nachsehen. Zittern war nun angesagt. Würde das 11:4 trotzdem reichen? Ein Anruf in Niederwiesa brachte Klarheit - und Erlösung für die Zschopauer.

Der gastgebende Außenseiter hatte sich gegen Aue mit einem fast schon sensationellen 8:8-Remis den Relegationsplatz im Abstiegskampf gesichert. Damit trugen die Niederwiesaer gleichzeitig zum größten Erfolg in der Geschichte des SSV Zschopau bei. "In der 1. Bezirksliga haben wir noch nie gespielt", betont Rother, der Vorsitzender des 1967 gegründeten Vereins ist. "Zum Glück konnten wir die Sektkorken knallen lassen. Wir sind ja nicht ganz unvorbereitet angereist", berichtet der 29-Jährige, der den Aufstieg als große Chance sieht: "Viele von uns haben noch nie so hoch gespielt und wollen es einfach mal probieren."

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