Trainer fordert nach dem Durchmarsch ein Umdenken

Die Landesklasse-Zeiten, in denen die Olbernhauer Fußballer mitunter nach Belieben dominierten, sind vorbei. Eine Etage höher werden die Aufgaben viel schwieriger, zumal sich in der Saisonvorbereitung eine Schwäche offenbarte.

Olbernhau.

Mit dem Staffelsieg in der Kreisliga Ost begann vor vier Jahren eine bemerkenswerte Erfolgsserie der SV Olbernhau. Nach einer guten ersten Saison in der nächsthöheren Spielklasse folgte im zweiten Jahr stets der Aufstieg - ein Aufschwung, der die Kicker aus dem mittleren Erzgebirge nun bis in die Landesliga geführt hat. Damit dürfte das Team allerdings am Ende der Erfolgsleiter angekommen sein, denn erstmals nehmen die Olbernhauer nicht das vordere Tabellendrittel ins Visier. Stattdessen ruft Trainer Steve Dieske für den Landesliga-Neuling den Abstiegskampf aus.

"Die Landesliga ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft", sagt der SVO-Coach, der zur oberen Schicht die "finanziell betuchten Mannschaften" zählt. Gemeint sind zum Beispiel Oberliga-Absteiger SV Einheit Kamenz oder die Vertretungen aus Pirna-Copitz, Lößnitz, Großenhain und Grimma. Dank mehrerer Spieler mit Oberliga- beziehungsweise Regionalliga-Erfahrung können sie vor allem mit individueller Klasse überzeugen. "Und dann gibt es ein dichtes Feld, das gegen den Abstieg kämpft", sagt der Trainer, der sein eigenes Team in die zweite Kategorie einordnet. Um im Abstiegskampf zu bestehen, muss laut Dieske "ein Umdenken stattfinden".

Es werde eine andere Einstellung nötig sein als noch in der Vorsaison. "Vor allem in der Hinrunde sind wir mitunter marschiert wie wir wollten", erinnert sich der Trainer an die Dominanz seiner Elf in der Landesklasse. Nun aber müssen sich die SVO-Kicker an ein höheres Tempo und an intensivere Zweikämpfe gewöhnen. Einen Vorgeschmack lieferten die Testspiele der vergangenen Wochen. "Die Vorbereitung hat gezeigt, dass uns nun etwas anderes erwartet", sagt Dieske, der bewusst starke Kontrahenten ausgewählt hatte. Die Zeiten, in denen Olbernhau allein das Geschehen diktierte, seien schließlich vorüber: "Jetzt werden die Gegner versuchen, uns ihr Spiel aufzuzwingen."

Unter anderem führte der Weg zum ZFC Meuselwitz II. Obwohl es beim thüringischen Verbandsligisten eine 0:4-Niederlage setzte, erkannte der Olbernhauer Coach bei dieser "Generalprobe" neben negativen auch positive Aspekte: "Es waren zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. Nach der Pause waren wir klar am Drücker." Was jedoch fehlte, war der Erfolg. Im Auslassen guter Chancen hat der SVO-Trainer das größte Manko einer ansonsten guten Vorbereitung ausgemacht. "Noch fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit", sagt Dieske in der Hoffnung auf rasche Besserung.

An ein effektiveres Offensivspiel als in den Testspielen glaubt der Trainer auch deshalb, weil er zahlreiche Alternativen im Kader hat. In der Vorbereitung standen urlaubs- und verletzungsbedingt meist nur 15 oder 16 Spieler zur Verfügung. Sind aber alle 23 Akteure an Bord, dann hat Dieske die Qual der Wahl. "Einige Entscheidungen werden auch mal weh tun", sagt der Coach bezüglich der Kadernominierung.

Zu den sechs Neuzugängen, die den Konkurrenzkampf auf allen Positionen beleben, gehören mit Filip Vopat (17) und Jaroslav Novak (18) auch zwei junge Tschechen. Sie kommen von der Akademie des FK Teplice, an der einst auch SVO-Angreifer Jakub Uhlir ausgebildet wurde. "Von ihm kam auch der entscheidende Tipp", sagt Dieske, der eines der jüngsten Teams der Liga betreut. Doch auch mit einem Altersdurchschnitt von lediglich 23,7 Jahren sei der Klassenerhalt ein realistisches Ziel. "Wenn wir unser Potenzial abrufen und die taktischen Vorgaben umsetzen, bleiben wir drin", prophezeit der Olbernhauer Trainer, nach dessen Kalkulation 35 Punkte reichen müssten. Um diese - und möglichst noch mehr - zu holen, baut Dieske auch auf die Fans: "Sie werden eine wichtige Rolle spielen."


SV Olbernhau 2018/19

Tor: Sebastian Kaden (24), Sören Geiger (23)

Abwehr: Clemens Prasser (19), Patrick Spartmann (25), Pascal Spartmann (28), Markus Scholz (24), Martin Preißler (23), Felix Lippmann (23),

Mittelfeld: Björn Siegert (28), Roland Fiebig (23), Max Flade (24), Tom Marold (22), Robert Miersch (29), Jaroslav Novak (18), Danny Gottschalk (26), Niklas Domke (18), Steve Müller (25), Manuel Sensfuß (22)

Angriff: Filip Vopat (17), Toni Schuster (30), Tobias Herold (24), Jakub Uhlir (23), Stephan Schäfer (26)

Trainer: Steve Dieske (38)

Zugänge: Danny Gottschalk (FSV Motor Marienberg), Filip Vopat, Jaroslav Novak (beide FK Teplice), Markus Scholz (BSC Freiberg/Zweitspielrecht: SG Arheiligen), Sören Geiger (BSC Freiberg), Clemens Prasser (Chemnitzer FC)

Abgänge: Rico Brückner, Marcus Winzer (beide Ziel unbekannt), Patrick Wilde (BSG Motor Zschopau), Vivian Meyer (FSV Pockau-Lengefeld), Marco Göhler (Standby)

Torwarttrainer: Heiko Wittig

Mannschaftsleiter: Silvio Haag

Abteilungsleiter: Sascha Spartmann

Sportlicher Leiter: Lutz Einert

Spielstätte: Stadion Olbernhau, Blumenauer Straße 26

Spielkleidung: weiß-blau/stahlgrau-schwarz

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