Veilchen unterliegen starkem Aufsteiger

Die Bundesliga-Ringer des FC Erzgebirge warten weiter auf ihren ersten Saisonsieg. Auch gegen Schorndorf war trotz fünf gewonnener Duelle beim 9:14 nichts zu holen.

Aue.

Der Nachwuchs macht ihm Hoffnung, so ein spürbar enttäuschter Björn Schöniger am späten Sonnabendabend. Da hatten die Bundesliga-Ringer des FC Erzgebirge Aue zuhause gerade die vierte Niederlage in Folge kassiert: 9:14 hieß es gegen den starken Aufsteiger ASV Schorndorf, der sich vor Saisonbeginn mit zwölf Neuen verstärkte. "Uns fällt das Punktsystem auf die Füße", so der Auer Chefcoach Schöniger.

Jeder ausländische Athlet kostet zumeist vergleichsweise viele Punkte, was verhindern soll, dass nur Legionäre anheuern. "Wir haben noch keinen eigenen Nachwuchs, der in dieser starken Liga bestehen kann. Und auch nicht das Geld, um uns noch mehr starke Deutsche zu kaufen", so Schöniger. Das sei die Krux - und so gelte es erneut, den Frust abzuschütteln. Immerhin die Hälfte der zehn Duelle entschieden die Auer für sich. Warum es wieder nicht zum Sieg reichte, liege am Ausgang der Kämpfe. "Wenn wir gewinnen, dann zu niedrig. Und wenn wir verlieren, dann zu hoch."

Wobei Schöniger ein Veilchen von dieser Regel ausnahm: Christian John präsentierte sich im 130-Kilogramm-Limit (klassisch) erneut bärenstark, was zu seinem Spitznamen passt. "Bärchen" geriet gegen Jello Krahmer zwar 0:3 in Rückstand, zog sich an der Wange unterm Auge einen Riss zu. Doch dann platzte ihm quasi der Kragen. Er setzte seinen Gegner unter Druck. Beim Stand von 3:3 gelang ihm eine tolle Aktion, die im umjubelten Schultersieg mündete. "Klasse - und von den Punkten her durch das 4:0 ein sehr gutes Polster", so Schöniger. Doch in der Folge lief es für die Veilchen nicht mehr so eindeutig. Said Gazimagomedov (57 kg/Freistil) legte zwar gut vor und führte 4:0, doch er ließ sich überrumpeln und kassierte den Ausgleich. Per Beinangriff sicherte er zumindest ein 6:4 und einen 1:0-Sieg. Ein 2:0 steuerte Philipp Herzog (66 kg/F) bei, tat sich aber schwer. 4:0 führend lief er in Konter (4:4), ehe er aufdrehte und 7:4 siegte. Franco Büttner (80 kg/F) lag durch eine Passivwertung 0:1 hinten, berappelte sich nach der Pause und kam über 1:1 und 4:1 zurück. Eine ganz enge Kiste war es bei Zsombor Gulyas (75 kg/F), der beim 8:8 nur aufgrund der letzten Wertung siegte und von einer Fußverletzung seines Gegners profitierte. Großes Lob trotz klarer Niederlage erhielt Nik Müller (86 kg/k) vom Coach. "Saustark." Immerhin bekam es der junge Auer mit Olympiateilnehmer Zakarias Berg zu tun. 2:32 Minuten hielt er gegen, ehe er dem technisch überlegenen Schweden unterlag.

Mehr Freude machen derzeit Zweite und Nachwuchs. In der Jugendliga sind Aues Knirpse Herbstmeister. Auch das Landesliga-Team siegte erneut. "Leider dauert es noch, ehe da jemand in die Erste nachrücken kann", so Schöniger.

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