Trotz Corona herrscht auf EBM-Pisten reger Betrieb

Mountainbike: Gastgeber erwarten in Kürze den 1000. Individual-Starter

Seiffen.

Als die Veranstalter des Erzgebirgs-Bike-Marathons im Mai Plan B in Kraft gesetzt haben, waren die Erwartungen eher gedämpft. Den ältesten Mountainbike-Marathon Deutschlands abzusagen, kam für Albrecht Dietze und Co. auch zu Corona-Zeiten nicht infrage. Unklar war jedoch, auf welche Resonanz die Entscheidung stoßen würde, die Veranstaltung rund um Seiffen als "EBM - Individual Start Race" durchzuführen.

"Klar war, dass nicht alle der bis dahin vorliegenden 400 Anmeldungen wahrgenommen werden. Wir hofften aber auch, vielleicht ein paar neue Interessenten auf die Strecke zu locken", sagt Dietze über den Modus, bei dem jeder Sportler individuell oder mit seiner Familie antreten kann. Nachdem zwei der drei Monate um sind, fällt die Zwischenbilanz nun überwältigend aus.

"Anfangs dachten wir, 500 Teilnehmer wären ein toller Erfolg. Jetzt sind es fast doppelt so viele", freut sich Dietze über das erstaunlich große Interesse. Das bringt Aufwand mit sich. Nicht an der Strecke, die ständig ausgeschildert ist. Auch eine Zeitmessung ist nicht nötig, da diese - auf Vertrauensbasis - von den Fahrern selbst vorgenommen und im Internet hochgeladen wird. Dafür musste in logistischer Hinsicht mehr unternommen werden. "Die Kalkulation war einfach. Der harte Kern kommt - das sind 200 Leute. Weitere 200 werden wir noch überzeugen, plus 100 Reserve. Macht 500 - entsprechend wurden Medaillen, T-Shirts und Startnummern produziert", berichtet Dietze, der mit seinen vielen Helfern allerdings liebend gern weitere Starterpakete und Urkunden besorgte.

Nach eigenen Angaben bekommt der Cheforganisator Gänsehaut, wenn er daran denkt, dass bald die Schallmauer von 1000 Startern durchbrochen werden dürfte. "Das ist für uns ein ganz, ganz starkes Signal der Szene in Richtung der Organisation, die uns Kraft gibt, Freude macht und vor allem Lust verschafft", betont der Seiffener. Am ersten August-Wochenende, das eigentlich der Austragungstermin dieses Sport-Highlights ist, war im Spielzeugdorf besonders viel los. "Abends gab es unter Berücksichtigung der Abstandsregeln ein kleines Lagerfeuer", berichtet Dietze, der aber auch an vielen anderen Tagen Mountainbiker begrüßen konnte. Unter anderem Jann-Luca Künßberg vom SSC Berlin, der über die 96 Kilometer aktuell die Bestzeit hält - 4:23 Stunden. Noch bleibt aber ein Monat, um diesen Wert zu knacken. Denn erst am 30. September werden die Listen geschlossen. (anr)

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