Umstellung zieht Gastgebern einen Trumpf aus dem Blatt

Die Hoffnung auf den zweiten Sieg in Folge ist gestern jäh zunichte gemacht worden. Potsdams Ringer entführten aus Gelenau die Punkte - mit einer taktischen Finesse.

Gelenau.

In der Regionalliga Mitteldeutschland hat es der RSK "Jugendkraft" Gelenau gestern nicht geschafft, das Tabellenende zu verlassen. Die Sachsen unterlagen dem RC Germania Potsdam vor mehr als 150 Zuschauern 12:17 und mussten sich eingestehen: Viel mehr war in dieser Begegnung nicht drin.

"Dass die Potsdamer umgestellt hatten, ist legitim. Den Zahn haben sie uns damit trotzdem gezogen", gab Trainer Björn Lehnert schweren Herzens zu. Knackpunkt aus seiner Sicht war, dass die Gäste ihren mehrfachen moldavischen Meister abspecken ließen und ein Limit nach unten gezogen hatten. Und der ist eben noch einen Zacken besser als der mehrfache tschechische Titelträger in Gelenauer Diensten, Tomas Sobecky. "Beim 8:2-Sieg von Radu Cataraga war Tomas mehr oder weniger chancenlos. Durch ihn hat Germania Potsdam aber einen unserer Punktebringer ausgeschaltet. Das war letztlich kampfentscheidend", so Lehnert zu dieser aufstellungstechnischen Finesse. Er hatte sie befürchtet, konnte jedoch nicht adäquat reagieren, weil ihm dafür die Möglichkeiten fehlen. Deshalb grollte der RSK-Verantwortliche auch nicht sonderlich lange am Feiertag, sondern lobte seine Mannschaft trotz der Niederlage. "Ich kann niemandem einen Vorwurf machen, selbst wenn zwei meiner Kämpfer zwischendurch mal eine minimale Chance zu einer dicken Überraschung hatten."

An Kampfrichter Ronald Hartenstein lag die Niederlage jedenfalls nicht, obwohl dieser trotzdem keinen besonders guten Tag erwischt hatte. Die erfahrenen Recken in den roten Trikots - Daniel Franke, Stefan Saul, Kamil Wojchiechowski und Fabian Jänicke - setzten sich auch so durch, wobei Letzterer sogar profitierte. Beim Stand von 10:0 disqualifizierte Hartenstein Jänickes Kontrahenten zwei Sekunden vor Kampfende, was selbst unter den Gelenauer Zuschauern für Verwunderung sorgte. Die aber sahen, dass sich ihre Jungs redlich mühten, jedoch ihre zum Teil anfangs erzielten Vorsprünge nicht in Erfolge ummünzen konnten. Rico Richter ging das so, Lucas Kästel ebenfalls. Der musste gegen Ricardo Melz ran, der früher selbst im Trikot des RSK Gelenau auftrat und mit Bronze bei der Juniorenweltmeisterschaft 2007 seinen größten Erfolg gefeiert hatte. 7:1 nach Punkten hieß es am Ende für den Brandenburger.

Lehnert lobte auch den ständig angreifenden Wojchiechowski, obwohl der sich viele Konter einhandelte, und Hassan Ismail. Der 18-Jährige musste für den verletzten Felix Franke einspringen, zwei Gewichtsklassen höher und dazu noch in der für ihn schwächeren Stilart antreten. "Dass er unter den Umständen über die Zeit gekommen ist, finde ich beachtlich", so Björn Lehnert.

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