Torhüter tastet sich heran

Handball, 2. Bundesliga: Erik Töpfer in der Reha

Aue.

Jonglieren mit drei gelben Tennisbällen? Kein Problem für Kevin Roch vom Handball-Zweitligisten EHV Aue. Die Herausforderung der Bienen vom HC Rödertal meistert er spielend, sogar auf dem Skateboard. Und gibt mit seinen Mannschaftskollegen eine Aufgabe an die Drittliga-Fußballer des FSV Zwickau weiter: Aus dem voll gestreckten Körper an der Reckstange hochziehen und dann in den Hüftstütz drücken. Nicht nur auf diese Weise halten sich die Mitglieder der Aktion Teamsport Sachsen aus 21 Proficlubs bei Laune.

Bei den EHV-Jungs kann sich jeder Fitnesskniffe abgucken. Im sozialen Netzwerk haben sie Filme von ihren Übungseinheiten eingestellt, die von straffen Baseball-Würfen über Hanteltraining bis zum Leiter-Hangeln reichen. Not macht erfinderisch. So lässt es sich überall trainieren, wenn auch allein - ob im heimischen Fitnessraum, im Garten oder im Wohnzimmer. Hütchenlauf Dehnübungen und Liegestütze: Trotz Kurzarbeit beim EHV schont sich keiner. Auch wenn wohl keiner mehr auf den Fortgang der Saison wetten würde, die Lockerungen der Corona-Einschränkungen fielen ja sehr verhalten aus.

Das lässt auch Erik Töpfer nicht mehr an einen Spielbetrieb der Serie 2019/20 glauben. Der Stamm-Keeper war vor Wochen mit einer schweren Schulterverletzung ausgefallen, die ihn für Monate ausbremst. Inzwischen ist er auf dem Weg der Besserung und trainiert wie seine Teamkameraden im Alleingang. Er taste sich heran. "Sieben bis acht Kilometer laufe ich jeden Morgen", so der 23-Jährige. "Es ist monoton und eingleisig", gesteht er. Ihm fehle das Mannschaftsgefühl. "Da wir alle unseren eigenen Weg gehen müssen, halten wir uns mit Videokonferenzen bei Laune." Seit vier Wochen trainieren alle in Eigenregie. "Das wird von Tag zu Tag schwerer." Für ihn kommen noch Reha-Maßnahmen hinzu. Er spüre Fortschritte. "Aber es dauert vermutlich bis Mitte oder Ende Juni."

Besondere Herausforderung sei das Werfen. "Dabei habe ich noch große Schmerzen und muss mich Stück für Stück heranarbeiten." In Sachen Fitness sei er auf einem guten Level - und bewies wie Kevin Roch auch bei der Team-Aufgabe mit dem Jonglieren viel Geschick. Dabei geht Töpfer nicht davon aus, dass es in der aktuellen Saison noch einen regulären Spielbetrieb geben wird. Dieser pausiert vorerst bis 23.April. Es sei schwierig, trotz allem am Ball zu bleiben. "Denn keiner weiß, worauf er hinarbeitet. Trotzdem darf man nicht nachlässig werden." Das Ausgehen fehle ihm nicht. "Ich gehe mehr spazieren und schaue Filme an." (mit wend)


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