Training läuft auf Sparflamme

An einen Fortgang der Saison in der 2. Handball-Bundesliga glaubt Aues Chefcoach nicht mehr. Dennoch halten sich die Spieler fit - im Alleingang.

Aue.

Zuhause sind alle gesund und munter. Das ist die Hauptsache, sagt Stephan Swat. Dennoch treiben den Chefcoach von Handball-Zweitligist EHV Aue in diesen Zeiten natürlich viele Sorgen um. Die große Frage lautet: Wie geht es weiter? Alle zwei Tage verständigen sich die Bundes-ligisten via Telefonkonferenz zum Stand der Dinge. Fakt ist, dass die Profi-Ligen bis 23. April pausieren. Mindestens. Aber nicht nur Swat geht davon aus, dass die Saison nicht fortgesetzt wird. "Bei der Vielzahl an Wochen, die allein trainingstechnisch fehlen, glaube ich nicht daran, dass wir diese Serie zu Ende spielen." Ein Wiederbeginn ohne ausreichendes Mannschaftstraining sei fahrlässig. "Da wäre das Verletzungsrisiko viel zu hoch."

Zehn Partien sind in der 2. Bundesliga noch offen - es bräuchte fünf englische Wochen, um alles aufzuholen, ehe die Saison am 30. Juni offiziell endet. Dieser Termin ist fix. Immerhin sind mit ihm auch Wechsel und Verträge verbunden. Das alles zusammengenommen macht einen Fortgang der Saison beinahe unmöglich. Und dennoch: Auch in den Reihen des EHV Aue müssen sich alle fit halten, bis endgültig feststeht, was nach dem 23. April passiert. Trainingspläne jedoch darf Swat keine ausreichen. "Das ist rechtlich aufgrund der Kurzarbeit-Regelungen im Verein nicht möglich." Lediglich Empfehlungen seien erlaubt. Bange wird ihm deshalb nicht. "Die Jungs wissen genau, was sie tun müssen", sagt Swat. Kurz bevor sich jeder von ihnen in den "Alleingang" begab, wurden noch vorhandene Geräte für Kraft- und Athletiktraining ausgereicht - oder deren Kauf seitens des EHV finanziell unterstützt. "Damit jeder zumindest ein paar Hanteln zuhause hat", so Swat.

Die Stimmung sei schwer zu beschreiben. "Wir müssen abwarten und keiner weiß, wo es hingeht." Die ungewohnte Situation sei eine Herausforderung. Swat unterstützt daheim seine Kinder bei der Schularbeit. "Dazu kommen Sport und viel Bewegung", sagt er und bleibt zuversichtlich. "Wir kriegen das alle hin."

Seine Spieler sehen es ähnlich, machen sich als Vorbilder und Multiplikatoren stark. Das zeigt ein Blick ins soziale Netzwerk, wo der EHV an die Fans appelliert. In Person von Pascal Ebert etwa: Der Linksaußen streichelt seinem treuen Vierbeiner über den Kopf und richtet klare Worte in die Kamera. "Es gibt Dinge, die sind aktuell wichtiger als der Sport", sagt er und ruft auf, die Regeln zur Kontaktvermeidung zu befolgen. Bengt Bornhorn und Kapitän Kevin Roch tun es ihm gleich. "Bleibt zuhause", lautet die Devise.

Auf die Solidarität von Spielern, Fans und Sponsoren baut auch Manager Rüdiger Jurke. "Damit wir die Krise überstehen und in der Erzgebirgshalle weiterhin 2. Bundesliga gespielt wird."


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