Torhüter hält einen Punkt fest

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In ihrem sechsten Spiel innerhalb eines Monats sind die Auer Zweitliga-Handballer das fünfte Mal in Folge ungeschlagen geblieben. Dabei gab es beim 26:26 (15:13) zuhause gegen Ferndorf einmal mehr ein Herzschlagfinale.

Aue.

Was für ein Teufelskerl: Zwei Minuten vor Ultimo hat Anadin Suljakovic flink wie eine Katze alles offen gehalten für sein Team. Der Torhüter von Handball-Zweitligist Aue parierte den fünften Strafwurf von Josip Eres, der zuvor die anderen vier Siebenmeter für den TuS Ferndorf verwandelt hatte. Es hätte die erneute knappe Führung für die Gäste sein können, die sich in der Lößnitzer Erzgebirgshalle beim 26:26 (15:13) am Ende die Punkte mit den Gastgebern teilten.

Letztere waren vom Papier her in der Favoritenrolle. Auf dem Parkett stellte sich das teils anders dar. "Vielleicht haben wir es zu sehr auf die leichte Schulter genommen", sagte Aues Kapitän Kevin Roch. Mit dem Schwung von vier Siegen in Folge hätte laut dem Linksaußen mehr drin sein müssen. "Mit der Leistung dürfen wir nicht zufrieden sein", so der 31-Jährige, der sich selbst nicht ausnahm. In der dritten englischen Woche sei es vielleicht auch Kopfsache gewesen. "Wir haben kaum Zeit, uns zu regenerieren oder normal zu trainieren." Das solle keine Ausrede sein. "Aber die vielen Spiele in kurzer Zeit stecken uns langsam spürbar in den Knochen."

Ein Knackpunkt war laut Roch die Rote Karte für Gabriel De Santis in der 47. Minute, die auch EHV-Manager Rüdiger Jurke kritisch sah - wie den Auftritt des Schiri-Gespanns insgesamt, das ausgerechnet aus Radebeul und damit aus der Nähe von Liga-Konkurrent Dresden kam. Vorausgegangen war dem Feldverweis von De Santis ein Rempler. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Rückraumakteur richtig gut in die Partie gefunden hatte.

Dabei konnte sich Aue nach einer ausgeglichenen Anfangsphase - 4:4 (7.), 6:6 (15.) - kurz vor der Pause bis auf 15:12 absetzen. Nach Wiederbeginn jedoch zeigte Kellerkind Ferndorf Zähne und blieb dran, auch wenn der EHV dank eines Doppelschlags von Rechtsaußen Maximilian Lux zwischenzeitlich 17:14 (34.) führte. Bengt Bornhorn, der mit zwei Feldtoren und fünf Siebenmetern erneut bester Auer Werfer war, erzielte das 18:15 (36.). Auch beim 19:16 (39.) durch den tschechischen Abwehrstrategen Petr Slachta sah alles nach dem fünften Sieg in Folge aus. Doch die Schlussviertelstunde sollte zum Herzschlagfinale werden.

So glichen die Gäste durch Andreas Bornemann in der 46. Minute aus - 21:21. Dem Rückraumakteur mit der Nummer 29 gelangen mit neun Toren ohnehin die meisten Treffer. Er trieb seine Teamkollegen gekonnt zur Aufholjagd an, die im 24:23 (51.) und 26:25 (57.) gipfelte. Aue wirkte fahrig, hatte offensiv und defensiv kaum zündende Ideen. Wobei Roch in der 57. Minute das 26:26 markierte. Was folgte, war die eingangs erwähnte Siebenmeter-Parade von Suljakovic und danach ein laut scheppernder Lattenkracher von Adrian Kammlodt etwa 30 Sekunden vor Schluss. Im direkten Gegenzug zeigte Ferndorfs Spielmacher Bornemann plötzlich auch Nerven und traf nicht. Ebenso wenig wie Aues Sebastian Paraschiv im schnell ausgeführten Konter. So endete die Partie bei abgelaufener Uhr mit einem Kammlodt-Freiwurf, der aber am Gäste-Block abprallte.

Für Aues Torhüter Sveinbjörn Pétursson, der die meiste Zeit im Kasten stand und erneut solide hielt, war es letztlich ein verlorener Punkt. "Zumindest, wenn man das ganze Spiel betrachtet. Wir hätten mehr daraus machen können", so der Isländer. "Leider haben wir vorn oft falsche Entscheidungen getroffen." Und auch die Leistung des Torhüter-Abwehr-Verbunds sei nicht so gut gewesen wie zuletzt.

Von einem kampfbetonten Spiel und einem letztlich gerechten Remis sprach Aues Interimstrainer Rúnar Sigtryggsson. "Natürlich hätte ich lieber gewonnen", sagte er. Doch mit Blick auf die heikle Schlussphase war er am Ende froh, dass wenigstens ein Zähler auf der Habenseite stand. Einmal mehr bleibt ohnehin keine Zeit, sich darüber groß Gedanken zu machen. So spielreich wie der Februar wird für Aue (7./20:14) auch der März. Los geht es diesen Donnerstag, 18 Uhr, zuhause gegen den TSV Dormagen (6./21:13). "Das ist noch mal ein ganz anderes Kaliber", so Roch. Und überdies nur die erste große Herausforderung der Woche. Denn kommenden Sonntag, 17 Uhr, läuft der EHV beim Tabellenführer in Hamburg auf.

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