Trügerischer Wintertraum

Eine gesperrte Idylle: Die Wintersportler müssen am Fichtelberg mit enormen Einschränkungen auskommen. Das wird noch eine Weile so bleiben.

Oberwiesenthal.

Nach der Absage des Erzgebirgs-Ski-Marathons gehen die Oberwiesenthaler nicht davon aus, dass sich die Lage schnell bessert. Die Menge an Schnee, die den Sportlern einerseits tolle Bedingungen verschafft, wirkt sich andererseits negativ aus. Und das gleich in mehreren Bereichen.

An den Ästen im Fichtelberggebiet hängt so viel Schnee und Eis, dass es zu weiteren Abbrüchen kommen kann. Seit rund eineinhalb Wochen sind daher die bewaldeten Gebiete rund um die Erhebung durch den Sächsischen Staatsforst gesperrt. "Aufgrund der kalten Temperaturen sowie der prognostizierten Schneefälle ab Mitte dieser Woche ist auch keine Freigabe der Wälder in Sicht. Doch selbst wenn es sie gäbe, könnten die Organisatoren die Schäden nicht beseitigen. Ein rechtzeitiges Präparieren der Strecke für den Erzgebirgs-Ski-Marathon erscheint unmöglich", erklärt Christopher Gahler vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal. "Da die Sicherheit der Sportler an erster Stelle steht, musste der Wettkampf abgesagt werden", fügt er an. Ein Ausweichtermin für die laufende Saison war nicht zu finden, da an den folgenden Wochenenden viele Skilanglaufwettkämpfe in der Umgebung stattfinden.

Doch die Sportler müssen nicht nur auf diese Veranstaltung verzichten, sondern auch auf beliebte Strecken: Aussichts-, Höhen- und Eliteloipen sind geschlossen, war am Dienstag auf der Internetseite der Schwebebahngesellschaft FSB zu lesen. Probleme gibt es nach wie vor an der Schanzenanlage, wo zu all den bekannten Sorgen mit dem Lift auch noch Schneebruch für Unterbrechungen im Trainingsablauf sorgen könnte. Dies berührt Leistungssportler, während Touristen eher auf den Abfahrtspisten sowie auf Ski- und Wanderwegen zu finden sind. Normalerweise jedenfalls. Doch am Dienstag vermeldete die FSB, die für das Präparieren zuständig ist, dass zwar die Lifte mitsamt dem an der Himmelsleiter in Betrieb sind, dafür aber verschiedene Pisten dicht bleiben. Etwa die zur Talstation der Schwebebahn und die vom Kleinen Fichtelberg zu den Schleppliften.

Nicht nutzbar bleibt der FSB zufolge auch die Natur-Rodelstrecke am Fichtelberg. Und als geschlossen markiert waren zudem die Wanderwege - der um den Fichtelberg, der zur Siebensäure und der zur Vierenstraße in Neudorf. Die Schneelast auf den Bäumen ist erdrückend. Ein Eintrag auf der FSB-Seite sagt alles: "Die Loipen und die Winterwege werden aus diesem Grund auch nicht präpariert und sind für die Nutzung gesperrt, es herrscht Lebensgefahr!"

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