Veilchen gegen Hamburger SV: Null Bock auf Außenseiterrolle

Der FC Erzgebirge Aue empfängt heute vor ausverkauften Rängen den Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga. Und natürlich ist der HSV der Favorit.

Aue.

Es passiert nicht mehr oft, dass ein Heimspiel des FC Erzgebirge Aue in der 2. Fußball-Bundesliga ausverkauft ist. Als vorige Saison jedoch klar war, dass der Hambur-ger SV dem Abstieg aus dem Ober- haus diesmal nicht entgehen würde, konnten wettfreudige Zeitgenossen getrost ein paar Euro auf ein rappelvolles Erzgebirgsstadion beim ersten Punktspiel zwischen den Veilchen und dem HSV setzen. Und so erlebt das Lößnitztal heute Nachmittag ein weiteres Fußballfest.

Wessen Fans nach der 13 Uhr beginnenden Partie feiern, ist ja eigentlich keine Frage. Viel zu eindeutig scheint die Rollenverteilung zu sein. Hier der einmal mehr mühsam um den Klassenerhalt kämpfende Kleinstadtclub. Da der übermäch- tige und quasi zum direkten Wiederaufstieg verdammte Weltstadtverein. Zudem hat der HSV gerade einen Lauf und in dieser Saison auswärts von fünf Partien vier gewonnen, einmal unentschieden gespielt und dabei insgesamt nur ein Gegentor zugelassen.

Das alles macht den FC Erzgebirge zum krassen Außenseiter. Doch genau mit dieser Rolle wollen sich die Veilchen nicht abfinden. "Das ist auch meine Erwartungshaltung an die Mannschaft", sagt Trainer Daniel Meyer. Es gehe eben genau darum, nicht wie ein Außenseiter aufzutreten und nur hinterherzulaufen wie beim Auftritt in Köln, sondern zu zeigen, dass das Team einen Schritt weiter hin zu mehr Stabilität ist. Insofern sei das Duell mit dem Spitzenreiter eine Art Standortbestimmung, inwieweit die Lila-Weißen in der Lage sind, auch gegen so einen Kontrahenten selbstbewusst aufzutreten und ihr eigenes Spiel aufzuziehen.

Sören Bertram stößt ins gleiche Horn. "Wenn wir mit dem Selbst- vertrauen der vergangenen beiden Heimspiele reingehen, dann ist was möglich", sagt der Angreifer, für den die Partie heute Nachmittag nach eigenen Worten schon deshalb eine ganz besondere ist, weil er selbst acht Jahre lang beim HSV war. "Ich bin dort groß geworden." Unter anderem für die Duelle mit Köln und mit Hamburg habe sich die Mannschaft in der vorigen Saison den Arsch aufgerissen. "Jetzt dürfen wir bloß keine Ehrfurcht vorm HSV haben", erklärt Bertram, der natürlich auf einen Startelf-Einsatz hofft.

Nachdem der FCE zuletzt viel zu wenig Torgefahr ausstrahlte, hat das Trainerteam laut Daniel Meyer am Offensivkonzept gebastelt und auch im Training ganz genau hin-geschaut. "Wir überlegen uns was." Eine Großbaustelle sind dabei nicht zuletzt Standardsituationen. Wobei Meyer von der mangelnden Durchschlagskraft in diesem Bereich inzwischen selbst schon ein wenig genervt ist, da unheimlich viel geübt und probiert wurde. Letztlich stellt sich das Ganze in der Ansicht von außen als fatale Mischung aus schlecht geschlagenen Flanken und aus mangelnder Handlungsschnelligkeit vor dem gegnerischen Kasten dar. Wobei Letzteres viel mit dem berühmten Torriecher und dem einst vom damaligen Veilchen-Trainer Rico Schmitt so oft beschworenen unbedingten Willen zu tun hat, den Ball über die Linie zu bringen.

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