Turner tischen im Juni süßen Stollenkuchen auf

Das Turnier zu Ehren von Helmut Scharner und seiner Verdienste für den TV Bernsbach erlebt seine 30. Auflage. Ein früherer Weggefährte mischt sogar noch mit.

Lauter-Bernsbach.

Ein gutes Händchen für Talente und Nachwuchsförderung bewies in Bernsbach ein Trainer, dem der Turnverein des Orts ein Turnier gewidmet hat. Es erlebt am Sonnabend seine 30. Auflage - zu Ehren von Helmut Scharner (1910-1982), der eine wichtige Epoche in der 155-jährigen Vereinsgeschichte prägte: jene nach dem Zweiten Weltkrieg.

"Es waren schwere Zeiten. Im Prinzip baute Helmut Scharner den Verein nach dem Krieg wieder auf", so Henrik Dorschner, 2. Vorsitzender des TV Bernsbach. Übungsleiter, Kampfrichter und Leitungsmitgliede der Betriebssportgemeinschaft, zu der auch die Sektion Turnen gehörte - Scharner brachte sich vielseitig ein. "Turnen war sein Metier", weiß Achim Siegert vom 320-köpfigen Verein. Das Training im Freien endete, als 1907 aus eigener Kraft und dank einer Grundstücksschenkung die Turnhalle erbaut werden konnte, die noch heute das Domizil des TVB ist. Auf Initiative von Scharner wurde der Pferdestall der Post im Keller der Halle zum Vereinsraum - und ist es nach wie vor. Die Sektion stieg sogar zum Trainingszentrum auf und brachte Sportler hervor, die auf Kreis- und Bezirksebene sowie bei DDR-Meisterschaften und Turnfesten Erfolge feierten. Mobil waren die Turner dank eines umgerüsteten W50 der örtlichen Blechformwerke. Die Ladefläche des Lasters hatte kurzerhand Sitzbänke erhalten. "Scharner lief regelmäßig von Haus zu Haus, um neue Mitglieder zu werben oder sicher zu gehen, dass alle die Termine für Wettkämpfe einhielten", so Dorschner. "Er konnte viele fürs Turnen begeistern." Für Schüler in Bernsbach war das Gerätturnen in der 10. Klasse zeitweise Teil der Prüfung.

Das Gedenkturnen ist allerdings schon älter als 30 Jahre. 1971 fand der Wettkampf das erste Mal statt. "Aber wir konnten es erst als Verein nach der Wende umbenennen." Den Wunsch gab's schon zu DDR-Zeiten. "Doch der Namenswechsel wurde nicht genehmigt." Bezirksoffen war das Altersturnen seit 1990 und stets gut besetzt. "Mit den Jahren sank die Starterzahl im Bereich ab 30 Jahre", so Siegert. So öffneten die Ausrichter das Turnier für Jüngere und beide Geschlechter. Seither sind es stets um die 30 Teilnehmer, die sich - wie die Zuschauer - sicher auf den traditionellen Stollenkuchen freuen. Im Juni? Ganz richtig. "Einst fand der Wettkampf im November statt - in der Zeit des Stollenkuchens", so Dorschner. Aus Termingründen zog man das Turnier vor - samt Stollenkuchen, den ein Bernsbacher Bäcker extra für die Turner backt.

Auch ein Weggefährte Scharners ist am Sonnabend an den Geräten zu erleben. Siegfried Bauer vom TV Markleeberg feierte voriges Jahr 80. Geburtstag und und wurde deutscher Seniorenmeister in der AK ab 80 Jahre. Zudem gewann er als ältester Teilnehmer in Bernsbach in seiner AK und erzielte von allen Siegern der vier Altersklassen - 14-17, 18/19, 60-69 und 70-80 plus - den besten Durchschnittswert. Auf viele Zuschauer hofft am Sonnabend ab 14 Uhr in der Vereinsturnhalle des TV Bernsbach auch er. Es folgen Siegerehrung und geselliger Ausklang.

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