Überraschung bleibt aus

Die Ringer des RV Eichenkranz Lugau haben in der Regionalliga beim Staffelfavoriten Markneukirchen die erwartete Niederlage kassiert. Deutlich besser lief es für Thalheim.

Von holger Hähnel

Zumindest ärgern hatten die Lugauer den großen Favoriten ein bisschen gewollt. Doch das gelang höchstens ansatzweise. Mit 10:21 haben die Ringer des RV Eichenkranz am Samstagabend ihren Regionalliga-Kampf in Markneukirchen verloren - nach dem Auftaktsieg daheim gegen Potsdam kamen damit keine weiteren Punkte in der Tabelle hinzu.

Dabei hatten beide Teams mit Aufstellungssorgen zu kämpfen. Während die Lugauer im Limit bis 75 Kilogramm (klassisch) keinen Athleten an den Start brachten, klaffte bei den Vogtländern in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm (Freistil) eine Lücke. Dadurch erhielt auf Gästeseite der polnische Neuzugang Robert Dobrodziej kampflos vier Punkte.

Auf der Matte selbst gab es für Lugau später immerhin auch zwei Lichtblicke. So konnte Tim Hamann bei den 66 Kilogramm schweren Athleten einen Punktsieg gegen Roman Walter einfahren. Im vergangenen Jahr hatter er das auch schon geschafft. "Damit hat er gezeigt, dass das keine Eintagsfliege war", sagte sein Trainer Jan Peprny, der sich zudem erfreut zeigte, dass sein Schützling von Beginn an konzentriert agierte. Sogar ein Schultersieg gelang zudem Deward Stier (75 kg/Freistil) , der gegen Potsdam noch enttäuscht hatte. "Diesmal war er von Beginn an hellwach und hat die Fehler seines Gegners sofort in Punkte umgewandelt. Der Sofortsieg nach einem Beinangriff war dann natürlich die Krönung", so Peprny.

Die anderen Lugauer gingen allerdings allesamt als Verlierer von der Matte. Das Resultat von 10:21 aus Lugauer Sicht ist allerdings noch nicht endgültig. Grund: Die Gastgeber hatten für den Kampf in der 130-Kilo-Klasse zwischen Franz Richter und Alexander Tyschkowski wegen planmäßiger Abwesenheit ihres Athleten im Vorfeld eine Verlegung beantragt. Er muss nun innerhalb der nächsten drei Wochen nachgeholt werden. Das Ergebnis fließt in die Gesamtwertung mit ein, der Sieg für Markneukirchen steht aber nicht mehr zur Disposition.

Wesentlich mehr Grund zur Freude hatten hingegen Ringer des RV Thalheim. Beim 19:7 seiner Schützlinge in Potsdam hatte Trainer Steffen Richter kaum etwas zu meckern. "Auf der Matte lief es nahezu optimal, da war das Ergebnis am Ende doch viel deutlicher, als wir gehofft hatten", sagte der 52-Jährige. Ganz besonders war Richter von Rückkehrer Benjamin Opitz im Limit bis 98 Kilogramm beeindruckt. Im Duell gegen den 15 Kilogramm schwereren Juniorenmeister Alexander Biederstädt hatten Kenner mit einem engen Ausgang gerechnet. Der Potsdamer legte auch mächtig los, sodass Opitz sich anfangs nur durch Fingerfassen wehren konnte und zweifach verwarnt wurde. Doch dann baute Biederstädt konditionell ab. Opitz witterte seine Chance, startete gezielte Beinangriffe und stellte schließlich mit kraftvollen Bodenrollen den 20:4-Sieg her.

Dass die Erzgebirger zur Pause bereits mit 13:1 vorn lagen, dafür sorgte zudem auch Debütant Florian Pohl (66 kg). Der Ex-Hofer lag nach 48 Sekunden per Beinangriff und Spindeltechniken gegen Alan Golmohammadi bereits 12:0 in Front. Die Attacken schienen etwas Kraft gekostet zu haben, sodass er anschließend einen Gang zurückschaltete und letztlich einen Punktsieg einfuhr. In der zweiten Hälfte mussten die Thalheimer schließlich das Fehlen des rotgesperrten Chris Schneider (86 kg) nach dessen Ausraster gegen Leipzig kompensieren. Seinen Platz nahm Kevin Mehlhorn ein, der rechtzeitig aus dem Urlaub zurück war. Ihm gelang ein ungefährdeter Erfolg gegen den Potsdamer Peter Groß. Positiv sah Richter zudem den vorletzten Kampf, in dem als Maximilian Kahnt Sven Menzel in Schach hielt. "Max ist diesmal mit dem richtigen Selbstbewusstsein aufgetreten", freute sich Richter. (mit karny)

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