Traditionsklub meldet sich zurück

Nach einigen Jahren Pause kehrt die HSV Eintracht Seiffen in den Spielbetrieb der Kegler zurück. Neben dem neuen Gegner müssen sich die Spieler auch an neue Regeln gewöhnen.

Seiffen.

Mit zwei Kreisliga-Partien beginnt heute die neue Kegel-Saison im mittleren Erzgebirge. Dass ab 9 Uhr auf der Kegelbahn im Seiffener Berghotel "Wettiner Höhe" die Kugeln rollen, ist eigentlich nichts Neues. Schließlich trug dort der KSV 91 Olbernhau in den vergangenen Jahren seine Heimspiele aus. Dennoch handelt es sich heute um eine Premiere, besser gesagt um eine Art Wiedergeburt. Denn statt des KSV 91 wird die Handerker-Sport-Vereinigung (HSV) Eintracht Seiffen den SV Rot-Weiß Niederschmiedeberg empfangen. "Nach einigen Jahren Abstinenz kehren wir in den Spielbetrieb zurück", erklärt der HSV-Vorsitzende Kai Weber.

Weil die Seiffener einst mit argen Personalsorgen zu kämpfen hatten, konnte keine Mannschaft mehr an den Start geschickt werden. Um dennoch weiter auf Wettkampfebene ihrem Hobby nachgehen zu können, wechselten Kai Weber und sein Sohn Andy nach Olbernhau. Nun wiederholte sich das Szenario - allerdings in umgekehrter Richtung. Diesmal war es der KSV 91, dem das Personal fehlte - und zwar an oberster Stelle. Nach jahrelangem Engagement mangelte es dem bisherigen Klubchef André Schmieder an Zeit für diesen Posten. "Weil sich kein neuer Vorstand gefunden hat, wurde der KSV 91 zum 30. Juni aufgelöst", berichtet Kai Weber. Seit dem 1. Juli gehören die Spieler der HSV Eintracht Seiffen an, die nun wieder stark genug für die Kreisliga ist.

"Alles ging ohne Diskussionen und Streit über die Bühne", beschreibt Kai Weber einen Vorgang, bei dem es nur Gewinner gab: "Für alle war es die beste Lösung." Während die Olbernhauer - wenn auch unter neuen Namen - weiterhin auf Punktejagd gehen können, hat die Eintracht ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. Von den insgesamt neun Sektion - dazu gehören unter anderem Badminton und Pferdesport - ist neben dem Schach nun auch das Kegeln wieder weit mehr als nur eine kleine Feizeitgruppe. Und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr, denn am 1. Oktober feiert die HSV Eintracht Seiffen mit einer Festveranstaltung im "Haus des Gastes" ihr 50-jähriges Bestehen.

Während die Seiffener voller Tatendrang ihrem Auftaktspiel entgegenfiebern, kann sich der Rest der Kreisliga auf einen alten Bekannten als neuen Gegner freuen. Neu sind für einige Mannschaften zudem die Regeln, denn mit Beginn der Saison 2016/17 wird in allen Ligen nach dem internationalen Wertungssystem mit 120 Wurf gespielt. Zwar kommen auf Kreisebene nur vier statt sechs Spieler zum Einsatz, doch das Konzept ist das Gleiche. "Die Heim-Mannschaft gibt als erste ihre Formation bekannt, dann können die Gäste mit ihrer Aufstellung reagieren", erklärt Kai Weber. Der 49-Jährige freut sich, denn das neue System erweitert den bisherigen sportlichen Aspekt um einen taktischen Reiz. Statt einfach nur die erzielten Kegel zu addieren, kommt es auf das Gespür für das richtige Aufgebot an, denn Punkte gibt es für die gewonnenen Duelle zweier Spieler.

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