Titelkampf mit besonderem Flair

Normalerweise zeigen Orientierungsläufer meist in der Natur ihr Können. Um die besten deutschen Sportler im Sprint zu ermitteln, hat der SV Lengefeld nun aber einen besonderen Ort ausgewählt.

Annaberg-Buchholz.

Geruhsame Spaziergänge rund um die Annaberger St. Annenkirche sind am Sonntag nur schwer möglich. Stattdessen werden dort viele Sportler mit Karte und Kompass im Laufschritt unterwegs sein. Anlass dafür ist die Deutsche Meisterschaft im Sprint-Orientierungslauf, die der SV Lengefeld in der Kreishauptstadt ausrichtet. "Annaberg war schon immer unser Wunschaustragungsort für solch einen Wettkampf", sagt Jörg Hänsel. Der Sektionsleiter der Lengefelder Orientierungsläufer spielt damit auf engen und steilen Gassen an, die für Flair sorgen - und zugleich eine reizvolle sportliche Herausforderung darstellen.

"Sonst finden Sprint-Meisterschaften meist in flachem Gelände statt, wo die Teilnehmer einfach nur Gas geben müssen", erklärt Hänsel. Nun aber müssen die Aktiven genau darauf achten, in welche Straße sie einbiegen, um den nächsten Streckenposten zu finden. "Eine vernünftige Routenwahl ist wegen der Höhenmeter sehr wichtig", so der Organisationsleiter aus Lengefeld. Je nach Altersklasse sind in der Innenstadt bis zu 22 Posten zu finden. An die 3,6 Kilometer an Laufstrecke kommen dabei zusammen. Wer dabei falsch abbiegt, verliert wichtige Sekunden im Kampf um die begehrten DM-Medaillen.

Los geht's am Sonntag, 8.30 Uhr, mit dem Quali-Lauf rund um die St. Annenkirche. Ab 13 Uhr folgen drei Stunden lang die Finalwettbewerbe mit Start und Ziel am Adam-Ries-Bildungszentrum. Schluss ist danach immer noch nicht, denn ab 18 Uhr werden noch die besten Sprint-Staffeln Deutschlands ermittelt. Diese beginnen ihren Sprint auf dem Markt, wo die Sportler dann auch wieder ankommen. In der Innenstadt wollen Hänsel und seine Mitstreiter den Sportlern nicht nur ein besonderes Flair bieten. "Natürlich hoffen wir auch, dass wir dadurch auch etwas für die Popularität unserer Sportart tun können", so der Sektionsvorsitzende aus Lengefeld.

Immerhin: Ein Fernsehteam des MDR hat sich schon mal angekündigt. Doch die meisten Anfragen im Vorfeld kamen natürlich von den Sportlern. Mehr als 750 Anmeldungen hat der Verein entgegengenommen. Hoch ist diese Zahl wegen der Bedeutung des Wettkampfes, aber auch wegen der Tatsache, dass am Samstag ab 13 Uhr im Buchholzer Stadtwald (Mittelstrecke) und am Pfingstmontag ab 10 Uhr im Bornwald am Börnichener Sportplatz (Langdistanz) zudem noch Bundesranglistenläufe auf dem Programm stehen. Wenn der SVL schon mal ein Wettkampfwochenende auf die Beine stellt, dann aber auch richtig.

Logischerweise hat das immense Programm viel Stress mit sich gebracht. Bürokratische Hürden waren dabei erstaunlich leicht zu meistern. "Es war eine sehr gute Kooperation mit der Stadt Annaberg", so Hänsel. Deutlich schwieriger gestaltete sich die elektronische Startpasskontrolle. Grund: Erstmals erfolgte die Registrierung ausschließlich via Internet. "Da kann schon mal die eine oder andere E-Mail im Spam-Ordner landen", sagt Jörg Hänsel, der mit seinem Team aber alle Probleme in den Griff bekommen hat. Fast alle Mitglieder sind in die Organisation eingebunden, zumal sie wegen der Streckenkenntnisse ohnehin nicht starten dürfte. Eine Ausnahme stellen Hannah Hänsel (W 20) und Luise Steinert (W 16) dar. Da sie zum Bundeskader gehören und die anstehenden Wettbewerbe richtungsweisende Sichtungsläufe für die Jugend-EM und Junioren-WM sind, dürfen sie starten. "Sie kennen die Strecken aber noch nicht", versichert Hänsel. Aufgebaut werden die zu findenden Streckenposten erst kurz vor dem jeweiligen Start.

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