Torschützenkönig hat ein klares Ziel

In der vergangenen Saison hat Charlie Baude so viele Tore erzielt hat wie kein anderer B-Jugend-Kicker in der Landesklasse. Dennoch wartet der Angreifer von Motor Marienberg nicht auf große Angebote.

Für seine 37 Treffer wurde Charlie Baude als Torschützenkönig der B-Jugend- Landesklasse ausgezeichnet. Nun will er in der A-Jugend möglichst viele Tore nachlegen, später bei Marienbergs Herren.

Von Andreas Bauer

Werden erfolgreiche Nachwuchs-Fußballer heutzutage nach ihren Vorbildern gefragt, fallen oftmals Namen wie Christiano Ronaldo oder Toni Kroos. Nicht so im Fall von Charlie Baude, der stattdessen Marcel Baude nennt. Der aus Flöha stammende Cousin des 17-jährigen Lengefelders hat lange beim Chemnitzer FC gespielt, ist inzwischen bei Energie Cottbus in der Dritten Liga sportlich zuhause. Obwohl dem Außenverteidiger der ganz große Durchbruch verwehrt blieb, blickt Charlie Baude zu ihm auf. Dem Traum von der Bundesliga gibt er sich gar nicht erst hin.

Dabei könnten Außenstehende leicht zu dem Eindruck gelangen, dass der junge Stürmer durchaus das Potenzial für die ganz hohen Ligen mitbringt. Schließlich wurde ihm gerade eine Ehre zuteil, über die sich sonst kaum Fußballer der Region freuen durfte. Vom sächsischen Fußball-Verband wurde Baude die Torjägerkanone der B-Jugend-Landesklasse überreicht. Mit 37 Toren erzielte der Angreifer des FSV Motor Marienberg so viele wie kein anderer Akteur aller vier Staffeln. Der ärgste Verfolger hatte satte elf Tore Rückstand auf den Lengefelder, der nur 22 Saisonspiele für seine beeindruckende Ausbeute benötigte.

Überraschend ist die Bilanz auch deshalb, weil die Marienberger zunächst tief im Tabellenkeller feststeckten. Nach vier Spieltagen ohne Punktgewinn war die Torjägerkanone das letzte, an das irgendjemand gedacht hätte. Vielmehr ging es ums sportliche Überleben. Dank Trainingsfleiß, Leidenschaft und Teamgeist fand der FSV Motor jedoch in die Erfolgsspur. Der Abstiegskandidat mauserte sich zum Rückrundenmeister, der in der zweiten Saisonhälfte ohne Niederlage blieb und acht Siege am Stück feierte. Mit seiner Treffsicherheit trug Baude viel zum Aufschwung bei. "Meine große Stärke ist die Schnelligkeit", sagt der Angreifer, der seinen Gegenspielern ein ums andere Mal enteilte, um den Angriff zu vollenden.

"Aber Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport. Ein Stürmer kann nur erfolgreich sein, wenn das Team funktioniert", betont Vater Carsten Baude, der seinen Sohn mit sechs Jahren zum Bambini-Training beim SV Lengefeld mitnahm. Schon ein Jahr später wechselte Charlie nach Marienberg, wo er 2012 mit 81 Treffern Torschützenkönig der E-Junioren wurde. Vier Jahre später reichten in der C-Jugend 52 Tore zum gleichen Erfolg. Nun ist dem 17-Jährigen dieses Kunststück auf Landesebene gelungen, doch statt des Fußballs steht für Charlie Baude der Beruf im Vordergrund. In Chemnitz feilt er gerade an seinem Fachabitur, um später in Brandenburg Grundschullehramt studieren zu können. Selbst dann will er für die Marienberger Herren auf Torejagd gehen, bei denen er jetzt schon einmal pro Woche mittrainiert.

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