Veilchen würden Schwaben nur zu gerne das Fürchten lehren

Zum ersten Mal treffen morgen die Fußball-Profis des FC Erzgebirge Aue und des VfB Stuttgart in einem Pflichtspiel aufeinander. Von der Papierform her sind die Rollen klar verteilt.

Aue.

Den VfB Stuttgart und seine Fans erwartet morgen ab 13.30 Uhr mit der Zweitliga-Fußball-Partie in Aue offenbar Grauenhaftes. "Ich möchte nicht bei fünf Grad vor 8000 Zuschauern gegen Erzgebirge Aue im Stadion sitzen, das wäre die Höchststrafe. Nichts gegen die Auer, aber das wäre wirklich Horror."

Okay, dieses Zitat von Ex-Nationalspieler Hansi Müller stammt schon aus dem April 2014 - damals schwebten die Schwaben in der 1. Bundesliga in akuter Abstiegsgefahr, konnten sich letztlich aber noch retten. Und das damalige VfB-Aufsichtsratsmitglied Müller sprach in dem Fernsehinterview eigentlich auch von einem Spiel im November in Aue, und es ist ja schon Dezember. Außerdem werden im ausverkauften Lößnitztal trotz Baustelle rund 10.000 Zuschauer dabei sein. Aber ein bisschen Horror ist es für den großen VfB sicher schon, in die sächsische Provinz zu reisen.

Oder aus umgekehrter Sicht. "Vorige Saison spielten wir noch gegen Stuttgart II im Degerloch, jetzt gegen die Erste, das ist schon etwas Besonderes", sagte FCE-Trainer Pavel Dotchev gestern, um gleich anzufügen: "Aber wir möchten nicht nur gut aussehen, sondern auch was mitnehmen. Wir werden uns daher nicht verstecken." Von der Qualität her sei der VfB die beste Mannschaft der Liga. Um gegen diese zu bestehen, setzen die Auer auf eine Spezialtaktik. Sie wollen die Partie laut Dotchev ganz einfach als Pokalspiel betrachten, weil da doch immer wieder Außenseiter befreit an ihre Grenzen gehen und Erfolge feiern. Da bis auf Julian Riedel alle Männer bereitstehen, hat der Trainer gegen den haushohen Favoriten auch personell alle Möglichkeiten.

Er sei froh, dass nach turbulenten Tagen die Konzentration nun wieder auf dem Wesentlichen liegt, erklärte der FCE-Trainer. "Keine Mannschaft war so überlegen, dass wir keine Chance hatten. Und für Stuttgart kann das alles hier zum Albtraum werden - die Baustelle, die langen Wege, wir als unattrak- tiver Gegner." Echter Horror eben.

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