Umzug in andere Halle bringt sportliche Lawine ins Rollen

Obwohl es den Goju-Kai Amtsberg erst seit drei Jahren gibt, verfolgen die Karateka des Vereins hohe Ziele. Kostproben ihres Könnens haben sie bereits abgeliefert - sowohl in kämpferischer als auch in organisatorischer Hinsicht.

Amtsberg.

Medaillen gab es bei den Deutschen Karate-Meisterschaften in Chemnitz nicht zu bejubeln. Der Goju-Kai Amtsberg war bei den nationalen Titelkämpfen nicht einmal vertreten gewesen. Und doch stellte der Wettkampf in der Halle des Sportforums einen großen Erfolg für den erzgebirgischen Verein dar, der zusammen mit dem Goju-Kai Kemtau und dem Chemnitzer Wohnsportverein am vergangenen Wochenende als Ausrichter fungierte. "Wir wollen uns im Verband eine gewisse Anerkennung erarbeiten", sagt Trainer Daniel Vetters, der zugleich als Vorsitzender des Goju-Kai Amtsberg fungiert.

Die gelungene Organisation eines solchen Wettkampfes mit etwa 380 Teilnehmern sei ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung des Vereins gewesen. Den allerersten vollzog Vetters, als er vor drei Jahren erstmals eine Übungseinheit in Amtsberg leitete. "Zuvor waren wir als Trainingsgruppe des Goju-Kai Kemtau in Einsiedel zuhause. Weil die dortige Halle aber als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, mussten wir uns nach einer Alternative umschauen", berichtet der heute 31-Jährige. Fündig wurde er in Amtsberg, wo zwecks einer besseren Förderung gleich ein neuer Verein gegründet wurde. Ein Schritt, der sich auszahlen sollte.

Aus einer überschaubaren Trainingsgruppe ist ein Verein mit rund 50 Mitgliedern geworden. "Und die meisten davon kommen aus Amtsberg und den umliegenden Orten", sagt Vetter, der Begeisterung entfachen konnte. So wie er einst selbst vom "Karate-Virus" erfasst wurde, als er mit fünf Jahren Bruce-Lee-Filme sah und dem Leinwand-Helden nacheifern wollte, haben nun viele Kinder aus Dittersdorf und Weißbach den Karateka in sich entdeckt. Wie man Freude bereitet, gleichzeitig aber auch Herausforderungen in die Einheiten einbaut, weiß Vetters genau. Schließlich ist er schon seit 13 Jahren Trainer. "Weil mir es Spaß macht, Wissen zu ermitteln", sagt der Fahrzeugbau-Meister, der auch im Beruf pädagogisch aktiv ist und zum Prüfungsausschuss der Handwerkskammer gehört.

Sobald Daniel Vetters aber donnerstags, 17 Uhr, die Dittersdorfer Halle und sonntags, 10 Uhr, die Weißbacher Turnhalle betritt, konzentriert er sich aufs Sportliche. In der Woche sind erst die Kinder dran, dann die älteren Sportler. Am Wochenende trainieren alle Generationen gemeinsam. Und einige Eltern von Nachwuchssportlern sind so schon auf den Geschmack gekommen. "Zum Beispiel hat Susann Blank Lust gekriegt, selbst zu kämpfen. Sie konnte dann sogar den Zwönitztalpokal in Burkhardtsdorf gewinnen", berichtet Vetters, der auch Senioren gern ins Vereinsleben einbezieht. Dabei gehe es nicht um Erfolge, sondern um die Förderung von Kraft und Kondition. Ab Ende dieses Jahres will der Trainer sogar extra Räume anmieten, um Kurse für Gesundheitssport anzubieten.

Was Wettkämpfe betrifft, steht der Nachwuchs im Fokus. Die Leistungsträger, die im Vorjahr 70 Medaillen gewinnen konnten, verteilen sich auf die Altersklassen 5 bis 10. "Dabei konzentrieren wir uns auf Kumite", erklärt Vetters. Statt der Kampfform Kata, bei der es um Kontrolle und die saubere Ausführung von Techniken gegen imaginäre Gegner geht, sollen sich die Kinder in direkten Duellen gegeneinander austoben. Allerdings wird dabei stets auf Fairness geachtet. Nicht umsonst heißt der Verein Goju-Kai, was für "harten und weichen Stil" steht. Verinnerlicht wurde dieser bereits von Sportlern wie Tilmann Voigt (U 12) oder Moritz Friedel (U 10), die auf Landesebene Medaillen gewannen. Für sie und andere Talente soll der nächste Schritt auf die nationale Ebene führen - und dann noch weiter. "In zehn Jahren will ich einen Europameister betreuen", verrät Vetters seinen Traum.

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