Verkürzte Saison soll Spitzenplatz bringen

Nur fünf Ringervereine starten in diesem Jahr in der Regionalliga Mitteldeutschland, die Mitte Oktober beginnt. Für Athleten und Zuschauer ändert sich manches.

Thalheim.

Die Anhänger des Ringervereins Thalheim benötigen in diesem Jahr einen langen Atem. Ende August: Dann beginnt normalerweise die Regionalliga-Saison, der Zeitpunkt ist längst überschritten.

Lange Zeit stand nicht fest, ob im Zuge der Corona-Pandemie und ihrer Folgen 2020 überhaupt gerungen werden kann. Vor etwa einem Monat entschied dann die Ligatagung in Schkeuditz doch, eine normale Runde mit Hin- und Rückkämpfen anzusetzen. Lediglich fünf Vereine sagten allerdings die Teilnahme zu. Neben dem RV Thalheim sind dies Pausa/Plauen, Gelenau, Luftfahrt Berlin und Luckenwalde. Dort in Brandenburg starten die "Mattenfüchse" am 10. Oktober, bevor am 17. Oktober der erste Heimkampf gegen die Hauptstädter ansteht. Das Derby gegen den RSK Gelenau bildet den jeweiligen Rundenabschluss, der Hinkampf steigt am 14. November in Gelenau, das zweite Duell ist für den 19. Dezember im Sportlerheim angesetzt.

Dort dürfen in der verkürzten Saison jeweils 240 Besucher den Duellen beiwohnen. 400 beträgt die Kapazität normalerweise. "Sich die Karten vorher zu besorgen, ist keine Bedingung. Wer ohne Ticket kommt, riskiert allerdings, dass er wegen der Beschränkungen nicht mehr reinkommt", sagt Trainer Steffen Richter. Im Gebäude gelten zudem Abstands- und Einbahnstraßenregelungen. Über den Haupteingang erfolgt lediglich der Einlass. Der Weg hinaus führt über die Freitreppe in Richtung Fußballplatz. Restriktionen gibt es auch für die Sportler und Kampfrichter. Letztere tragen Mund- und Nasenschutz. Sportler dürfen nicht abklatschen. Um die Matte häufiger säubern zu können, sind zudem längere Pausen vorgesehen.

Trotz dieser Nebenwirkungen freuen sich die Thalheimer auf die neue Saison. Die Teilnahme am Ligabetrieb sei für den Verein ungemein wichtig. "Nur so bleibt unsere Sportart im Gedächtnis. Außerdem benötigen die Athleten Anreize. Eine ganze Saison auszusetzen, schlägt stark auf die Motivation", so Richter, der allerdings klarstellt, dass man sich anders entschieden hätte, müsste man vor leeren Rängen ringen. "Ohne Zuschauer hätten wir nicht zugesagt. Das wäre auch finanziell nicht darstellbar gewesen". Ohne Primus Markneukirchen im Feld, peilen die Thalheimer in der neuen Regionalliga-Saison Platz 1 an.

Allerdings sei Vorsicht geboten. "Die Leistungsstärken der anderen Mannschaften sind diesmal viel schwieriger einzuschätzen als sonst", sagt der Coach. Da viele Vereine bis in die Bundesliga hinein nicht am Ligabetrieb teilnehmen, gebe es eine große Anzahl hochklassiger Ringer, die vermutlich für ein Jahr die sportliche Heimat wechseln. "Da werden sicherlich bekannte Gesichter auftauchen", so Richter. Dass die Thalheimer kurzfristig auch noch einmal zuschlagen und einen Gastringer präsentieren, ist laut Vereinschef Holger Hähnel durchaus möglich.

Bei den bereits feststehenden Zugängen ist Tim Hamann der bekannteste Name. Das Eigengewächs des RVE Lugau, sächsischer Landeskader und bei Jugend- beziehungsweise Juniorenmeisterschaften mehrfach auf dem Podest, soll die mittleren Gewichtsklassen besetzen. Vom KFC Leipzig stößt Karl Marbach zu den Zwönitztalern. Der 20-jährige Superschwergewichtler stammt ursprünglich aus Greifswald, im vergangenen Jahr wurde er Deutscher Vizemeister bei den Junioren. Für die unteren Limits im klassischen Stil, vor allem die Kategorie 57 Kilogramm, verpflichteten die Thalheimer zudem den Ungarn Milán Nemeth. Ein Quasi-Neuzugang ist zudem Peter Haase, der nach langer Pause wegen einer Knieverletzung wieder zur Verfügung steht.

Nicht mehr für Thalheim ringen wird dagegen Ondrej Dadak. Der tschechische Superschwergewichtler ist etwas überraschend nach Lugau gewechselt, nachdem ihm sein alter Verein wegen des Marbach-Wechsels nicht genügend Einsätze garantieren wollte. Mit dem Ungarn Tamas Török verlängert der RV zudem die Einjahreslizenz nicht. Mario Koch wird seine lange Karriere vermutlich beenden. "Letzte Gewissheit gibt es da aber noch nicht", so Hähnel.

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