Umbruch verheißt spannende Saison

Der FC Lößnitz hat in seinem Kader fast eine komplette Mannschaft ausgetauscht. Dank der Verjüngungskur startet der etablierte Fußball-Sachsenligist aus dem Erzgebirge an diesem Sonnabend unter neuen Vorzeichen in die Spielzeit.

Lößnitz.

Viele neue Namen muss sich Heiko Junghans einprägen. Seit Ende Juli bereitet der Trainer des FC Lößnitz sein Team auf die Saison 2020/21 vor, die kommenden Sonnabend beginnt. Allerdings hat der Fußball-Sachsenligist innerhalb seines Kaders fast eine komplette Mannschaft ausgetauscht.

Damit steht ein von Grund auf neues Team auf dem Platz. "Gehörten wir vorige Spielzeit zu den ältesten Mannschaften, sind wir nun eine der jüngsten", sagt Junghans. Die große Aufgabe nehmen alle an. "Der Umbruch kündigte sich an." In diesem Zuge verließen neun Spieler die erste Mannschaft. Darunter mit Marcel Mühle, Kevin Schreiber und Marcel Trehkopf echte Urgesteine. Gerade Trehkopf werde schmerzlich fehlen. "Allein seine Erscheinung auf dem Platz strahlte Selbstbewusstsein aus. Er stand stets für leistungsbezogenen Fußball", sagt der Coach. Laut Teammanager René Zimmermann wird Trehkopf, inzwischen 39 Jahre alt, künftig in seinem Wohnort beim Eibenstocker BC die Töppen schnüren. Berufsbedingt hörten Henrik Jochmann, René Winkler und als entscheidende Personalie der langjährige Torhüter Alexander Schulz auf. "Er steht für den Notfall aber noch auf Abruf bereit. Dafür bin ich dankbar."

Für Lößnitz gehe es nun darum, als junge Mannschaft mit acht Neuzugängen - darunter zwei aus dem eigenen Nachwuchs - zu bestehen. "Wir konnten hochklassige Spieler mit jeweils sehr guter Ausbildung gewinnen." Etwa aus dem A-Junioren-Bereich von Zweitligist FC Erzgebirge Aue, Drittligist FSV Zwickau und Regionalligist VfB Auerbach. "Die Jungs sind spitze und identifizieren sich auch mit unserem Verein. Ihnen fehlen aber Erfahrung und Routine im Männerbereich."

In diesem Metier zu bestehen, sei kein Spaziergang. "Deshalb baue ich auf alte Hasen wie Danny Troschke und Marco Wölfel", so Junghans. Die beiden Kapitäne sieht er als wichtige Bindeglieder zu den Jüngeren im Aufgebot. Sie gehen in den Trainingseinheiten als Vorbilder voran und erweisen sich im Spiel als Regisseure. "Sie treten routiniert auf und ziehen die anderen mit. Das ist unbezahlbar." Denn etwa die Hälfte im 22-köpfigen Kader ist noch keine 20. "Trotzdem soll auf dem Platz alles wie am Schnürchen laufen", sagt Junghans und ist voller Zuversicht, dass das gelingt. "In der Vorbereitung haben wir viel probiert." Auch menschlich passe das Team prima zusammen. "Wir haben eine starke Truppe beisammen."

Spannend dürfte es auf der Torhüter-Position werden. Etwa mit Blick auf Maximilian Rosenkranz. "Er wurde in Aue ausgebildet, ging nach Zwickau und dann nach Auerbach." Allerdings schaffte der 23-Jährige nie den Sprung am ersten Keeper vorbei. "Ich freue mich wahnsinnig, dass wir ihn gewinnen konnten. Aber ein Trainingsweltmeister gewinnt keine Spiele. Er braucht also Routine." Mit Sebastian Henselin drängt zudem ein Talent aus den Reihen des FC Lößnitz zwischen die Pfosten. "Wir werden sehen, wie sich beide behaupten." Bitter: Top-Stürmer Cedric Graf, rege umworben von höherklassigen Vereinen, entschied sich letztlich zwar für Lößnitz. "Aber er hat sich schwer verletzt und fällt lange aus." Da dürfen sich nun andere Angreifer anbieten.

Die Vorbereitungsphase stimmt Junghans zufrieden. "Ich habe allerdings darauf geachtet, den Bogen nicht zu überspannen." Immerhin gab es eine ausgedehnte Pause wie jene durch Corona bisher noch nie. "Das hinterließ bei allen Spuren. Die Saison wird lang und wir brauchen jeden gesund auf dem Platz, denn der Kader ist nicht der größte." Daher starte er lieber mit 85 Prozent, als zu viel zu fordern. Auf Rang 2 stand der FCL bei Abbruch der vorigen Saison und landete nach der Quotenregelung auf Platz 4.

Das obere Tabellendrittel soll es wieder werden. Minimalziel im Feld von 22 Teams sei nach der Hinrunde die Meister- statt die Abstiegsrunde. Abgehakt ist nach dem 1:2 in Freital derweil der Sachsenpokal. "Wir konzentrieren uns ganz auf die Liga." Der Auftakt erfolgt diesen Sonnabend, 15 Uhr bei der SG Wilsdruff.


Kader des FC Lößnitz für die Landesliga-Saison 2020/21

Tor: Sebastian Henselin (18), Maximilian Rosenkranz (23), Alexander Schulz (33)

Abwehr: Philipp Colditz (29), Sebastian Frenzel (32), Noah Günther (18), Ronny Liebold (35), Tony Thiam (24), Niklas Winkler (19)

Mittelfeld: Guido Heßmann (30), Sebastian Müller (17), Alexander Kramer (18), Max Prügner (22), Samiou Tchagbele (19), Nico Seifert (19), Tom Wilhelm (28), Danny Troschke (33/Kapitän), Marco Wölfel (34/Kapitän)

Angriff: Marcel Becher (23), Max Engelhardt (19), Cedric Graf (20), Phillip Wanzek (19)

Zugänge: Noah Günther, Sebastian Henselin (beide eigener Nachwuchs), Max Engelhardt, Nico Seifert (beide FC Erzgebirge Aue A-Jugend), Phillip Wanzek (FSV Barleben), Sebastian Müller (FSV Zwickau A-Jugend), Alexander Kramer (VfB Auerbach A-Jugend), Maximilian Rosenkranz (FC Concordia Schneeberg)

Abgänge: Robert Höfner (Wernesgrün), Marcel Mühle, Kevin Schreiber (beide aktive Laufbahn beendet), Marcel Trehkopf (Eibenstocker BC), Henrik Jochmann (Rabenstein), Jean Paul Ketzer, Philip Leipner (beide Lößnitz II), Tom Wessel (Borna), René Winkler (unbekannt)

Trainer: Heiko Junghans

Co-Trainer: Martin Lauckner

Torwart-Trainer: Jörg Frister

Betreuer: Daniel Schurtzmann

Zeugwart: Thomas Hänel

Teammanager: René Zimmermann

Physiotherapeut: Ralf Langer

Spielstätte: Stadion an der Talstraße

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